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"Höchste Eisenbahn" will mehr Aktivität

Sonntag, 06. Januar 2002, 19:03 Uhr
Nordhausen (nnz). Auch die Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ hat jetzt ihr neues Weißbuch für die Entwicklung des Bahn- und Busverkehrs vorgelegt. nnz mit den wichtigsten Details.


"Man wird schon etwas unruhig, wenn man die sich häufenden Meldungen über den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in anderen Regionen studiert. Die Mittel sind begrenzt, und was anderswo verbraucht wird, steht dem Südharz nicht mehr zur Verfügung. Trotz einiger positiver Ansätze geraten wir weiter in Rückstand" skizziert Michael Reinboth, Sprecher der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz", den Stand des ÖPNV im Südharz zu Beginn des Jahres 2002.
Anderswo sind bereits wieder Entscheidungen pro ÖPNV gefallen
Zwei Beispiele aus diesen Tagen: Thüringen hat sich entschlossen, neben der Strecke Erfurt - Leinefelde, dem Sonneberger und dem Schwarzatal-Oberweißbacher Netz nun auch die Nebenbahn Gotha - Gräfenroda zu einer ÖPNV-Musterstrecke auszubauen. Aus einer teilweise stillgelegten Strecke entsteht mittels des Einsatzes von 3,8 Mio € ein Vorzeigeobjekt mit Stundentakt von 4 bis 22 Uhr. Das "EgroNet" im Vogtland geht in seine zweite Etappe, weitere Strecken werden ausgebaut und für die Flügelung der Züge hergerichtet. "Dies geschieht bestimmt nicht, weil Stufe 1 des Netzes ein Flop gewesen ist" meint Reinboth und verweist auf die Strecke Zwickau - Klingenthal, wo es zu einer Zunahme der Reisenden von 900 auf 2.500 pro Tag gekommen ist.

Wie soll es im Südharz weitergehen?
Die Initiative hat ihre Vorstellungen für die Weiterentwicklung des ÖPNV im Südharz in einem "Weißbuch" zusammengefasst, welches im Internet unter www.suedharzstrecke.de abgerufen werden kann (wird in diesen Tagen überarbeitet und in der 3 KW. ins Internet gestellt) und im Januar Abgeordneten und Entscheidungsträgern in der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik übergeben wird. "Es geht uns darum, für den Südharz den Status zu erlangen, den viele vergleichbare Regionen, namentlich auch touristisch geprägte Regionen, bereits haben. Im Südharz gibt es ganz klar erheblichen Nachholbedarf - infrastrukturell, fahrplantechnisch, tariflich und in der Vermarktung" so Reinboth weiter. Um dies zu unterstreichen, enthält das Weißbuch eine Auflistung vieler positiver Beispiele aus dem ländlichen Raum aus ganz Deutschland, darunter auch solche aus Niedersachsen und Thüringen. "Es geht eine Menge, und es ist - allen Unkenrufen zum Trotz - vieles auch finanzierbar" meint der Sprecher, der sich neue Impulse bei der Fortschreibung der Nahverkehrspläne erhofft.

Mit Unterschriften mehr Druck für die Streckensanierung erzeugen
Das "Weißbuch" und die ebenfalls im Internet abrufbare Studie zur künftigen ÖPNV-Anbindung von Bad Lauterberg sind Teil einer Kampagne, die "Höchste Eisenbahn" im November gestartet hat. "A und O bei der Sache ist natürlich die Sanierung der Südharzstrecke - der Abschnitt Ellrich - Woffleben muss in diesem Frühjahr gemacht werden. Und deswegen sammeln wir derzeit überall Unterschriften. Die Bevölkerung und die Politiker müssen in Sachen Sanierung mobilisiert werden" verweist Reinboth auf die von Ruth Monicke initiierte Sammlung. "Wir hoffen, dass viele Südharzer ihre Unterschrift leisten. Sie sollten allerdings nicht nur unterschreiben, sondern öfter auch einmal mitfahren" meint der Sprecher. Der Südharz sei von der Deutschen Bahn in Sachen Sanierung 2001 wieder einmal zum Narren gehalten worden. Der Empörungsschrei sei aber vielen Politikern wohl im Hals steckengeblieben: "Da ist bisher kaum etwas gekommen, um die DB auf Trab zu bringen" ist Reinboth von der sehr verhaltenen Reaktion der hiesigen Entscheidungsträger enttäuscht. Einzig die Stadt Bad Sachsa habe sich seither mit einer Resolution beschäftigt. "Das wird nicht ausreichen" fürchtet Reinboth, der darauf verweist, dass eine einmal stillgelegte Strecke nur sehr schwer wieder in Gang zu bringen ist. "Es geht hier wirklich um Sein oder Nicht Sein, und da sollte man sich auf beschwichtigende Worte der Deutschen Bahn nicht verlassen, sondern konkrete Taten einfordern. Und das heißt: Baubeginn verbindlich im März 2002!". Die Südharzer selbst sehen das wohl ebenso, denn die ausgelegten Listen füllen sich zunehmend.
Zu den Internetseiten der Initiative kommen Sie über die nnz-Linksammlung
Autor: nnz

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