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Wasser und Gebietsreform (1)

Mittwoch, 18. Oktober 2006, 09:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Was hat das Trinkwasser in der Goldenen Aue mit der künftigen Kreisgebietsreform zu tun? Dieser Frage ist die nnz nachgegangen.


Im Trinkwasserzweckverband „Alter Stolberg“, der für die Versorgung der Gemeinden in der Goldenen Aue mit Trinkwasser verantwortlich ist, gibt es Knatsch. Der entzündete sich an einem Brunnen in der Gemarkung Bielen. In heißen Sommern ist das dort geförderte Wasser leicht sauer. Kleine Kinder können das Wasser nicht trinken, was der Verband auch bekannt gab. Also soll nun Abhilfe her, für 430.000 Euro. Soviel soll eine neue Aufbereitungsanlage kosten. Der Verbandsvorsitzende und Uthleber Bürgermeister Fritz Lehmann hat denn auch schon mal vorsorglich einen Antrag auf Fördermittel beim Staatlichen Umweltamt in Sondershausen gestellt. Die Verbandsräte, zumindest die in Nordhausen (Bielen gehört zum „Alten Stolberg“) erfuhren davon erst, nach dem die Sondershäuser Behörde die Stadtverwaltung zu einer Stellungnahme aufforderte. Einen Beschluß der Verbandsversammlung soll es nicht gegeben haben, seit August wird eine solche Versammlung eingefordert.

Es könnte aber auch preiswerter gehen, denn im Bereich des EC-BIC bei Bielen fließen eine Trinkwasserleitung des „Alten Stolberg“ und eine des Wasserverbandes Nordhausen (WVN) nicht weit von einander. Für 20.000 Euro, so der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD), könnte das WVN-Wasser in das Netz des „Alten Stolberg“ gepumpt werden. Das WVN-Wasser wird zwar auch aus Brunnen bei Bielen gefördert, wird aber gemischt, so dass der ph-Wert völlig in Ordnung sei.

Nun kostet das Wasser aus dem Netz des „Alten Stolberg“ zwar weniger als das WVN-Wasser, doch müssen die nicht förderfähigen Kosten der neuen Aufbereitungsanlage auf den Wasserpreis aufgeschlagen werden. Und überhaupt, so ist aus einigen Orten in der Goldenen Aue zu vernehmen, sollen die Wasserhähne in Nordhausen nicht vergoldet werden.

Überhaupt gönnt man der Kreisstadt nicht viel. Nicht mal eine größere Einwohnerzahl. Da wird richtig Front gemacht gegen Urbach und Görsbach, deren Bürgermeister und Gemeinderäte sich einen Wechsel zur Kreisstadt überlegen. Mit welchen Mitteln da aufgefahren wird, das soll Gegenstand einer weiteren Folge sein.
Autor: nnz

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