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Altstadtfest wird vorbereitet

Neues Konzept für mehr Besucher

Samstag, 04. Januar 2025, 14:00 Uhr
Das diesjährige Altstadtfest soll am ersten August-Wochenende über die Bühnen der Nordhäuser Altstadt gehen. Die erste Neuerung kündigt Veranstalter Sven-Bolko Heck in der nnz an: es wird das erste Mal...

In diesem Jahr feiert Hannichen Vogelstange ihr 20jähriges Bühnenjubiläum (Foto: Agentur) In diesem Jahr feiert Hannichen Vogelstange ihr 20jähriges Bühnenjubiläum (Foto: Agentur)
...in der Geschichte dieses Stadtfestes kein Eintritt verlangt. Bevor Heck die Veranstaltung übernahm, wurde seitens der damaligen Altstadt-Initiative ein "Zoll" verlangt. Später dann wurden die Bühnen-Areale kostenpflichtig.

"Wir hatten mit der Verlegung des Festes von der Kurzen Meile bis zum Herder-Gymnasium einen herben finanziellen Einbruch erlebt", konstatiert Sven-Bolko Heck im Gespräch mit der nnz. Der Eintritt sei seinen Worten nach notwendig, um die Kosten für das Event zu decken. Von einem Gewinn habe man nicht sprechen können, letztlich aber sei Nordhausen seine Heimatstadt, da könne man wirtschaftliche Bedenken gegen eine gewisse emotionale Bindung aufwiegen.

Obwohl das Altstadtfest neben dem Rolandfest das zweite große Event sei, mangele es an der Unterstützung durch die öffentliche Hand, so Heck. Nun soll das Eintritt-Frei-Konzept mehr Besucher und Gäste anlocken. "Wir konnten dieses Konzept erfolgreich im benachbarten Sangerhausen umsetzen, hatten hierbei aber auch die finanzielle Unterstützung durch die Stadtverwaltung mit einem fünfstelligen Bereich. In Nordhausen sehe ich das nicht und befürchte eher das Gegenteil."

In Vorbereitung des diesjährigen Festes gebe es laut Sven Bolko Heck noch eine weitere emotionale Variante: Barbara Raue, alias Hannichen Vogelstange begeht ihr 20jähriges Bühnenjubiläum. "Hannichen ist das letzte der Originale nach dem Abschied von Altstadtmanne. Sie möchte gern dieses Jubiläum mit den Nordhäusern und ihren Gästen feiern. Diesen Wunsch werde ich ihr erfüllen und ich würde mich freuen, wenn viele Gäste und Zuschauer mit dabei sind", meint der Veranstalter und blickt pessimistisch in die Zukunft solcher Stadtfeste.

Natürlich sei da das Rolandsfest mit den kostenfreien Konzerten und Bühnenprogrammen. Darüber hinaus überlasse man es den Privaten, etwas für das Gemeinwesen zu unternehmen. Wenn von Kultur in Nordhausen gesprochen werde, dann drehe sich fast ausschließlich alles um das Theater. "Der Umbau kostet dem Steuerzahler dem Vernehmen nach mehr als 40 Millionen Euro, hinzukommen jährliche Betriebskosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Als Nordhäuser weiß ich, welche gesellschaftliche Schicht die Angebote der sogenannten Hochkultur nutzt, das sind vermutlich nicht einmal zehn Prozent. Und was wird jenen geboten, die sich nun mal nicht für Beethoven, Bach oder Verdi interessieren?"

Plakat zum Altstadtfest 2025 (Foto: Agentur) Plakat zum Altstadtfest 2025 (Foto: Agentur) Als lobenswert hebt Heck zum Beispiel die Bemühungen des Jazzclubs hervor, der jedoch von der öffentlichen Hand mit kleinen finanziellen Häppchen abgespeist werde. Der Blick, zum Beispiel ins benachbarte Eichsfeld mache deutlich, das in einer Kooperation von Unternehmen und Kommunen eine lebendige Kulturszene möglich sei, zum Beispiel bei der Vorbereitung und Durchführung mehrerer Open-Air-Events. Sein Fazit: "Das Theater in Nordhausen macht alle Bemühungen jenseits der Hochkultur kaputt."

Für das diesjährige Altstadtfest bemüht sich Heck um die Unterstützung von Sponsoren. Dank eines hiesigen Getränkehändlers konnte der Kontakt zu einer national agierenden Brauerei hergestellt werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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