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Millimeterarbeit

Freitag, 13. Oktober 2006, 08:44 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Eine Baufirma verschickt Briefe an die Anwohner und entschuldigt sich für den Baulärm, hunderte Menschen strömen an den Stadtrand von Sondershausen und Züge fahren erst wieder am Dienstagabend. Warum? Die Antwort gibt es mit einem einzigen Klick.

Millimeterarbeit (Foto: nnz) Millimeterarbeit (Foto: nnz)

Die Ortsumfahrung von Sondershausen nimmt mehr und mehr Gestalt an. "Gott sei Dank!" werden viele sagen, die regelmäßig die B 4 nach Erfurt fahren müssen. Zur Zeit sind kilometerlange Staus angesagt. Gebaut wird an allen Ecken. Gestern wurde mit dem Einbau einer neuen Bahnbrücke im Stadtteil Stockhausen begonnen. Noch steht das Bauwerk neben den Gleisen. Die wurden heute Nacht abgebaut. Nun heißt es das Schotterbett abtragen und den Hang weg baggern. Dann erst kann die Brücke an ihren eigentlichen Platz geschoben werden.

Der eigentliche Verschub des 1.530 Tonnen schweren Stahlbeton-Riesen ist Präzisionsarbeit. Zwei synchron arbeitende Hydraulikpressen setzen den Koloss auf einer so genannten Verschubbahn - das sind teflonbeschichtete Stahlplatten, die auf dem vorgefertigten Fundament aufliegen – mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Metern/Stunde in Bewegung, eine Technik wie sie auch in Leipzig beim Verschieben des Portikus am Bayerischen Bahnhof genutzt wurde. Die Investitionen für die Eisenbahnüberführung belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro.

Wenn dann das Erdreich wieder angefüllt und die neuen Gleise verlegt sind, können die Züge in und aus Richtung Erfurt über die neue Brücke und somit hoffentlich bald die künftige Ortsumgehung fahren. Die Brücken unter der Straße nach Großfurra, über die Wipper und über die Schachtstraße sind seit längerem fertig und warten auf ihren Anschluss an die neue Straße.
Autor: nnz

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