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Steigerthal

Ein neues Kreuz für die St.-Katharinen-Kirche

Mittwoch, 18. Dezember 2024, 16:37 Uhr
Seit heute steht ein neues Kreuz auf der St.-Katharinenkirche in Steigerthal. Handwerklich gefertigt soll es fortan das Gotteshaus in neuem Glanze erstrahlen lassen...

Das neue Kreuz wird angebracht (Foto: C.Wilhelm) Das neue Kreuz wird angebracht (Foto: C.Wilhelm)


Die St.-Katharinen-Kirche hat eine lange Geschichte und wüsste sicher viel zu berichten, von Menschen die in schweren Zeiten aber auch in guten Zeiten in ihrem Inneren Zuflucht gesucht und gefunden haben.

Die Kirche St. Catharinae stammt noch aus der vorreformatorischen Zeit, wie man es einer alten Steigerthaler Kirchenchronik entnehmen kann. Sicher wurde ihr nicht immer der Respekt entgegengebracht, den sie verdient hätte. So heißt es in der alten Schrift: „Sie ist ein altes, aus Kalksteinen der hiesigen Brüche aufgerichtetes Gebäude, das, so klein und fast unzureichend für die Gemeinde es ist, doch einige Male vergrößert wurden ist. Dem Äußeren nach kann sie durchaus nicht mehr als ein würdiges Gotteshaus bezeichnet werden.“ Der Kirchturm wurde aufgrund seiner Baufälligkeit Anfang der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts abgetragen. Seither sind die drei Glocken in einem „zu ebener Erde errichteten Glockenstuhl“ untergebracht. Sonstige erwähnenswerten Gebäude sind nicht vorhanden.

Eine große Reparation fand im Jahr 1839 statt. Der ehemalige Pastor Etzrodt schreibt in einem der alten Kirchenbücher also: „Die Kirche zu Steigerthal sah mehr einer Spelunke als einem Gotteshause ähnlich. Ein Kreuzgewölbe, welches fast die Hälfte der Kirche einnahm, verhinderte, dass man vom Orgelchor aus den Prediger auf der Kanzel sehen konnte. Ebenso war dies von den Emporen aus zum Teil der Fall, insofern die hinten sitzenden Personen nicht auf Kanzel und Altar sehen konnten. Mehrere zunächst liegende Weiberstände wurden gleichfalls durch die dicke Mauer vor dem Schiffe verdeckt. […]

Das Gewölbe der Kirche war nicht verschalt oder abgetüncht. Die Kirche war sehr schmutzig und gewährte einen unästhetischen Anblick. Der Kirche daher ein ihrer erhabenen und ehrwürdigen Bestimmung mehr angemessenes Äußeres zu verschaffen war für mich ein ebenso dringendes Bedürfnis meines Gefühls als eine heilige Pflicht. Und zu meiner Freude fand ich bei der Mehrzahl der Einwohner eine gleiche Gesinnung. Jetzt konnte also der Wunsch lebendig hervortreten, eine Reparatur der Kirche vorzunehmen, und zwar hauptsächlich der Art, dass das Kreuzgewölbe abgebrochen würde und die Emporen auf beiden Seiten verlängert würden. Aber woher das Geld? – Die Eingepfarrten mussten sich zu persönlichen Opfern verpflichten. Dies geschah dann auch.“

Auch in den letzten Jahren konnten zahlreiche Reparaturen im Innen- und Außenbereich dazu beitragen, dass die kleine Kirche wieder ein schönes Anlitz erhielt. Frische Farben im Innenbereich, ein sanierter Altar und nun noch das neue Kreuz. Ein Holzkern, den Uwe König gefertigt hat, ummantelt von drei Tafeln Zinkblech, die in mühevoller Kleinarbeit miteinander verlötet wurden geben ein ordentliches Gewicht von knapp 90 Kilo guter Handwerkskunst.
In den frühen Morgenstunden stehen Dachdeckermeister Lars Etzrodt und sein Team bereit, um den Koloss auf das Kirchendach zu heben. Kein leichtes Unterfangen. Meter für Meter fährt Daniel Zwoll die Hebebühne in Richtung Kirchendach.

„Es wird knapp, aber der Arm der Hebebühne kann es bis zur Spitze der Kirche schaffen“, sagt Zwoll. Und es gelingt. Dann geht es daran, den alten, maroden Stumpf aus dem Kirchendach zu heben. Er ist zweiteilig aus Eichenholz gebaut und hat noch immer ein beachtliches Gewicht. Ein paar Handgriffe und ein Spanngurt helfen dabei, das Holz nach unten zu transportieren. Es soll als Relikt in der Kirche verbleiben. Jetzt geht es an die Hauptaufgabe: Das neue Kreuz muss nach oben transportiert werden. Die Wetterlage ist ein wenig instabil aber schließlich ist es vollbracht. Das neue Kirchenkreuz wird ausgerichtet und befestigt und ist um einiges größer als das alte Kreuz.

„Man kann es bestimmt bis Urbach sehen“, scherzen die Handwerker und freuen sich, dass alles so gut gelungen ist. Meister Etzrodt möchte der Kirche ein Geschenk machen und 1.000 Euro für den guten Zweck spenden. „Das Geld, was dadurch „frei“ wird, kann für andere gute Zwecke verwendet werden."
Cornelia Wilhelm


Autor: red

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