Walnussbaum gepflanzt
Mittwoch, 11. Oktober 2006, 11:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Landkreis Nordhausen ist in den vergangenen Tagen ein Walnussbau gepflanzt worden. Wo das Gewächs steht und warum es gerade dorthin gesetzt wurde, das hat jetzt die nnz von Heidelore Kneffel erfahren.
Seit dem 6. Oktober steht ein ca. fünfjähriger Walnussbaum vor der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode. Mit dem Wurzelwerk misst er 4 m, und damit er sich fest verankern kann, wurde für ihn eine Pflanzgrube von 1x1 m vorbereitet. Die notwendige nährende Erde wurde besorgt. Der Baum stammt aus dem Garten der Familie Schäfer/Heidenreich aus Ilfeld und hat sich aus einer Walnuss des dort stehenden nahezu 100 jährigen Baumes entwickelt. Im Auto wurde er, sicher verpackt, auf den Hügel nach Limlingerode gefahren, wo er sich nun beheimaten soll.
Die Vorgeschichte der Pflanzung begann bereits im Jahr des 70. Geburtstages der Dichterin Sarah Kirsch, also 2005. Getreu der in ihrem Text Post niedergeschriebenen Worte Irgendwo auf der Welt steht mein Baum, denn ich weiß, daß jedem Menschen ein Baum zusteht. Ebenso eine Grasart und ein bestimmter Vogel..., wollten Literaturfreunde im Geburtsort der Poetin einen Baum pflanzen, denn Bäume kommen in ihrer Dichtung nicht gerade selten vor. Im Gespräch bot Frau Annet Heidenreich einen Walnussbaum aus ihrem Garten an. Aber damals ergab sich dann doch nicht die Gelegenheit zum Pflanzen. Wiederbelebt wurde die Idee im März 2006 in der Staatskanzlei in Erfurt, als Sarah Kirsch vom Ministerpräsidenten Dieter Althaus den Thüringer Verdienstorden überreicht bekam.
Ein Baum dieser Art war ihr sehr genehm, denn die imponierende Wuchsform, das hohe Alter, das sie erreichen können, lassen Kräfte des Baumes vermuten, die sich auch in den Samenkernen finden. Der Walnussbaum gilt als Symbol für Fruchtbarkeit, Sinnenlust, Gehirn, Dreieinigkeit und Schutz. Vermutlich sind sie Relikte der frühen sommergrünen Laubwälder Südostasiens und von dort in alle Himmelsrichtungen verbreitet worden. Nüsse und Blätter sind auch Medizin für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Seit einiger Zeit arbeiten künstlerisch tätige Menschen unterschiedlicher Genres kürzere oder längere Zeit in der Dichterstätte, so, wie es die Vereinssatzung vorsieht. Die Pflege des neugepflanzten Baumes ist also gegeben. Momentan schreibt Christina Friedrich, Regisseurin aus Berlin, im Haus an einem Heimat- Roman, der den Titel Keller trägt und eine Familiensaga darstellt, in der unserer Region eine tragende Rolle zukommt. Das erste Kapitel beginnt mit der Bombardierung Nordhausens Anfang April 1945 und den verheerenden Auswirkungen auf die Menschen, auf die Bauwerke. Kindern kommt eine besondere Bedeutung in diesem Prosawerk zu. Im November wird Christina Friedrich in der Dichterstätte aus dem Manuskript lesen.
An der Baumpflanzung beteiligt war auch Susanne Uhl aus Braunschweig, die in Dresden zur Bühnenbildnerin ausgebildet wurde und in Limlingerode künstlerische Blätter zu den 154 Sonetten Shakespeares gestaltete, die im Januar 2007 in der Galerie in der Dichterstätte zu sehen sein werden.
Als die Pflanzung unter tatkräftiger Hilfe auch von Vereinsmitgliedern geschafft war, wurde die Symbolik des Walnussbaumes kund getan, mit Rotkäppchensekt angestoßen und frisch gebackene Walnusskügelchen verzehrt. Die vielen guten Gedeihenswünsche lassen hoffen, das ein stolzer Baum heranwächst.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzSeit dem 6. Oktober steht ein ca. fünfjähriger Walnussbaum vor der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode. Mit dem Wurzelwerk misst er 4 m, und damit er sich fest verankern kann, wurde für ihn eine Pflanzgrube von 1x1 m vorbereitet. Die notwendige nährende Erde wurde besorgt. Der Baum stammt aus dem Garten der Familie Schäfer/Heidenreich aus Ilfeld und hat sich aus einer Walnuss des dort stehenden nahezu 100 jährigen Baumes entwickelt. Im Auto wurde er, sicher verpackt, auf den Hügel nach Limlingerode gefahren, wo er sich nun beheimaten soll.
Die Vorgeschichte der Pflanzung begann bereits im Jahr des 70. Geburtstages der Dichterin Sarah Kirsch, also 2005. Getreu der in ihrem Text Post niedergeschriebenen Worte Irgendwo auf der Welt steht mein Baum, denn ich weiß, daß jedem Menschen ein Baum zusteht. Ebenso eine Grasart und ein bestimmter Vogel..., wollten Literaturfreunde im Geburtsort der Poetin einen Baum pflanzen, denn Bäume kommen in ihrer Dichtung nicht gerade selten vor. Im Gespräch bot Frau Annet Heidenreich einen Walnussbaum aus ihrem Garten an. Aber damals ergab sich dann doch nicht die Gelegenheit zum Pflanzen. Wiederbelebt wurde die Idee im März 2006 in der Staatskanzlei in Erfurt, als Sarah Kirsch vom Ministerpräsidenten Dieter Althaus den Thüringer Verdienstorden überreicht bekam.
Ein Baum dieser Art war ihr sehr genehm, denn die imponierende Wuchsform, das hohe Alter, das sie erreichen können, lassen Kräfte des Baumes vermuten, die sich auch in den Samenkernen finden. Der Walnussbaum gilt als Symbol für Fruchtbarkeit, Sinnenlust, Gehirn, Dreieinigkeit und Schutz. Vermutlich sind sie Relikte der frühen sommergrünen Laubwälder Südostasiens und von dort in alle Himmelsrichtungen verbreitet worden. Nüsse und Blätter sind auch Medizin für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Seit einiger Zeit arbeiten künstlerisch tätige Menschen unterschiedlicher Genres kürzere oder längere Zeit in der Dichterstätte, so, wie es die Vereinssatzung vorsieht. Die Pflege des neugepflanzten Baumes ist also gegeben. Momentan schreibt Christina Friedrich, Regisseurin aus Berlin, im Haus an einem Heimat- Roman, der den Titel Keller trägt und eine Familiensaga darstellt, in der unserer Region eine tragende Rolle zukommt. Das erste Kapitel beginnt mit der Bombardierung Nordhausens Anfang April 1945 und den verheerenden Auswirkungen auf die Menschen, auf die Bauwerke. Kindern kommt eine besondere Bedeutung in diesem Prosawerk zu. Im November wird Christina Friedrich in der Dichterstätte aus dem Manuskript lesen.
An der Baumpflanzung beteiligt war auch Susanne Uhl aus Braunschweig, die in Dresden zur Bühnenbildnerin ausgebildet wurde und in Limlingerode künstlerische Blätter zu den 154 Sonetten Shakespeares gestaltete, die im Januar 2007 in der Galerie in der Dichterstätte zu sehen sein werden.
Als die Pflanzung unter tatkräftiger Hilfe auch von Vereinsmitgliedern geschafft war, wurde die Symbolik des Walnussbaumes kund getan, mit Rotkäppchensekt angestoßen und frisch gebackene Walnusskügelchen verzehrt. Die vielen guten Gedeihenswünsche lassen hoffen, das ein stolzer Baum heranwächst.
Heidelore Kneffel
