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Nordhausen

Weihnachtsoratorium in der Blasii-Kirche

Sonntag, 15. Dezember 2024, 20:32 Uhr
Noch war der letzte Ton im großen Kirchenschiff von St. Blasii nicht ganz verhallt, da brandete schon minutenlanger Beifall als Zeichen der Freude und Erleichterung über die Aufführung des Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf...

Mit großem Interesse wurde diese Aufführung erwartet, denn sie lag in den Händen des neu
in sein Amt eingeführten Kantors Johannes Richter.
Er kannte dieses Werk aus früheren Zeiten als Chorsänger, und nun stand der erst 26jährige als Dirigent vor Sängern und Orchester. Er war sich wohl der Größe dieser Aufgabe bewusst, denn dieses Weihnachtsoratorium ist eines der bedeutendsten Werke der Musikliteratur überhaupt und auch in Nordhausen stets ein musikalischer Höhepunkt in der Vorweihnachtszeit. So war die Blasii-Kirche dann auch sehr gut besucht.

Die Kantaten I bis III, die in diesem Jahr erklangen, erzählen nach Bibeltexten und in freier Dichtung von der Freude über die Geburt Jesu und berichten über die Ereignisse an den ersten drei Weihnachtstagen. Zu Beginn des Weihnachtsoratoriums tönen die Pauken und erschallen Trompeten feierlich als königliche Instrumente, es folgt der Eingangschor „Jauchzet, frohlocket! Auf preiset die Tage“, in der Aufführung wunderbar freudig vom oratoriumerfahrenen Kantoreichor vorgetragen.

Weihnachtsoratorium in der Blasii-Kirche (Foto: Christel Laude) Weihnachtsoratorium in der Blasii-Kirche (Foto: Christel Laude)


Die professionellen Gesangssolisten Kathleen Ziegner, Sopran, Anja Daniela Wagner, Alt, Staphan Scherpe, Tenor, und Philipp Goldmann, Bass, und der Kinderchor
der Evangelischen Grundschule vermittelten die Botschaft der Weihnachtsgeschichte.

Mit hörbarer und schtbarer Freude musizierte auch das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode.
Es gab mit seinen hervorragenden Instrumentalisten, einschließlich Organistin, ein sicheres Fundament.
Der Kantor legte bereits beim Eingangschor ein forsches Tempo vor, das Orchester, Chor und Solisten aufnahmen und nimmermüde bis zum Ende der III. Kantate, der Wiederholung des prachtvollen Eingangschores „Herrscher des Himmels“ halten konnten.
Sicher und exakt führte er Musiker und Sänger.
Zugunsten einer noch höheren emotionalen Wirkung könnten Tempo und Lautstärke etwas reduziert werden.
Erwähnenswert ist die neue Gestaltung des Programmheftes, das neben Erläuterungen zum Werk ganz persönliche Worte des Kantors beinhaltet, die ihn dem Publikum als Kantor, als Musiker, als Mensch näher bringen.

Allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolles
und gesundes Neues Jahr
Christel Laude
Autor: red

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