nnz-online

Unerwünscht

Samstag, 07. Oktober 2006, 17:15 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit einem bunten Volksfest haben Hunderte Nordhäuser heute Nachmittag zum Ausdruck gebracht, dass rechtsradikales Gedankengut in der Rolandstadt nicht willkommen ist. Anlaß für das bunte Treiben war ein brauner Aufmarsch, den die NPD angemeldet hatte.

Unerwünscht (Foto: nnz) Unerwünscht (Foto: nnz)

Bei strömendem Regen hatten sich am Mittag nach Polizeiangaben 250 Rechtsradikale aus Thüringen und dne angrenzenden Bundesländern am Platz der Gewerkschaften eingefunden. Derweil begann auf dem Lutherplatz das bunte Treiben. Gruß- und mahnende Worte richteten Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), Landrat Joachim Claus (CDU) sowie weitere Redner an die vor der Bühne Versammelten. Sie wiesen darauf hin, daß in Nordhausen rechtsradikale, menschenverachtende Anschauungen nicht erwünscht seien. Vielmehr sei Nordhausen eine Stadt des Miteinanders, der Offenheit, der Toleranz, aber auch der Zivilcourage. Zivilcourage deshalb, weil man offen gegen den rechten Aufmarsch vorgehen werde.



Die NPD und ihre Anhänger zogen vom Bahnhof über die Rautenstraße bis zur Einmündung der Käthe-Kollwitz-Straße in die Töpferstraße, wo mehrere Redner ihre braune Sülze ausschütteten. Nachdenklich stimmt jedoch, daß viele Passanten und Beobachter des Geschehens, einigen Passagen kopfnickend zustimmten. In Höhe des Rathauses wurde der rechte Zug mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Zwischen beiden Blöcken hatte die Polizei eine Pufferzone errichtet, deren Strategie aufgegangen war.

Machtlos waren die Beamten jedoch am Taschenberg. Dort hatten Chaoten, die nach Polizeiangaben dem linken Spektrum zugeordnet wurden, den Bauzaun des neuen Berufsschulzentrum umgerissen und Zaunfelder auf die Rautenstraße geworfen. Außerdem wurden Verkehrsschilder und Papierkörbe zerstört. Der Taschenberg musste zweitweise für den verkehr gesperrt werden, die Nordhäuser Berufsfeuerwehr reparierte den entstandenen Schaden. Die Horde soll dann brutal über das Gartenschau-Gelände gerannt sein so die Informationen der nnz.

Gegen 16 Uhr formierte sich dann der Demonstrationszug des Nordhäuser Bündnisses mit über 750 Teilnehmern gegen Rechts. Angeführt von kommunalen Politikern und dem autonomen Block, deren Mitgieder trotz bestehenden Vermummungsverbots ihre Gesichter hinter schwarzen Kapuzen und Sonnenbrillen versteckten und makabre Sprüche von „Strick und Nazigenick“ skandierten, deren Inhalt nicht viel besser als die der Rechtsradikalen zu sein schien.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de