Sport in Nordthüringen
Laufen und laufen lassen
Donnerstag, 14. November 2024, 20:00 Uhr
Einen Sportwettkampf auf die Beine zu stellen ist kein Sprint sondern ein Hindernislauf, so könnte man das heutige Treffen der Nordthüringer Lauforganisatoren zusammenfassen. Die Sportler blickten in das neue Jahr, aber eine beliebte Laufveranstaltung wird auf der Strecke bleiben…
Über das Jahr nehmen an den Volksläufen in Nordthüringen tausende Sportler teil, hier der Start zum 8-Kilometer Rennen beim 10. Harztorlauf im Frühjahr 2024 (Foto: nnz-Archiv)
Es gibt Zeichen, dass es eigentlich wieder ganz gut läuft mit dem Laufsport in Nordthüringen. Im Frühjahr legte der Harztorlauf seinen ersten Marathon zurück, die Teilnehmerzahlen für den überregionalen Laufcup der Volksbank knacken stabil die 1000er Marke und als man jüngst am Harzer Hexenbesen zur Premiere rief und knapp über 200 zum Teil verkleidete Starter anreisten, war man vom regen Zuspruch regelrecht überrascht.
Der Ausblick auf das neue Laufjahr kommt allerdings mit einem Wermutstropfen daher: der traditionelle City-Lauf wird in seiner gewohnten Form nicht stattfinden. Die Organisation lief bis zuletzt über das Management der Südharz-Galerie, hier wurde jetzt der Stecker gezogen, einen City-Lauf 2025 wird es nicht geben.
Es sei denn, es findet sich ein Kapitän der die Sache in die Hand nimmt und ein Team, dass die Sache allen Widrigkeiten zum Trotz mitträgt und anpackt, meinte heute Sportkoordinator Werner Hütcher. Der alte Hase im Nordthüringer Sportgeschehen hatte die Organisatoren der regionalen Laufveranstaltungen, das Landratsamt und die Service-Gesellschaft zum jährlichen Austausch eingeladen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die Organisation selbst eines kleineren Laufs kein Sprint, sondern eher ein Hindernislauf ist. Die erste Schikane muss man von Amts wegen passieren, lange bevor der erste Startschuss fällt - es müssen Genehmigungen eingeholt werden. Und das mitunter jedes Jahr wieder aufs Neue, auch wenn sich beim Lauf im Grundsatz nichts ändert, berichtet etwa Fabian Karnstedt, der den Ellricher Stadtwaldlauf wieder ins Leben gerufen hat.
Ein gutes Team ist ebenfalls muss, ohne manpower in Größenordnungen kommt man auch mit überschaubarem Starterfeld nicht vom Fleck. Je nach Umfang müsse man mit 30 bis 100 Leuten rechnen, die im Hintergrund planen, werkeln, organisieren und an der Strecke nach dem rechten sehen, erläutert Gunnar Haase vom LV Altstadt. Sein Verein hatte über mehrere Jahre den Siesmayer-Lauf im Park Hohenrode auf die Beine gestellt, allein die anspruchsvolle Bergstrecke sagte nicht vielen Läufern zu, zumindest nicht genug, um den Aufwand weiter zu rechtfertigen. Der Lauf im Park fiel schon dieses Jahr aus und wird in naher Zukunft auch nicht zurückkehren.
Nicht zu vergessen: das liebe Geld. Startnummern, Zeitnahme, Gebühren, Versorgung, Urkunden, Medaillen und Pokale - all das kostet, mitunter müssen die (meist ehrenamtlichen) Veranstalter 1000 Euro und mehr zusammenbekommen, um einen Lauf ordentlich ausrichten zu können, so Haase weiter.
City-Lauf 2.0
All das und im Detail noch einiges mehr müsste man bedenken, wenn man den City-Lauf retten oder in anderer Form auch ohne die Unterstützung der Südharz-Galerie fortführen wollte. Der Lauf durch das Herz der Rolandsstadt war in der Region nicht unbeliebt und einem Oberzentrum stehe es gut zu, solche Veranstaltungen zu unterstützen, warf Landrat Jendricke in die Diskussion. In der Stadt ist man allerdings gerade dabei, die Gebühren für Außen- und Plakatwerbung, auch für Sportveranstaltungen, zu erhöhen, was der Kostenfrage eher abträglich sein dürfte.
Immerhin: mit Patrick Börsch, dem Geschäftsführer der Kreissportbundes und Volleyballer Dominik Rieger hatte man heute nicht nur zwei ausgemachte Sportfreunde sondern auch zwei Stadträte in der Runde, denen ein Erhalt des City-Laufes wünschenswert wäre. Ideen zu anderen und vielleicht auch attraktiveren Streckenführungen sowie alternativen Partnern und Sponsoren gibt es durchaus, nur muss es eben jemand in die Hand nehmen. Von selbst geht gar nichts, sagt Rieger.
Die Grobplanung für das Laufjahr 2025 steht derweil bereits, im Januar wird man mit dem Kyffhäuser-Berglauf in die Saison starten. Anfang März steht der Albert-Kuntz-Lauf auf dem Plan, gefolgt vom Possenlauf und der großen Harzquerung im April. Anfang Mai steht der Harztorlauf an, ob es dann wieder einen Südharzer-Marathon geben wird, ist noch nicht ausgemacht aber auch noch nicht ausgeschlossen.
Ebenfalls im Mai fällt der Startschuss im Ellricher Stadtwald, außerdem soll das Radlerfest samt Mountainbike-Rennen am Hexenbesen zu Beginn der Sommermonate zurückkehren. Wahrscheinlich im Juni geht es zum Vogelberglauf nach Bleicherode, der Scheunenhof-Triathlon und der Stolberger-Schlosslauf folgen im August. Wenn Regen und Nebel im Oktober wieder näher rücken, bleiben noch der Stadtparklauf in Sondershausen, sowie das zweite Harzer Hexenrennen, dass nach dem guten Einstand in diesem Jahr definitiv eine Fortsetzung bekommen soll. Den Abschluss bildet, wie es lange Tradition hat, der Silvesterlauf in Nordhausen.
Der war für dieses Jahr auch einer der Wackelkandidaten, die Baustellensituation machte den Organisatoren vom LV Altstadt zuletzt Sorgen, aber inzwischen steht fest: am 31.12. wird man wieder in Nordhausen Nord laufen, pünktlich um zehn Uhr fällt der Startschuss zum letzten Lauf des Jahres.
Angelo Glashagel
Autor: red
Über das Jahr nehmen an den Volksläufen in Nordthüringen tausende Sportler teil, hier der Start zum 8-Kilometer Rennen beim 10. Harztorlauf im Frühjahr 2024 (Foto: nnz-Archiv)
Es gibt Zeichen, dass es eigentlich wieder ganz gut läuft mit dem Laufsport in Nordthüringen. Im Frühjahr legte der Harztorlauf seinen ersten Marathon zurück, die Teilnehmerzahlen für den überregionalen Laufcup der Volksbank knacken stabil die 1000er Marke und als man jüngst am Harzer Hexenbesen zur Premiere rief und knapp über 200 zum Teil verkleidete Starter anreisten, war man vom regen Zuspruch regelrecht überrascht.
Der Ausblick auf das neue Laufjahr kommt allerdings mit einem Wermutstropfen daher: der traditionelle City-Lauf wird in seiner gewohnten Form nicht stattfinden. Die Organisation lief bis zuletzt über das Management der Südharz-Galerie, hier wurde jetzt der Stecker gezogen, einen City-Lauf 2025 wird es nicht geben.
Es sei denn, es findet sich ein Kapitän der die Sache in die Hand nimmt und ein Team, dass die Sache allen Widrigkeiten zum Trotz mitträgt und anpackt, meinte heute Sportkoordinator Werner Hütcher. Der alte Hase im Nordthüringer Sportgeschehen hatte die Organisatoren der regionalen Laufveranstaltungen, das Landratsamt und die Service-Gesellschaft zum jährlichen Austausch eingeladen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die Organisation selbst eines kleineren Laufs kein Sprint, sondern eher ein Hindernislauf ist. Die erste Schikane muss man von Amts wegen passieren, lange bevor der erste Startschuss fällt - es müssen Genehmigungen eingeholt werden. Und das mitunter jedes Jahr wieder aufs Neue, auch wenn sich beim Lauf im Grundsatz nichts ändert, berichtet etwa Fabian Karnstedt, der den Ellricher Stadtwaldlauf wieder ins Leben gerufen hat.
Ein gutes Team ist ebenfalls muss, ohne manpower in Größenordnungen kommt man auch mit überschaubarem Starterfeld nicht vom Fleck. Je nach Umfang müsse man mit 30 bis 100 Leuten rechnen, die im Hintergrund planen, werkeln, organisieren und an der Strecke nach dem rechten sehen, erläutert Gunnar Haase vom LV Altstadt. Sein Verein hatte über mehrere Jahre den Siesmayer-Lauf im Park Hohenrode auf die Beine gestellt, allein die anspruchsvolle Bergstrecke sagte nicht vielen Läufern zu, zumindest nicht genug, um den Aufwand weiter zu rechtfertigen. Der Lauf im Park fiel schon dieses Jahr aus und wird in naher Zukunft auch nicht zurückkehren.
Nicht zu vergessen: das liebe Geld. Startnummern, Zeitnahme, Gebühren, Versorgung, Urkunden, Medaillen und Pokale - all das kostet, mitunter müssen die (meist ehrenamtlichen) Veranstalter 1000 Euro und mehr zusammenbekommen, um einen Lauf ordentlich ausrichten zu können, so Haase weiter.
City-Lauf 2.0
All das und im Detail noch einiges mehr müsste man bedenken, wenn man den City-Lauf retten oder in anderer Form auch ohne die Unterstützung der Südharz-Galerie fortführen wollte. Der Lauf durch das Herz der Rolandsstadt war in der Region nicht unbeliebt und einem Oberzentrum stehe es gut zu, solche Veranstaltungen zu unterstützen, warf Landrat Jendricke in die Diskussion. In der Stadt ist man allerdings gerade dabei, die Gebühren für Außen- und Plakatwerbung, auch für Sportveranstaltungen, zu erhöhen, was der Kostenfrage eher abträglich sein dürfte.
Immerhin: mit Patrick Börsch, dem Geschäftsführer der Kreissportbundes und Volleyballer Dominik Rieger hatte man heute nicht nur zwei ausgemachte Sportfreunde sondern auch zwei Stadträte in der Runde, denen ein Erhalt des City-Laufes wünschenswert wäre. Ideen zu anderen und vielleicht auch attraktiveren Streckenführungen sowie alternativen Partnern und Sponsoren gibt es durchaus, nur muss es eben jemand in die Hand nehmen. Von selbst geht gar nichts, sagt Rieger.
Die Grobplanung für das Laufjahr 2025 steht derweil bereits, im Januar wird man mit dem Kyffhäuser-Berglauf in die Saison starten. Anfang März steht der Albert-Kuntz-Lauf auf dem Plan, gefolgt vom Possenlauf und der großen Harzquerung im April. Anfang Mai steht der Harztorlauf an, ob es dann wieder einen Südharzer-Marathon geben wird, ist noch nicht ausgemacht aber auch noch nicht ausgeschlossen.
Ebenfalls im Mai fällt der Startschuss im Ellricher Stadtwald, außerdem soll das Radlerfest samt Mountainbike-Rennen am Hexenbesen zu Beginn der Sommermonate zurückkehren. Wahrscheinlich im Juni geht es zum Vogelberglauf nach Bleicherode, der Scheunenhof-Triathlon und der Stolberger-Schlosslauf folgen im August. Wenn Regen und Nebel im Oktober wieder näher rücken, bleiben noch der Stadtparklauf in Sondershausen, sowie das zweite Harzer Hexenrennen, dass nach dem guten Einstand in diesem Jahr definitiv eine Fortsetzung bekommen soll. Den Abschluss bildet, wie es lange Tradition hat, der Silvesterlauf in Nordhausen.
Der war für dieses Jahr auch einer der Wackelkandidaten, die Baustellensituation machte den Organisatoren vom LV Altstadt zuletzt Sorgen, aber inzwischen steht fest: am 31.12. wird man wieder in Nordhausen Nord laufen, pünktlich um zehn Uhr fällt der Startschuss zum letzten Lauf des Jahres.
Angelo Glashagel
