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Zu harmlos

Samstag, 30. September 2006, 19:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Wacker Nordhausen hätte heute einen Sprung auf den zweiten Tabellenplatz machen können. Hätte, wenn da nicht der Gegner aus dem südthüringischen Steinach in der Rolandstadt gewesen wäre. Die nnz mit einem Spielbericht.


Zu harmlos (Foto: nnz) Zu harmlos (Foto: nnz) Wir fangen mal mit der Halbzeitpause an. Da wurde ein Mann geehrt, der seit Jahrzehnten zu den Heimspielen in den Albert-Kuntz-Sportpark kommt. Karl Vetter ist 90 Jahre alt, heute erhielt er als Anerkennung von Wacker-Präsident Detlef Zeitler ein Wacker-Basecap und den dazu passenden Schal. Doch Karl Vetter konnte sich nicht so richtig freuen, musste er doch nach 13 Minuten erleben, wie Wacker auf heimischem Platz das erste Mal in Rückstand in einem Punktspiel in dieser Saison geriet. Kurz und schmerzhaft für die Nordhäuser zog Thomas Roß ab und Finsterbusch hatte keine Chance.

Es waren dann noch einmal 13 Minuten gespielt, ehe der Wackeranhang aufatmen konnte. Stephan Hoffmann legte ein bärenstarkes Solo auf der rechten Seite hin, zog an der Grundlinie nach innen und passte genau auf Lars Pohl, der die Kugel zum 1:1 reinhaute. Das Unentschieden war zu diesem Zeitpunkt gerecht, denn die Steinacher blieben gefährlich, vor allem bei Standard-Situationen. Da machte vor allem die Abwehr kein allzu gutes Gesicht, Renè Taute mal ausgenommen. Kurz vor der Halbzeitpause wollten die Wackeren dann andeuten, was die Zuschauer von ihnen in Durchgang 2 zu erwarten hatten. Erst ein Kracher an das Aluminium, dann konnte der Steinacher Torhüter den Nachschuß von Lars Pohl mit dem Fuß zunichte machen.

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Wacker rennt an, doch der letzte Paß kommt beim Spieler-Kollegen nicht an oder der Ball nicht ins gegnerische Gehäuse. Einige vergebene Chancen: Pistorius (60.), Pohl (67.), Klaus (78.), Pistorius (85.), Klaus (92.). Der Schiedsrichter ließ insgesamt acht Minuten nachspielen. Es hätten wohl auch 10 oder 20 sein können – Steinach konnte nicht mehr, Wacker wollte nicht mehr.

Die Nordhäuser kämpften 90 und mehr Minuten, doch den Lohn des Kampfes, den konnten sie nicht einfahren. Schade, letztlich waren sie an diesem Samstag einfach zu harmlos.

Trainerstimmen:
Uwe Etzrodt (Wacker Nordhausen): Unsere Enttäuschung ist riesengroß. Heute war mehr möglich als nur ein Punkt. Vor allem aufgrund der Steigerung in der zweiten Halbzeit. Wir haben lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen, auch weil das erwartete Selbstvertrauen aus dem guten Rudolstadt-Spiel sich nicht einstellen wollte. In der 2. Halbzeit haben wir die Steinacher regelrecht in ihrer Hälfte eingeschnürt, aber leider ohne zählbares Ergebnis. Ohne einem meiner Jungs einen Vorwurf machen zu wollen, muss ich konstatieren, das wir nicht gewinnen können, wenn wir die Chancen nicht nutzen. Obwohl wir keinen schlechten Fußball gespielt haben, kassierten wir wieder ein dummes Gegentor.

Adolf Sperlich (SV Steinach) ist nicht zur Pressekonferenz gekommen und sein avisierter Vertreter auch nicht.
Autor: nnz

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