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Zehn Jahre

Freitag, 29. September 2006, 14:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit zehn Jahren gibt es in Nordhausen einen Verein, der wie kein anderer die Veränderungen in der Gesellschaft zu spüren bekam. Geburtstag wurde heute trotzdem gefeiert – oder vielleicht gerade deshalb.


Als Helga Rathnau vor zehn Jahren mit der Nordhäuser Tafel „loslegte“, da waren sie und ihre Mitarbeiter froh über jeden Gast. Heute, eine Dekade später, stehen die Menschen Schlange, um ein preiswertes Essen zu erhalten oder Lebensmittel mit nach Hause nehmen zu können. „Manchmal kann ich es kaum glauben, wie sehr sich alles verändert hat. Manchmal kann ich aber auch nicht glauben, dass ich in einem der reichsten Länder dieser Erde lebe!“

Helga Rathnau hat trotzdem nicht aufgegeben. Ihre „Kunden“ brauchen sie, vielleicht ist es auch andersherum so der Fall. Heute jedenfalls kamen die hilfebedürftigen Menschen zur Tafel. Sie hatten Geschenke mit, Blumen, sogar ein Präsentkorb war darunter zu finden. Die Köchin der Tafel ist noch vollzeitbeschäftigt, zwei Ein-Euro-Jobber helfen so gut es geht. Doch ohne die Unterstützung der 14 ehrenamtlich Tätigen wäre die Arbeit nicht zu schaffen.

Der Kirchenförderverein Hesserode kam heute ebenfalls zum Gratulieren. Eine Vertreterin hatte einen Scheck über 280 Euro mitgebracht. Geld, dass in der Tafel nicht nur willkommen ist, dass auch hier – bei den Ärmsten „gut angelegt“ ist.

Im vergangenen Jahr wurden 19.000 Mittagessen ausgegeben, im Landkreis Nordhausen werden von den Mitarbeitern der Nordhäuser Tafel 725 Kinder betreut. Und das in einem der reichsten Länder dieser Erde.
Autor: nnz

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