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Insolvenzantrag gestellt

Donnerstag, 28. September 2006, 21:07 Uhr
Nordhausen/Braunlage (nnz). Droht den Eishockey-Cracks in Braunlage das Aus? Jetzt wurde in Harz der Insolvenzantrag gestellt. Einzelheiten wie immer mit einem Klick auf MEHR.


Der BSC Harz stellte am Donnerstag Insolvenzantrag in eigener Sache. Die vom 2. Vorsitzenden Richard J. Flohr nach seiner Wahl im Mai durchgesetzte Bilanzierung förderte per 1. 7. eine Überschuldung des Vereins von über 100.000 Euro samt nachträglichen Berichtigungen zutage und birgt Risiken von mindestens weiteren 30.000 Euro. Diese Schulden beruhen zu über 65% auf Nachforderungen der Sozialversicherungsträger und des Finanzamts aufgrund fehlerhafter Abrechnungen für Spieler und Trainer in den Jahren 2000-2005.

„Die Kalkulation für die kommende Saison geht seriöserweise von einer ‚schwarzen Null’ im operativen Geschäft aus, so daß ein Ausgleich der fällig werdenden Verbindlichkeiten nicht mal zu einem Bruchteil gewährleistet sein würde“, erklärte Flohr. Diese absehbare Zahlungsunfähigkeit und offensichtliche Überschuldung gebietet zwingend die Insolvenzanmeldung, auch um weiteren Schaden von Gläubigern, z.B. Spieler, Lieferanten, und Wettbewerber zu vermeiden“, führte Flohr weiter aus.

Aufgrund des Braunlager Kommunalwahlkampfes war eine frühere Insolvenzanmeldung praktisch ausgeschlossen. Die von Alt-Vorständen in Aussicht gestellten Sanierungsmaßnahmen, insbesondere die Bereitstellung der hierfür notwendigen Liquidität blieben zudem über einen Monat aus, erreichten nicht die notwendige Höhe und kamen auch nicht in der zugesagten Form zustande, so daß der Verein zeitweise erneut zahlungsunfähig war.

Durch die Verlegung des ersten Saison-Pflichtspiels wird nun eine Woche Zeit gewonnen, um einen neuen Verein zu gründen, die Regionalliga-Spiellizenz auf diesen zu übertragen und alle weiteren Vorbereitungsmaßnahmen, wie Spieler-, Sponsorenverträge und Dauerkartenverkauf für den neuen Verein zu organisieren.

Sollte diese Mammutaufgabe gelingen, wäre dies „wohl die schnellste Rettungsaktion in der deutschen Eishockey-Geschichte“ und einer minutiösen Vorbereitung zu verdanken, sagte der in diesen Fragen erfahrene Insolvenzverwalter Jörg Dauernheim.
Autor: nnz

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