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Fast die halbe Erde

Mittwoch, 27. September 2006, 10:49 Uhr
Nordhausen (nnz). Etwa 265 Kilometer öffentliche Kanalisation verlaufen unter den Straßen der Stadt Nordhausen, die Anschlussleitungen von den Grundstücken zum Kanal sind dabei noch gar nicht mitgerechnet. Doch wie viel Kilometer es in Thüringen gibt, das hat jetzt die nnz erfahren.


Die Gesamtlänge der öffentlichen Abwasserkanäle in Thüringen betrug im Jahr 2004 fast 15 000 Kilometer. Das entspricht in etwa der Entfernung zwischen Erfurt und Sydney in Australien. Dabei bestanden die öffentlichen Abwasserkanäle nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik zu 71,9 Prozent aus Mischkanalisation mit gemeinsamen Abfluss von Schmutz- und Niederschlagswasser, zu 16,2 Prozent aus reinen Schmutzwasserkanälen und zu 11,9 Prozent aus reinen Regenwasserkanälen.

In den 555 öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen in Thüringen wurden im Jahr 2004 mehr als 153 Millionen Kubikmeter Abwasser behandelt. Das entspricht einer durchschnittlichen Menge von mehr als 420 000 Kubikmetern am Tag. Mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) bestand aus häuslichen und gewerblichen Schmutzwasser, 22,5 Prozent war Niederschlagswasser und rund ein Fünftel (20,8 Prozent) war in die Kanalisation eingedrungenes Fremdwasser.

Das in den Kläranlagen angefallene Abwasser wurde im Jahr 2004 zu fast 100 Prozent mit biologischen Behandlungsverfahren gereinigt. Dabei fielen fast 52 000 Tonnen Klärschlamm an. Fast die Hälfte der angefallenen Klärschlammmenge (46,1 Prozent) wurde kompostiert.

Rund 91,5 Prozent der Bevölkerung in Thüringen bzw. 2 155 000 Einwohner waren im Jahr 2004 an die öffentlichen Abwasserkanäle angeschlossen. Unter den Kreisfreien Städten Thüringens wies die Stadt Gera mit 98,8 Prozent den höchsten Anschlussgrad an die öffentlichen Abwasserkanäle auf. Am geringsten war er mit 92,2 Prozent in der Stadt Eisenach. Im Durchschnitt der Kreisfreien Städte waren im Jahre 2004 rund 96,8 Prozent der Bevölkerung an die öffentlichen Abwasserkanäle angeschlossen.

Dagegen betrug der Anschlussgrad an das öffentliche Kanalnetz in den Landkreisen durchschnittlich 89,4 Prozent. Am höchsten war er mit 96,5 Prozent im Weimarer Land, am niedrigsten mit 83,3 Prozent im Landkreis Sonneberg.
Mehr als 192 000 Thüringer bzw. 8,2 Prozent der Bevölkerung hatten im Jahre 2004 privaten Anschluss an Kleinkläranlagen und abflusslose Gruben. In den Kreisfreien Städten Thüringens waren es durchschnittlich 3,2 Prozent und in den Landkreisen 9,7 Prozent.
Autor: nnz

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