Ausstellung zur Integration
Montag, 25. September 2006, 18:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Das sind doch gar keine Deutschen mehr. Die sprechen ja nicht mal unsere Sprache 30 Prozent aller für die Shell-Jugendstudie befragten wollen nicht neben einer Aussiedlerfamilie aus Russland wohnen. Gegen solche Vorurteile hilft nur Aufklärung, ab heute in Nordhausen.
Ausstellung zur Integration (Foto: nnz)
Mit 30 Prozent sind aus Russland stammende Menschen mit Abstand die unbeliebtesten Nachbarn der deutschen Jugendlichen, die für die aktuelle Studie von Shell befragt wurden. Danach kommt mit 19 Prozent eine kinderreiche deutsche Familie. Was haben die jungen Leute gegen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion? Die aufgezwungene Freundschaft aus DDR-Zeiten kann es nicht sein, daran erinnern sie sich gar nicht mehr. Vielleicht sind es Vorurteile wie hohes Gewaltpotential und großer Alkoholkonsum.
Über die Geschichte der Spätaussiedler aus der Sowjetunion ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Von der Wolga wurden sie vertrieben nach Sibirien, dort von den Menschen gefürchtet als Teufel, weil die Propaganda Horrorbilder von den Deutschen gezeichnet hatte. Auch Deutschland wurde nach 1990 nicht das ersehnte Paradies, denn dort waren die Aussiedler plötzlich Russen. Doch nicht nur die Abweisung durch die Einheimischen war ein Problem. Durch die immer schlechtere Lage auf dem Arbeitsmarkt bekommen besonders Leute mit geringen Deutschkenntnissen keine Arbeit.
Besonders Schüler und Jugendliche sollen nun vom Schicksal der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion erfahren. Eine Ausstellung soll ihr Interesse wecken an den auch deutschen Mitbürgern. Lilia Rau, selbst Aussiedlerin, hat dafür gesorgt, dass die 25 Tafeln der Wanderausstellung Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland nach Nordhausen kommt. Heute wurde im Bürgersaal im neuen Rathaus Eröffnung gefeiert. Ein Frauenchor sang Volkslieder. Einheimische und Aussiedlerinnen machten gemeinsam Musik. Unter anderem Bürgermeister Matthias Jendricke und Sozialminister Klaus Zeh hielten Eröffnungsansprachen. Besonders dem Minister geht das Schicksal der Vertriebenen nahe. Er berichtet von seinen aus Schlesien stammenden Eltern, kennt aber auch einige Berichte von Wolgadeutschen. Deren Leid sei schlimmer noch als die Vertreibung aus Schlesien, denn von dort kam man wenigsten in Deutschland an, während die deutschstämmigen Menschen in Russland nach Sibirien verschleppt worden.
Von diesen Schicksalen, aber auch von positiven Begegnungen zwischen Deutschland und der ehemalige Sowjetunion künden die Tafeln, die nachdem sie im Bürgersaal gezeigt worden waren, an Schulen ausgeliehen werden sollen. Ab sofort sind sie zwei Wochen im neuen Rathaus zu sehen, danach bis zum 23. Oktober in den Schulen. Führungen und Filme werden geboten. Schulklassen sollten sich 90 Minuten Zeit nehmen.
Autor: wf
Ausstellung zur Integration (Foto: nnz)
Mit 30 Prozent sind aus Russland stammende Menschen mit Abstand die unbeliebtesten Nachbarn der deutschen Jugendlichen, die für die aktuelle Studie von Shell befragt wurden. Danach kommt mit 19 Prozent eine kinderreiche deutsche Familie. Was haben die jungen Leute gegen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion? Die aufgezwungene Freundschaft aus DDR-Zeiten kann es nicht sein, daran erinnern sie sich gar nicht mehr. Vielleicht sind es Vorurteile wie hohes Gewaltpotential und großer Alkoholkonsum.
Über die Geschichte der Spätaussiedler aus der Sowjetunion ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Von der Wolga wurden sie vertrieben nach Sibirien, dort von den Menschen gefürchtet als Teufel, weil die Propaganda Horrorbilder von den Deutschen gezeichnet hatte. Auch Deutschland wurde nach 1990 nicht das ersehnte Paradies, denn dort waren die Aussiedler plötzlich Russen. Doch nicht nur die Abweisung durch die Einheimischen war ein Problem. Durch die immer schlechtere Lage auf dem Arbeitsmarkt bekommen besonders Leute mit geringen Deutschkenntnissen keine Arbeit.
Besonders Schüler und Jugendliche sollen nun vom Schicksal der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion erfahren. Eine Ausstellung soll ihr Interesse wecken an den auch deutschen Mitbürgern. Lilia Rau, selbst Aussiedlerin, hat dafür gesorgt, dass die 25 Tafeln der Wanderausstellung Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland nach Nordhausen kommt. Heute wurde im Bürgersaal im neuen Rathaus Eröffnung gefeiert. Ein Frauenchor sang Volkslieder. Einheimische und Aussiedlerinnen machten gemeinsam Musik. Unter anderem Bürgermeister Matthias Jendricke und Sozialminister Klaus Zeh hielten Eröffnungsansprachen. Besonders dem Minister geht das Schicksal der Vertriebenen nahe. Er berichtet von seinen aus Schlesien stammenden Eltern, kennt aber auch einige Berichte von Wolgadeutschen. Deren Leid sei schlimmer noch als die Vertreibung aus Schlesien, denn von dort kam man wenigsten in Deutschland an, während die deutschstämmigen Menschen in Russland nach Sibirien verschleppt worden.
Von diesen Schicksalen, aber auch von positiven Begegnungen zwischen Deutschland und der ehemalige Sowjetunion künden die Tafeln, die nachdem sie im Bürgersaal gezeigt worden waren, an Schulen ausgeliehen werden sollen. Ab sofort sind sie zwei Wochen im neuen Rathaus zu sehen, danach bis zum 23. Oktober in den Schulen. Führungen und Filme werden geboten. Schulklassen sollten sich 90 Minuten Zeit nehmen.
