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Montag, 25. September 2006, 15:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Haben Sie das Gefühl gehabt, in diesem Monat nicht so viel bezahlt haben zu müssen wie im September des vorigen Jahres? Nein? Dann können wir Sie eines Besseren belehren.


Die Verbraucherpreise in Thüringen gingen nach Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik von Mitte August bis Mitte September 2006 um 0,4 Prozent auf einen Indexstand von 110,9 (Basisjahr 2000 = 100) zurück. Diese positive Entwicklung ist u.a. auf Preisreduzierungen bei Mineralölprodukten zurückzuführen. So waren Heizöl und Kraftstoffe im September 6,7 Prozent billiger als noch im August. Mit Minus 7,8 Prozent lag der Preisrückgang für Kraftstoffe deutlich höher als der für Heizöl (- 2,6 Prozent).

Wesentlich beeinflusst wurde das positive Ergebnis auch von den gesunkenen Preisen für saisonale Dienstleistungen. Ferienwohnungen waren im September um 26,3 Prozent, Pauschalreisen um 7,2 Prozent und Beherbergungsdienstleistungen um 10,6 Prozent preiswerter zu haben als im August. Da neben den Preisen für Beherbergungsdienstleistungen auch die für Verpflegungsdienstleistungen um 0,2 Prozent zurückgingen, verzeichnete dieser Bereich mit - 2,4 Prozent den deutlichsten Preisrückgang aller 12 Warenhauptgruppen. An zweiter Stelle folgte der Bereich 'Verkehr' (- 2,3 Prozent). Neben den niedrigeren Preisen für Kraftstoffe sanken auch die Preise für die Personenbeförderung im Luftverkehr (- 4,6 Prozent) sowie im See- und Binnenschiffsverkehr (- 3,3 Prozent).

Einer noch positiveren Gesamtentwicklung - Preisrückgang gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent - standen höhere Preise in den Bereichen 'Bekleidung und Schuhe' (+ 1,4 Prozent) sowie 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' (+ 0,5 Prozent) entgegen. Auch diese Preisänderungen haben zum großen Teil saisonale Gründe. Mit der Umstellung auf die Herbst- und Winterkollektion zogen u.a. die Preise für Damenjacken (+ 9,9 Prozent), Damenmäntel (+ 8,3 Prozent), Herrenmäntel (+ 7,9 Prozent) und Herrenfreizeitjacken (+ 6,5 Prozent) an.

Saisonabhängige Nahrungsmittel waren im September um 0,8 Prozent teuerer als im August. So stiegen die Preise für Obst und Gemüse um 1,8 Prozent. Bei Obst zogen insbesondere die Preise für Bananen (+ 9,5 Prozent), Kiwis (+ 8,4 Prozent) und Grapefruits (+ 8,0 Prozent) an. Weniger mussten die Käufer für Weintrauben (- 14,0 Prozent) bezahlen. Die Preise für Gemüse zeigten sich sehr differenziert. Wesentlich tiefer in die Tasche greifen mussten die Kunden u.a. beim Kauf von Zucchini (+ 52,6 Prozent), Gurken (+ 19,2 Prozent), Salat (+ 18,6 Prozent) und Tomaten (+ 8,8 Prozent). Preisnachlässe gab es dagegen u.a. bei Blumenkohl (- 13,4 Prozent), Speisekartoffeln (- 8,2 Prozent) und Speisemöhren (- 4,9 Prozent).

Bei Fleisch und Fleischwaren wurde im September ein Preisanstieg um 1,3 Prozent registriert. So stiegen die Preise u.a. für Schweinekotelett oder -schnitzel um 5,3 Prozent. Hackfleisch verteuerte sich um 3,6 Prozent. Für frisches Fischfilet mussten die Kunden 11,4 Prozent mehr bezahlen.

Die rückläufige Preisentwicklung von Mitte August bis Mitte September (- 0,4 Prozent) führte im Zusammenhang mit dem hohen Preisniveau im September 2005 - mit 2,8 Prozent die höchste Jahresteuerungsrate seit Januar 2002 - zu einem Rückgang der Jahresteuerungsrate im September 2006 auf 1,2 Prozent (Vormonat 2,0 Prozent).

Wesentlich niedriger als im September 2005 lagen die Preise in den Bereichen 'Nachrichtenübermittlung' (- 2,9 Prozent), 'Bekleidung und Schuhe' (- 0,8 Prozent) sowie 'Verkehr' (- 0,7 Prozent), darunter insbesondere für Kraft- und Schmierstoffe für Privatfahrzeuge (- 6,1 Prozent). In den Bereichen 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' (+ 3,3 Prozent) sowie 'Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe' (+ 2,5 Prozent) wurden die höchsten Jahresteuerungsraten unter allen 12 Warenhauptgruppen festgestellt. In diesen Bereichen zogen insbesondere die Preise für Gemüse (+ 17,1 Prozent) und Obst (+ 5,8 Prozent) sowie die Gebühren für die Müllabfuhr (+ 22,0 Prozent) und die Preise für Gas (+ 15,2 Prozent), Zentralheizung, Fernwärme (+ 9,9 Prozent) an.
Autor: nnz

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