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Thüringer Polizei warnt: Vorsicht vor Kettenspielen!

Montag, 30. Oktober 2000, 14:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Landkreis Nordhausen und anderen Thüringer Landkreisen kam es in den zurückliegenden Wochen und Monaten zum Aufleben der sogenannten Kettenspiele. Dabei sollen Spieler um mehrere 10.000 Mark betrogen worden sein.
Die Thüringer Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor dem Besuch derartiger Veranstaltungen, zu denen meist von Freunden und Bekannten eingeladen wird. Diese Veranstaltungen dienen häufig dem Zweck, für Ketten- oder Pyramidenspiele zu begeistern und einen Spieleinsatz von mehrere Tausend Mark zu entlocken. Der Spielaufbau erfolgt nach dem "Schneeballsystem". Kettenspiele solcher Art sind laut richterlicher Entscheidung strafbar. Zivilgerichtliche Entscheidungen belegen, daß die eingenommenen Spieleinsätze und Gewinne dennoch nicht zurückgefordert werden können. In allen Bundesländern wird gegen Veranstalter und Mitspieler von Kettenspielen seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt. Jeder, der an diesen Spielen teilnimmt, muß davon ausgehen, daß er damit kriminelle Handlungen fördert und sich somit der Gefahr aussetzt, selbst strafrechtlich belangt zu werden. In der Regel läuft eine Veranstaltung folgendermaßen ab:
Es geht darum, hinter verschlossenen Türen eine euphorische Stimmung zu erzeugen, um den Gast mitzureißen und für die Teilnahme an dem "Spiel" unkritisch zu machen. Der Gast muß meist eine Sicherheitsvereinbarung unterzeichnen, durch die im Falle der Weitergabe von Informationen aus der Veranstaltung mit rechtlichen Konsequenzen gedroht wird. Diese Sicherheitsvereinbarung hat keinen Bestand vor Gericht. Letztlich muß man mit versteckten oder offenen Drohungen rechnen, wenn man den Spieleinsatz nicht zahlen oder später aussteigen will.
Autor: nnz

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