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Primas sieht Chance

Mittwoch, 13. September 2006, 09:02 Uhr
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Am Montag hatten Sollstedter Gemeinderäte rund 1.000 Unterschriften für den Erhalt der dortigen Schwimmhalle an Landrat Joachim Claus (CDU) übergeben. Egon Primas fordert in diesem Zusammenhang einen ehrlichen Umgang miteinander, sieht im nnz-Gespräch aber auch Chancen für die Schwimmhalle.


Die Bürger von Sollstedt, vor allem die Gemeinderäte sollten sich bei der Forderung für den Erhalt der Schwimmhalle mit der Vergangenheit der Einrichtung auseinandersetzen. Anfang der 90er Jahre soll die Gemeinde Sollstedt nahezu versessen gewesen sein, die Schwimmhalle aus dem Volkseigentum heraus zu bekommen. Damals gab es nicht wenige warnende Stimmen die da meinten, eine kleine Kommune übernehme sich mit der Immobile. Wenige Jahre später dann musste der Landkreis die Halle übernehmen. Von Anfang an sei allen Beteiligten klar gewesen, dass der Betrieb der Schwimmhalle auf Kreis- und Kommunekosten nur ohne größere Investitionen machbar sei, erinnert Egon Primas. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag erinnert sich auch an den Beschluß des Kreistages, die Zuschüsse an die betreibende Service GmbH jährlich um 10.000 Euro zu kappen.

Jetzt mit Unterschriftenlisten und Leserbriefen gegen die Schließung Front zu machen, bezeichnete Primas als „skurril und nicht sachgerecht“. Wohl aber kann er auch dem Schulwimmen im Erlebnisbad in Teistungen keinerlei Sympathie abgewinnen. Das Schulschwimmen müsse in einem normalen Schwimmbad absolviert werden, und zwar im Landkreis Nordhausen. Da kommt Egon Primas in seinen Überlegungen die Tatsache gelegen, dass die Gemeinde Sollstedt ihren Zuschuss für die Einrichtung erhöhen will (nnz berichtete).

Und so will der Vorsitzende der stärksten Kreistagsfraktion auch Landrat Joachim Claus bestärken, die Verhandlungen und Gespräche mit den Sollstedtern dahingehend zu führen, dass es eine Weiterbetreibung der Schwimmhalle geben könne. In den kommenden zwei Wochen will Egon Primas zudem alle Bürgermeister jene Städte und Gemeinden des Landkreises einladen, die Schwimmbäder in ihrer Gemarkung betreiben. Für den Landtagsabgeordneten steht jedoch schon vor dem Abschicken der Einladung fest, dass in den kommenden Jahren nicht all diese Freibäder ihren Bestand haben werden. Neue Richtlinien, strengere Parameter machen Investitionen notwendig, die zur Schließung des einen oder anderen Bades führen werden, so Primas zur nnz. Die sind nicht zu bezahlen.

Die Kommunen, so seine Vision, die kein Schwimmbad betreiben, deren Bürger aber mal gern ins kühle Naß beim kommunalen Nachbar springen würden, die sollten sich auf die eine oder andere Weise an den Kosten der Unterhaltung beteiligen. In all diese Überlegungen, die Egon Primas heute der nnz bekannt gab, soll die Schwimmhalle in Sollstedt natürlich mit einbezogen werden.
Autor: nnz

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