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Markige Sprüche

Montag, 04. September 2006, 19:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war die nunmehr fünfte Demo für den Erhalt des Nordhäuser Theaters und des Loh-Orchesters in Sondershausen. Zum dritten Mal trafen sich Hunderte Menschen auf dem Theaterplatz. Ihre Botschaft war klar: Wir geben nicht auf!

Markige Sprüche (Foto: nnz) Markige Sprüche (Foto: nnz)

Es sei ein „teuflischer Plan des Herrn Goebel gewesen“, dem Nordhäuser Theater den Lebenssaft abdrehen zu wollen, ein „Plan wider dem Willen des Volkes“, rief Hans-Georg Backhaus den Menschen auf dem Theaterplatz zu. Man habe sich in Erfurt diesen "feinen" Plan ausgedacht: Vor der Sommerpause, vor den Ferien die Grausamkeiten zu verkünden und dann auf Zeit zu setzen. Doch die Thüringer Landesregierung habe die Rechnung ohne das Volk gemacht, dem man in Nordthüringen nur noch Tingel-Tangel-Shows vorsetzen wollte. Der Seelenraub, den die Herren Goebel und Althaus hier im Norden vollziehen wollten, der werde nicht aufgehen, so Christdemokrat Backhaus unter dem stürmischen Applaus der Massen.

Auch der Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) war heute nicht gut auf seine Parteifreunde in der Landeshauptstadt zu sprechen. Der Minister namens Goebel würde die kulturelle Vielfalt im Norden des Freistaates und im gesamten Thüringen wegen 0,1 Prozent des Landeshaushaltes opfern. „Sollen alle Kultur- und Kunstinteressierten denn ab 2009 nach Erfurt fahren müssen, um dort Theater zu genießen“, fragte Kreyer und forderte zugleich eine stärkere Unterstützung der Wirtschaft für den Erhalt der Theater- und Orchesterstandorte in Nordhausen und Sondershausen.



Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) berichtete den Menschen von den Beschlüssen des Stadtrates kündigte weitere Verhandlungen mit dem Kultusministerium an. Sie machte aber auch klar, dass man in Nordhausen die Systemgerechtigkeit notfalls einklagen werde.

Die Unterschriften zum Erhalt des Nordthüringer Standortes gehen auf die Zahl von 30.000 zu verkündete der Chef des Theaterfördervereins, Dr. Götz Erhardt und zitierte aus zwei von vielen Briefen, die der Verein und die das Theater in jüngster Zeit erhalten hatten.
Autor: nnz

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