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nnz-Forum: Das Schweigen der Planer

Freitag, 21. Dezember 2001, 10:07 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit der Situation der Wirtschaftsförderung im Landkreis Nordhausen hat sich kurz vor Jahresschluß die Bürgerinititative „Rettung der Goldenen Aue“ beschäftigt. Mehr dazu im nnz-Forum.


Still, ganz still ist es zur Weihnachtszeit, Nicht nur in den vorweihnachtlich geschmückten Stuben sondern auch bei denen, die sich den wirtschaftlichen Aufschwung auf ihre Fahnen geschrieben haben. Da beauftragt der Kreistag den Landrat, die Wirtschaftsförderung zur Chefsachse zu machen und mit denen eng zusammenzuarbeiten, die dieses ja schon lange betreiben, nämlich der Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Nordhausen. Da trifft sich der Verband der Wirtschaft Nordhausen um die drängenden Zukunftsfragen zu diskutieren, lädt die „Wirtschaftsförderer“ aus Landkreis und Stadt ein - und tagt dann ohne die Damen und Herren Wirtschaftsförderer - kein Interesse, vergessen, ignoriert? Oder wollte man die „Wahrheiten“ des geladenen Referatsleiters aus dem Wirtschaftsministerium Ludwig nicht hören, der nun erstmalig etwas ganz anderes sagte, als von den agilen hiesigen Politikern und Verwaltern immer lautstark propagiert wird.

Wenn so die „neue Wirtschaftsförderung“ beginnt, wenn man sich doch mehr Gedanken macht, um Personen und Örtlichkeiten und sich zu aller erst mit sich selbst beschäftigt, dann fällt auch dieses „Kind“ in den Brunnen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhausen soll maßgeblich an der des Landkreises mitarbeiten, so der Kreistag. Dieser hat sicherlich das Konzept der Nordhäuser Wirtschaftsförderer vorgelegt bekommen, wie und vor allem mit welchen Mittel diese die Trendwende in Nordthüringen einleiten will. Wir als Bürger müssen uns der Hoffnung hingeben, denn seitens der Nordhäuser Wirtschaftsförderung wurde der Öffentlichkeit dieses Konzept vorenthalten. Doch, um noch einmal auf die Aussagen des Herrn Ludwig zurückzukommen, der anmerkte, das er die A 38 nicht als das „Zugpferd“ ansieht, als das sie hingestellt wird und das er keinen großen deutschen oder europäischen Investor sieht, der das geplante Industriegebiet in der Goldenen Aue belegen werde, vermissen wir aber den großen Aufschrei des Planungsverbandes Industriegebiet.

Wenn dem so ist, daß das Thüringische Wirtschaftministerium, für das ja Herr Ludwig sprach, dieser Meinung ist, wird die Planung ad absurdum geführt. Ist auch beim Planungsverband die „weihnachtliche Stille“ oder die Einsicht eingekehrt, daß dieser Mann vielleicht Recht hat, daß es in keinster Weise ausreichend ist, ausschließlich eine Fläche zur Verfügung zu stellen, ohne etwas für die sogenannten „weichen Standortfaktoren“ sprich Image, Infrastruktur, gut ausgebildete Facharbeiter oder der Gleichen zu tun? Oder ist man wirklich der Meinung, wie ein Verbandsrat neulich sagte: Wir planen doch erst einmal nur! Das dieses „planen“ Tausende und aber Tausende Euro kostet, und dadurch Mittel der Gemeinden unnütz ausgegeben werden, die an derer Stelle dringendst gebraucht würden, siehe die Problematik des Uthlebener Freibades wird scheinbar ignoriert. Das mit einer zum Scheitern verurteilten Planung kostbare Zeit verstreicht, da der Planungsverband nicht bereit ist sein Ausschließlichkeitskriterium „Goldene Aue“ aufzugeben und über seinen „Tellerrand“ schaut ist in unseren Augen der eigentliche Skandal. Wenn eine CDU und hier besonders der hiesige Kreisverband sich ebenfalls dieser Meinung anschließt, dann stellt sich die Frage ob denn auch dort niemand diese Problematiken erkennt. Herr Ludwig stellte ebenfalls deutlich heraus, das die Verbindung Erfurt - Nordhausen eine wesentlich wichtigere Funktion für Nordthüringen darstellt. Deren Ausbau muß dringendst erfolgen, ansonsten verliert Nordthüringen den Anschluß. Unsere hiesigen CDU Landtagsabgeordneten hatte sich dies ja auf ihre Fahnen geschrieben. Was ist daraus geworden - auch hier „Stille“ und das nicht nur zur Weihnachtszeit!
Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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