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nnz-Forum: Feuerwehr in Verband

Donnerstag, 20. Dezember 2001, 17:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Die neue Struktur der Rettungswachen im Landkreis Nordhausen sorgt immer noch für Zündstoff. Jetzt meldet sich SPD-Stadtrat Andreas Wieninger zu Wort.


In den vergangenen Jahren betrug die Zeitspanne von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte im Kerngebiet der Stadt Nordhausen, wenn das Fahrzeug von Sundhausen kam etwa 10 Minuten und wenn es von der Rettungswache Südharzkrankenhaus kam 4 Minuten. Zeiten welche unter der gesetzlich geforderten Frist von 14 Minuten von Alarmierung bis zum Eintreffen der Rettungsdienste liegen. Bei einer Reihe von Einsätzen hat genau diese bisherige kürzere Hilfszeit dazu geführt, bei Notfällen schneller medizinische Hilfe leisten zu können und somit letztendlich Menschenleben zu retten.

Ab dem 01.01.2002 sollen Rettungsfahrzeuge, welche in Sundhausen und Niedersachswerfen stationiert werden, die Rettung im Stadtgebiet übernehmen. Rettungsfahrzeuge am Südharzkrankenhaus zu welchem und von welchem mit Abstand die meisten Transporte erfolgen soll es dann nicht mehr geben. Dies wurde durch den zuständigen Rettungsdienstbeirat beschlossen! Eine schlüssige Begründung warum die rund 20 000 Menschen im Kerngebiet der Stadt Nordhausen in Zukunft eine Verschlechterung hinnehmen sollen, die fehlt allerdings.

Der Argumentation, das weiterhin ein Notarzt- Einsatzfahrzeug am Krankenhaus stationiert bleibe, kann man nur schwer folgen, denn dies hat die Aufgabe den Notarzt zum Einsatzort zu bringen und ist für den Krankentransport nicht geeignet. Es ist allgemein bekannt, daß eine sofortige medizinische Hilfe nur dann von Erfolg gekrönt sein kann, wenn eine umgehende Einlieferung in ein Krankenhaus zur weiteren Behandlung erfolgt. Auch die Auffassung, daß sich die Versorgung im allgemeinen nicht gravierend verschlechtern werde, kann in, zugegebener Maßen Einzel- und Extremfällen, den Hinterbliebenen nur ein schwacher Trost sein, wenn es vorher kürzere Hilfszeiten gab.

Aus welchen Erwägungen heraus die Rettungsdienste und Krankenkassen der neuen Aufteilung des Rettungsdienstes zugestimmt haben, dürfte leicht nachvollziehbar sein. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß auch nur ein einziger Notarzt einer Maßname zustimmt, welche eine Verschlechterung für seine Patienten mit sich bringt. Deshalb sollten die gefassten Beschlüsse umgehend überdacht und geändert werden, um keine Verschlechterung für die Bürgerinnen und Bürger der Kernstadt zuzulassen. Anderenfalls sollte die Stadt schnellstens darüber nachdenken wie dafür Sorge getragen werden kann die bisherigen Hilfszeiten weiterhin gewähren zu können. Ein möglicher Weg kann darin bestehen, daß schnellstens im Stadtrat ein Beschluss zum Beitritt der Nordhäuser Berufsfeuerwehr zum Rettungsdienstzweckverband erfolgt und diese im Anschluss die Rettungstransporte im Stadtgebiet gewährleistet.
Andreas Wieninger

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Autor: nnz

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