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Kennen Sie den Euro-Wechselkurs?

Mittwoch, 19. Dezember 2001, 15:41 Uhr
Nordhausen (nnz/ck). Der Euro kommt, die Starterkits gingen auch in Nordhausen weg wie „warme Semmeln“. Trotzdem hegen nicht alle Bundesbürger Sympathie für die neue Währung. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. nnz stellt sie vor.


Nur 36 Prozent der Deutschen stehen der Umstellung auf den Euro positiv gegenüber. Dabei ist der Anteil in Ost-Deutschland mit nur 29 Prozent noch deutlich geringer als in den alten Bundesländern, wo immerhin 38 Prozent die Euro-Einführung begrüßen. Jugendliche und junge Erwachsene stehen dem Euro tendenziell aufgeschlossener gegenüber: Fast die Hälfte der unter 29jährigen bewertet die Euro-Einführung positiv. Dies sind europäischen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens NFO Infratest (München).

Kurz vor der Einführung der neuen Währung kennt nur jeder achte Deutsche den exakten Euro-Kurs von 1,95583 DM. Knapp ein Drittel nennt einen Wechselkurs zwischen 1,95 DM und 1,96 DM. Weitere 15 Prozent nennen immerhin das Verhältnis 1:2. Sobald den Konsumenten nach der Umstellung auf den Euro keine DM-Preise als Vergleichsmaßstab mehr zur Verfügung stehen, dürfte es nach Einschätzung der Marktforscher und Berater vielen Deutschen schwer fallen, Preisvergleiche zu ziehen. Der Handel könnte sich dabei entstehende Preisspielräume zu Nutze machen.

Die Euro-Einführung sorgt bei den Konsumenten für eine gewisse Unsicherheit: Rund 42 Prozent der Befragten geben an, dass sie nach der Euro-Einführung stärker als bisher Preise vergleichen werden. In Ost-Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 46 Prozent. Diese erhöhte Bereitschaft zu Preisvergleichen bedeutet aber nicht notwendigerweise, dass sich die Preissensibilität der Konsumenten langfristig erhöht. Sie ist vielmehr Ausdruck des Versuchs, durch intensives Vergleichen von Euro-Preisen möglichst schnell neue "Referenzpreise" auf Euro-Niveau zu finden und Angebote hinsichtlich ihrer Preiswürdigkeit schnell bewerten zu können.

Für 70 Prozent der Deutschen hat die Währungsumstellung keinen Einfluss auf größere Anschaffungen, wie beispielsweise ein Auto oder Möbel. Lediglich 12 Prozent möchten größere Käufe erst nach Einführung des Euros tätigen 8 Prozent nehmen diese noch vor der Währungsumstellung vor. Die Bedeutung des Euro im Alltagsleben nimmt trotz großer Skepsis kurz vor seiner Einführung zu: 73 Prozent der Deutschen achten bereits ganz bewusst auf Rechnungsbeträge in Euro. 62 Prozent prüfen ihre Kontoauszüge und weitere 46 Prozent ihre Gehaltsabrechnungen in Euro. Allerdings wickelt bisher nur jeder Zehnte seine gesamten Bankgeschäfte in Euro ab.
Autor: nnz

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