nnz-online

Dienstältester Chefarzt geht

Dienstag, 08. August 2006, 15:19 Uhr
Dienstältester Chefarzt geht (Foto: nnz) Dienstältester Chefarzt geht (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). 42 Dienstjahre sind genug. Über das Rentenalter hinaus war Dr. Götz Ehrhardt für das Südharzkrankenhaus aktiv. Nun verabschiedet er sich und übergibt den Chefarztposten. Aus- und Rückblick lesen Sie in Ihrer nnz.

Dr. Götz Ehrhardt war der dienstälteste Chefarzt im Südharzkrankenhaus. Seit 1982 ist er dabei und baute die pathologische Abteilung auf, wie es sich gehört in dunklen Kellerräumen des Bettenhauses eins. Heute übergab er den Posten an einen jüngeren Kollegen. Dr. Friedrich Holzwarth übernimmt ab sofort das Institut für Pathologie, mittlerweile in modernen Räumen ohne Formalin- und Leichengeruch, mit viel Licht und großen Fenstern.

„Pathologie ist mehr als Leichen aufschneiden“, sagte Ehrhardt. Er habe sich immer als Dienstleister für die Patienten begriffen. Deshalb wollte er stets auf dem neusten Wissensstand sein und moderne Techniken mit in seine Arbeit einfließen lassen. Dabei war Pathologe eigentlich gar nicht der Traumjob, gibt der Mediziner zu. Anästhesist habe er 1963 nach dem Studium in Jena werden wollen. Das sei ein aufstrebendes Fach gewesen, da habe man gute Aufstiegschancen gehabt. Doch es gab keine Stellen in der Klinik in Jena, seine Pflichtassistenz musste er bei den Pathologen verbringen. „Da bleibe ich, bis anderswo ein Platz frei wird.“ Hatte er sich gedacht, doch er ist geblieben . die Pathologie hatte Götz Ehrhardt so sehr in ihren Bann gezogen, dass er sein Arbeitsverhältnis schon zweimal über das 65. Lebensjahr hinaus hat verlängern lassen. Auch jetzt möchte er dem Haus weiterhin treu bleiben. „Und meiner Frau die Chance geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen.“


Götz Ehrhardt ist den meisten Nordhäusern ein Begriff, denn neben seiner Arbeit hat er immer noch Zeit für andere Dinge gefunden. Daran erinnerte Dr. Uwe Klein in seiner Abschiedspräsentation. Der Lions-Klub und der Theaterförderverein sind weitere Betätigungsfelder des nun Pensionierten. Seit seinem Studium in Jena ist er Mitglied der CDU und hat für sie im Nordhäuser Stadtrat gesessen. Darüber hinaus war er im Aufsichtsrat der EVN aktiv. Zur Entspannung zieht es Ehrhardt zur Musik, zum Wandern in die Berge oder zum Golfspielen nach Neustadt. Langweilen wird er sich also auch jetzt nicht.

Nachfolger Dr. Friedrich Holzwarth ist im Südharzkrankenhaus kein Unbekannter. Er kam 1989 nach Nordhausen, nachdem er 1986 seine Facharztausbildung beendet hatte. Beeindruckt haben ihn die vielen Neuerungen ab 1990. Bis zu seinem Dienstantritt in Nordhausen hatte er sich mit Onkologie beschäftigt. „Ich habe die Patienten vom Krankheitsausbruch bis zum Sarg untersucht. Auch wenn es makaber klingt, da kann man irre viel lernen.“ Jetzt möchte er sich besonders für eine zeitgemäße und sinnvolle Routine bei der Pathologie einsetzen und sich für die Nachwuchsausbildung stark machen.

Dr. Friedrich Holzwarth ist nicht der einzige neue Chefarzt, der heute begrüßt werden konnte. Diplom-Mediziner Arno Hapich übernimmt den Posten in der Klinik für Thoraxchirurgie. Der ärztliche Direktor Chefarzt Dr. Uwe Klein sagte, das wird ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie wäre durch die zwei aktuell tätigen Chefärzte zu sehr in Richtung Gefäßchirurgie orientiert.

Mit Arno Hapich entsteht nun ein Gleichgewicht, denn im Herbst wird einer aus der aktuellen Besetzung das Südharzkrankenhaus verlassen und in den Ruhestand gehen. Zwei Chefärzte, einer aus jedem Bereich, kümmern sich dann stationär und ambulant um die Probleme der Patienten.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de