Wer redet mit wem?
Dienstag, 08. August 2006, 11:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Es gibt keine Ruhe um das Nordhäuser Südharz-Krankenhaus. Obwohl innerlich stabil und derzeit gesund – es sind viele Begehrlichkeiten entstanden. Manche davon sind hausgemacht, jedoch nicht im Krankenhaus. Und es wird mit einander geredet. Nur nicht offiziell und vielen wissen nicht mit wem.
In einem sind sich die Gesellschafter der Südharz-Krankenhaus gGmbH einig. Es herrscht Funkstille. Was nicht verhindern kann, dass diese Stille durchbrochen wird. Da laufen Gespräche, mal bei internen Runden, mal zu normal anberaumten Gesprächsterminen, mal bei wirtschaftlichen Events. Ein solcher Termin soll der 31. Juli 2006 gewesen sein. Nach nnz-Informationen sollen sich im Zimmer von Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille die Herren Primas, Markgraf und Kruse getroffen haben. Egon Primas, Fraktionsführer der CDU im Nordhäuser Kreistag und Prof. Heinrich Markgraf, der Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH sind der politischen Szene in Nordhausen nicht unbekannt. Wohl eher schon Rudolf Kruse. Mit dem Geschäftsführer des Eichsfeld-Klinikums sprach die nnz bereits im Juli. Damals gab der umtriebige Mann an, dass es keinerlei Kontakte zum Krankenhaus in Nordhausen in diesem gegeben habe.
Hätte ihn die nnz eine Woche später danach befragt, dann hätte seine Antwort anders ausfallen müssen. Klar, in Nordhausen wurde über die Zukunft der beiden medizinischen Einrichtungen gesprochen. Für Primas und Markgraf war wohl eher die Zukunft des Nordhäuser Krankenhauses der Hintergrund. Mehr noch, es könnte die Zukunft des Landkreises Nordhausen gewesen sein.
Doch wie die nnz erfuhr, soll es bei dieser Zusammenkunft am letzten Julitag nur um eine mögliche Zusammenarbeit gegangen sein. Oder lag da das Wort Fusion schon in der Luft? Geschäftsführer Pille zeigt sich zugeknöpft: Kein Kommentar! Und doch, die Luft in Nordthüringen ist schwanger. Eine Fusion, ein Nordthüringer Klinikum – das wäre es! Man klaut sich keine Patienten mehr, man habe die viel beschworenen Synergieeffekte auf seiner Seite. Auf welcher denn eigentlich? Doch eine Fusion beider Kliniken ist nicht so einfach, vor allem nicht aus Eichsfelder Sicht. Zwei Drittel hält die Kirche, die wiederum nur nach Kirchenrecht handeln darf, das in dieser Hinsicht äußerst kompliziert und konsequent ist. In der Nordhäuser Politszene ist man sich einig: Wir wollen nicht als Bittsteller auftreten. Bleibt allerdings die Frage: Welchem Landkreis steht das finanzielle Wasser bis zum Halse und droht die Atemwege zu blockieren?
Die Luft ist schwanger auch mit anderen Gerüchten. So könnte das Eichsfeld-Klinikum Anteile des Südharz-Krankenhauses erwerben und endlich wäre Geld in den Kassen von Stadt- und Kreisverwaltung. Und es wäre keine richtige Privatisierung, die ja offiziell auch Egon Primas gegenüber der nnz vehement ablehnte: Das ist mit mir nicht zu machen!. Aber nicht nur Primas, Pille oder Kruse redeten in den zurückliegenden Tagen und Wochen über das Krankenhaus. Die Immobilie ist ein Punkt der Einschätzung der finanziellen Situation des Landkreises durch das Landesverwaltungsamt. In Weimar wird es als stattliche Vermögensposition angesehen.
Und es kommt die oberste Freistaatinstanz ins Spiel, Ministerpräsident Dieter Althaus. Da wird schon mal gern kolportiert, dass sich Landrat Joachim Claus (CDU) mit dem Eichsfelder getroffen und zum Krankenhaus unterhalten haben soll. Claus dementiert das gegenüber der nnz und verweist auf einen Termin, den er sich geben lassen will. Der Hauptgesellschafter des Südharz-Krankenhauses will wissen, was hinter den Kulissen gespielt wird. Er will vor allem wissen, wer da welche Fäden in der Hand hält.
Für sehr merkwürdig (er vermeidet das Wort bedenklich) hält er die Tatsache, das sich Egon Primas mit einem Geschäftsführer eines anderen Krankenhauses über Fusionspläne oder Kooperationen unterhält, dem hiesigen Geschäftsführer aber eine Information vor Gesprächstermin an den Landrat untersagt wird. Gegenüber der nnz bestätigt Joachim Claus hingegen ein Gespräch mit Rudolf Kruse über eine mögliche Zusammenarbeit. Ein erstes Abtasten.
Alles in allem scheint sich hier wieder ein Alleingang von Egon Primas anzudeuten, der sich vor allem innerparteilich in der CDU nicht allzu gut anlassen wird. Einen Landrat da außen vor zu lassen, das scheint – gelinde ausgedrückt - nach Uneinigkeit zu riechen. Es ist jedoch nicht der erste Krankenhaus-Alleingang von Egon Primas, wie der Landrat der nnz bestätigte und im Archiv nachzulesen ist.
Die anderen Fraktionen im Kreistag, die sind komplett außen vor, Dagmar Becker sieht eine Fusion oder Kooperation strategisch für sinnvoll an. Sie sieht auch den Druck vom Landesverwaltungsamt. Becker weiß aber auch, dass eine Fusion keinen müden Cent in die klamme Kreiskasse bringen wird.
Autor: nnzIn einem sind sich die Gesellschafter der Südharz-Krankenhaus gGmbH einig. Es herrscht Funkstille. Was nicht verhindern kann, dass diese Stille durchbrochen wird. Da laufen Gespräche, mal bei internen Runden, mal zu normal anberaumten Gesprächsterminen, mal bei wirtschaftlichen Events. Ein solcher Termin soll der 31. Juli 2006 gewesen sein. Nach nnz-Informationen sollen sich im Zimmer von Krankenhaus-Geschäftsführer Antonius Pille die Herren Primas, Markgraf und Kruse getroffen haben. Egon Primas, Fraktionsführer der CDU im Nordhäuser Kreistag und Prof. Heinrich Markgraf, der Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH sind der politischen Szene in Nordhausen nicht unbekannt. Wohl eher schon Rudolf Kruse. Mit dem Geschäftsführer des Eichsfeld-Klinikums sprach die nnz bereits im Juli. Damals gab der umtriebige Mann an, dass es keinerlei Kontakte zum Krankenhaus in Nordhausen in diesem gegeben habe.
Hätte ihn die nnz eine Woche später danach befragt, dann hätte seine Antwort anders ausfallen müssen. Klar, in Nordhausen wurde über die Zukunft der beiden medizinischen Einrichtungen gesprochen. Für Primas und Markgraf war wohl eher die Zukunft des Nordhäuser Krankenhauses der Hintergrund. Mehr noch, es könnte die Zukunft des Landkreises Nordhausen gewesen sein.
Doch wie die nnz erfuhr, soll es bei dieser Zusammenkunft am letzten Julitag nur um eine mögliche Zusammenarbeit gegangen sein. Oder lag da das Wort Fusion schon in der Luft? Geschäftsführer Pille zeigt sich zugeknöpft: Kein Kommentar! Und doch, die Luft in Nordthüringen ist schwanger. Eine Fusion, ein Nordthüringer Klinikum – das wäre es! Man klaut sich keine Patienten mehr, man habe die viel beschworenen Synergieeffekte auf seiner Seite. Auf welcher denn eigentlich? Doch eine Fusion beider Kliniken ist nicht so einfach, vor allem nicht aus Eichsfelder Sicht. Zwei Drittel hält die Kirche, die wiederum nur nach Kirchenrecht handeln darf, das in dieser Hinsicht äußerst kompliziert und konsequent ist. In der Nordhäuser Politszene ist man sich einig: Wir wollen nicht als Bittsteller auftreten. Bleibt allerdings die Frage: Welchem Landkreis steht das finanzielle Wasser bis zum Halse und droht die Atemwege zu blockieren?
Die Luft ist schwanger auch mit anderen Gerüchten. So könnte das Eichsfeld-Klinikum Anteile des Südharz-Krankenhauses erwerben und endlich wäre Geld in den Kassen von Stadt- und Kreisverwaltung. Und es wäre keine richtige Privatisierung, die ja offiziell auch Egon Primas gegenüber der nnz vehement ablehnte: Das ist mit mir nicht zu machen!. Aber nicht nur Primas, Pille oder Kruse redeten in den zurückliegenden Tagen und Wochen über das Krankenhaus. Die Immobilie ist ein Punkt der Einschätzung der finanziellen Situation des Landkreises durch das Landesverwaltungsamt. In Weimar wird es als stattliche Vermögensposition angesehen.
Und es kommt die oberste Freistaatinstanz ins Spiel, Ministerpräsident Dieter Althaus. Da wird schon mal gern kolportiert, dass sich Landrat Joachim Claus (CDU) mit dem Eichsfelder getroffen und zum Krankenhaus unterhalten haben soll. Claus dementiert das gegenüber der nnz und verweist auf einen Termin, den er sich geben lassen will. Der Hauptgesellschafter des Südharz-Krankenhauses will wissen, was hinter den Kulissen gespielt wird. Er will vor allem wissen, wer da welche Fäden in der Hand hält.
Für sehr merkwürdig (er vermeidet das Wort bedenklich) hält er die Tatsache, das sich Egon Primas mit einem Geschäftsführer eines anderen Krankenhauses über Fusionspläne oder Kooperationen unterhält, dem hiesigen Geschäftsführer aber eine Information vor Gesprächstermin an den Landrat untersagt wird. Gegenüber der nnz bestätigt Joachim Claus hingegen ein Gespräch mit Rudolf Kruse über eine mögliche Zusammenarbeit. Ein erstes Abtasten.
Alles in allem scheint sich hier wieder ein Alleingang von Egon Primas anzudeuten, der sich vor allem innerparteilich in der CDU nicht allzu gut anlassen wird. Einen Landrat da außen vor zu lassen, das scheint – gelinde ausgedrückt - nach Uneinigkeit zu riechen. Es ist jedoch nicht der erste Krankenhaus-Alleingang von Egon Primas, wie der Landrat der nnz bestätigte und im Archiv nachzulesen ist.
Die anderen Fraktionen im Kreistag, die sind komplett außen vor, Dagmar Becker sieht eine Fusion oder Kooperation strategisch für sinnvoll an. Sie sieht auch den Druck vom Landesverwaltungsamt. Becker weiß aber auch, dass eine Fusion keinen müden Cent in die klamme Kreiskasse bringen wird.
