nnz-online

Theater statt Parkplatz

Montag, 07. August 2006, 21:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Über 10.000 Unterschriften wurden bisher für den Erhalt des Theaters gesammelt. Heute fand wieder eine Sympathiekundgebung statt. Auch die Rolandgruppe setzt sich ein. Von der Demo berichtet Ihre nnz.

Theater statt Parkplatz (Foto: nnz) Theater statt Parkplatz (Foto: nnz)

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke verkündete stolz, dass die Aktivisten schon jetzt über 10.000 Unterschriften gesammelt haben. Etwa 150 Berichte und Leserbriefe seien über das Theater veröffentlicht worden, über 50 allein in der nnz. die Solidaritätsbekundungen kommen nicht nur aus der Rolandstadt selbst und aus den angrenzenden Landkreisen. Aus ganz Deutschland kommen Unterschriften.

Die Rolandgruppe fühlt sich besonders verbunden mit dem Theater und trat deshalb zur heutigen Kundgebung auf. Die Darsteller ohne Kostüme zu sehen war ungewohnt. Es sei so ernst, dass eine Parodie fehl am Platz sei. Ebenso ungewohnt war die Besetzung der Nordhäuser Originale. Peter Schwarz und Marion Propst sprachen zu den zahlreichen Besuchern. Die ehemalige Hexe war begeisterte Besucherin des Theaters und spielte bereits in jungen Jahren als Statistin mit. Inzwischen habe sie jedoch weniger Zeit regelmäßig Produktionen anzuschauen. „Aber da will ich mich bessern.“ Versprach sie.

Rolanddarsteller Peter Schwarz lobte die aktuelle Leitung. „Wir haben derzeit das Beste, was an Intendant und Orchesterleistung anzubieten ist.“ Vom Kultusminister Jens Goebel hält er hingegen weniger. „Wenn der so gut wäre, dann wäre er bestimmt in Hessen geblieben.“ Das dazu passende Transparent „Goebel in die Produktion“ erheiterte besonders Professor Zwanziger sehr. „Das hatten wir schon mal, aber das wird nichts. In den Betrieben brauchen wir gute Leute.“ Damit gab es endlich was zu lachen, und die Rolandgruppe ohne Kostüme wurde ihrer Rolle gerecht.

Ebenfalls verbunden mit dem Theater fühlt sich die Rockband „EMMA“. Sie spielten bereits im Musical „Stars“ mit und wollen deshalb ein Benefizkonzert gestalten.

Morgen ist dann der Tag der Wahrheit, das Gespräch der Träger Stadt und Landkreis Nordhausen und Sondershausen mit dem Kultusminister findet statt. Barbara Rinke wies noch mal drauf hin, dass Nordhausen das erste Theater war, was gleich nach der Wende fusionierte mit dem Lohorchester Sondershausen. Immer habe man Einsparungen vorgenommen. Weitere Einsparungen biete man dem Ministerium an. Rinke sagte, dass an einer engeren Kooperation mit Rudolstadt Interesse bestünde. Auch wolle man andere Theater mit eigenen Produktionen bespielen. Darüber hinaus müssten sich Städte und Landkreise überlegen, ihre Zuschüsse zu erhöhen. Das Theater zu erhalten sei eben wichtiger als noch einen Parkplatz zu betonieren.
Autor: wf

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de