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An einem Punkt scheiterte Großauftrag

Samstag, 05. August 2006, 08:07 Uhr
Nordhausen (nnz). Dem DaimlerChrysler-Werk Stuttgart-Untertürkheim ist ein Zusatzgeschäft der US-Sparte Chrysler durch die Lappen gegangen. Der Großauftrag hätte ab 2009 rund 550 zusätzliche Jobs geschaffen, doch Werkleitung und Betriebsrat konnten sich nicht einigen. Dazu berichtet nnz.


Eine Unternehmenssprecherin bestätigte einen Zeitungsbericht, wonach sich Werkleitung und Betriebsrat nicht darauf verständigen konnten, dass der Samstag zur Regelarbeitszeit wird. Wochenlang hatten demzufolge die Betriebsparteien im Werk über die Rahmenbedingungen für solche Zusatzgeschäfte verhandelt. Trotz Zugeständnisse beider Seiten scheiterte eine Einigung letztlich an dem einzigen Punkt.

Nach Angaben des Unternehmens sei die Rechtsverbindlichkeit der Samstagsarbeit jedoch eine unabdingbare Bedingung gewesen, um die Belieferung des Kunden sicherzustellen. Der Betriebsrat widersprach dieser Darstellung und bezeichnete die eigenen Zugeständnisse als ausreichend, um die Liefersicherheit zu gewährleisten. Samstagsarbeit ist im Tarifgebiet Nordwürttemberg-Nordbaden von der Zustimmung des Betriebsrats abhängig.

Der Betriebsratschef Helmut Lense sprach von einem "irrationalen Verhalten" des Unternehmens und befürchtet nun einen weiteren Personalabbau. In Untertürkheim waren im Zuge des Abbaus von 8.500 Jobs bei der Mercedes Car Group bereits rund 1.100 Stellen gestrichen worden. In Untertürkheim werden von knapp 20.000 Mitarbeitern vor allem Motoren, Getriebe und Achsen für Mercedes-Benz-Pkw produziert. Rund ein Fünftel des Produktionsprogramms besteht jedoch bereits aus Aufträgen von anderen Konzernsparten oder externen Kunden.
Autor: nnz

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