Drunter und drüber
Mittwoch, 02. August 2006, 14:16 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war vor fast zwei Jahren, da berichtete die nnz über die Insolvenz einer Nordhäuser Firma: EAB Elektroanlagenbau Schmidt. Die Mitarbeiter der Firma mussten lange vor Antragstellung auf Geld verzichten, jetzt wird es Ihnen wieder abgeknöpft.
Martina und Wolfgang Schmidt waren nicht nur für die EAB verantwortlich, sondern auch für eine Firma namens SAB Schaltanlagenbau Schmidt und für die esa technology. Letztere befindet sich übrigens seit dem 20. Juli 2006 in der vorläufigen Insolvenz.
Die EAB-Insolvenz (die Firma ist keine GmbH, sondern ein Einzelperson-Unternehmen) trifft die Mitarbeiter, bringt aber auch andere Unternehmen aus der Region in Existenznöte. Gesamt sind wohl etwa 100 Arbeitsplätze betroffen. Dabei geht es um Forderungen an Schmidts Firmen, die sich bei einer Firma aus Nordhausen und Bleicherode schon mal um die 280.000 Euro belaufen sollen. Die gehen nun gegen Schmidt vor, weil es zu Vermögensverschiebungen im Zuge der Insolvenz und einer Bevorteilung anderer Lieferanten gekommen sei, wie aus gut informierten Kreisen verlautet. Unstimmigkeiten beim Vermögen von EAB gibt auch Insolvenzverwalter Carsten Bloß zu. Es ist wohl Masse entzogen worden. Jedoch sei nicht alles rechtlich nachzuweisen gewesen.
Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen sei nach nnz-Informationen in der Zwischenzeit eingeschaltet und die Thüringer Aufbaubank, das Erfurter Wirtschaftsministerium und die Thüringer Beteiligungsgesellschaft, die der in 2004 insolventen EAB Schmidt im Jahr 2003 noch mehrere Hunderttausend Euro zuschoss, sollen wie immer bestürzt sein. Ende 2003 hatte Schmidt seinen Mitarbeitern schon Gehälter geschuldet.
Und es kommt noch besser, nun fordert Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Carsten Bloß aus Erfurt vehement und gerichtlich von Arbeitnehmern offenbar mitunter mehrere Monatsgehälter zurück, die diese für Ihre Arbeiten, trotz bestehender hoher Außenstände an Gehalt, noch gezahlt bekamen, offenbar aus Geldern des Landes Thüringen finanziert.
Carsten Bloß sagte der nnz, dass er zu der Rückforderung rechtlich verpflichtet sei. Zweifelsohne kann ich das Unverständnis der Betroffenen und der Öffentlichkeit nachvollziehen, gerade in Zeiten, in denen Mitarbeiter oft die Hauptleittragenden einer Insolvenz sind, erklärt der Insolvenzverwalter Carsten Bloß. Leider darf ich die Arbeitnehmer als Gläubiger nicht anders behandeln, als jeden anderen Gläubiger, der in der Krise des Unternehmens noch Zahlungen erhalten hat, auch diese Zahlungen werden selbstverständlich angefochten.
2004 hatte der Unternehmer Wolfgang Schmidt immer wieder beteuert, selbst Opfer von nichtzahlungswilligen Kunden, wie der katholischen Kirche zu sein, bei deren Bau des St. Nepomuk Krankenhauses in Erfurt er natürlich völlig zu unrecht um einen hohen Geldbetrag geprellt worden sein soll. Damals wurden selbst Wirtschaftsminister Reinholz und Ministerpräsident Dieter Althaus eingeschaltet. Nach zwei Jahren ist jetzt die Wahrheit eine etwas andere, der Insolvenzverwalter widerlegte Schmidts Darstellung grundsätzlich. Zwischenzeitlich wehren sich ehemalige Mitarbeiter massiv, haben sogar am 12. Juli Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gestellt und fragen detailliert nach, wo die Gelder und das Vermögen von Schmidt`s Firmen wohl gelandet sind?
Und: Ein weiterer Skandal scheint sich anzukündigen. Denn die Mitarbeiter reden jetzt auch über unhaltbare Zustände und Erpressungen in den Schmidt`schen Firmen. Da seien offenbar Verträge vordatiert worden und Aufträge an andere Firmen geschleust worden, so die Vermutung. Dafür sollen aber stichhaltige Beweise an die Staatsanwaltschaft gegangen sein. Pikante Details werden offenbar, so soll Schmidts BMW – Motorrad KR 1200, die jahrelang im Bestand seiner Firma gelaufen ist und demnach über die Firma lief, mit anderen Fahrzeugen und Gerätschaften einfach verschwunden sein. Dann soll sie im Bestand der Firma SAB aufgetaucht sein.
Auch von merkwürdigen Inventuren wurde in der Anzeige berichtet. Im Zusammenhang damit stehen Neubewertungen des Anlagevermögens. Ein komplett ausgestatteter Büroarbeitsplatz soll zum Beispiel 20 Euro gekostet haben.
Autor: nnzMartina und Wolfgang Schmidt waren nicht nur für die EAB verantwortlich, sondern auch für eine Firma namens SAB Schaltanlagenbau Schmidt und für die esa technology. Letztere befindet sich übrigens seit dem 20. Juli 2006 in der vorläufigen Insolvenz.
Die EAB-Insolvenz (die Firma ist keine GmbH, sondern ein Einzelperson-Unternehmen) trifft die Mitarbeiter, bringt aber auch andere Unternehmen aus der Region in Existenznöte. Gesamt sind wohl etwa 100 Arbeitsplätze betroffen. Dabei geht es um Forderungen an Schmidts Firmen, die sich bei einer Firma aus Nordhausen und Bleicherode schon mal um die 280.000 Euro belaufen sollen. Die gehen nun gegen Schmidt vor, weil es zu Vermögensverschiebungen im Zuge der Insolvenz und einer Bevorteilung anderer Lieferanten gekommen sei, wie aus gut informierten Kreisen verlautet. Unstimmigkeiten beim Vermögen von EAB gibt auch Insolvenzverwalter Carsten Bloß zu. Es ist wohl Masse entzogen worden. Jedoch sei nicht alles rechtlich nachzuweisen gewesen.
Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen sei nach nnz-Informationen in der Zwischenzeit eingeschaltet und die Thüringer Aufbaubank, das Erfurter Wirtschaftsministerium und die Thüringer Beteiligungsgesellschaft, die der in 2004 insolventen EAB Schmidt im Jahr 2003 noch mehrere Hunderttausend Euro zuschoss, sollen wie immer bestürzt sein. Ende 2003 hatte Schmidt seinen Mitarbeitern schon Gehälter geschuldet.
Und es kommt noch besser, nun fordert Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Carsten Bloß aus Erfurt vehement und gerichtlich von Arbeitnehmern offenbar mitunter mehrere Monatsgehälter zurück, die diese für Ihre Arbeiten, trotz bestehender hoher Außenstände an Gehalt, noch gezahlt bekamen, offenbar aus Geldern des Landes Thüringen finanziert.
Carsten Bloß sagte der nnz, dass er zu der Rückforderung rechtlich verpflichtet sei. Zweifelsohne kann ich das Unverständnis der Betroffenen und der Öffentlichkeit nachvollziehen, gerade in Zeiten, in denen Mitarbeiter oft die Hauptleittragenden einer Insolvenz sind, erklärt der Insolvenzverwalter Carsten Bloß. Leider darf ich die Arbeitnehmer als Gläubiger nicht anders behandeln, als jeden anderen Gläubiger, der in der Krise des Unternehmens noch Zahlungen erhalten hat, auch diese Zahlungen werden selbstverständlich angefochten.
2004 hatte der Unternehmer Wolfgang Schmidt immer wieder beteuert, selbst Opfer von nichtzahlungswilligen Kunden, wie der katholischen Kirche zu sein, bei deren Bau des St. Nepomuk Krankenhauses in Erfurt er natürlich völlig zu unrecht um einen hohen Geldbetrag geprellt worden sein soll. Damals wurden selbst Wirtschaftsminister Reinholz und Ministerpräsident Dieter Althaus eingeschaltet. Nach zwei Jahren ist jetzt die Wahrheit eine etwas andere, der Insolvenzverwalter widerlegte Schmidts Darstellung grundsätzlich. Zwischenzeitlich wehren sich ehemalige Mitarbeiter massiv, haben sogar am 12. Juli Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen gestellt und fragen detailliert nach, wo die Gelder und das Vermögen von Schmidt`s Firmen wohl gelandet sind?
Und: Ein weiterer Skandal scheint sich anzukündigen. Denn die Mitarbeiter reden jetzt auch über unhaltbare Zustände und Erpressungen in den Schmidt`schen Firmen. Da seien offenbar Verträge vordatiert worden und Aufträge an andere Firmen geschleust worden, so die Vermutung. Dafür sollen aber stichhaltige Beweise an die Staatsanwaltschaft gegangen sein. Pikante Details werden offenbar, so soll Schmidts BMW – Motorrad KR 1200, die jahrelang im Bestand seiner Firma gelaufen ist und demnach über die Firma lief, mit anderen Fahrzeugen und Gerätschaften einfach verschwunden sein. Dann soll sie im Bestand der Firma SAB aufgetaucht sein.
Auch von merkwürdigen Inventuren wurde in der Anzeige berichtet. Im Zusammenhang damit stehen Neubewertungen des Anlagevermögens. Ein komplett ausgestatteter Büroarbeitsplatz soll zum Beispiel 20 Euro gekostet haben.
