Post aus Wolfsburg
Dienstag, 01. August 2006, 14:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz-Redaktion erhielt heute Post aus Wolfsburg. Absender war der Betriebsrat des dortigen Eaton-Werkes. Das haben die Chefs dichtgemacht. Erleidet der Nordhäuser Standort nun ein gleiches Schicksal? Wir haben nachgefragt.
Der Standort Wolfsburg sei in keiner Weise mit dem in Nordhausen zu vergleichen. Eaton in Nordhausen wäre der einzige Ventilproduzent, sozusagen vor den Haustüren der Automobilhersteller, ließ Günter Lungershausen über seine Personalchefin verlauten. Für ein persönliches Statement hatte der Boss in der Bleicheröder Straße keine Zeit. Und seine Personalchefin, die soufflierte weiter, dass auch keinerlei Hinweise auf ein ähnliches Vorgehen wie in Wolfburg hindeuteten. Hier in Nordhausen hätten auch weiterhin die 215 Mitarbeiter gut zu tun.
Hatten die 211 Frauen und Männer des US-Autozulieferers in Wolfsburg auch. Noch näher dran am Herz des VW-Konzerns hätte man fast nicht sein können. Trotzdem wurde, glaubt man der dortigen Presse unisono, die Produktion von Klimaleitungen ab Herbst nach Chobutov nach Tschechien verlagert. Während man den Arbeitern in Wolfsburg runde 18 Euro Stundenlohn zahlen musste, könne man den Tschechen für weniger als drei Euro nach getaner Arbeit nach Hause schicken.
Alles in allem eine durchaus profitable Standortverlagerung, denn für einen Sechstel produziert es sich einfach bequemer – zumindest für die Bosse jenseits des Großen Teiches. Denen ist es schlicht und ergreifend egal, ob das Schicksal Stillegung in Norddeutschland, Mitteldeutschland oder Italien zuschlägt. Der Fall des Waggonbauers Bombardier mit dem Werk in Ammendorf hat das klassisch gezeigt. Auch bei AEG in Nürnberg war es nicht anders.
Das große Kapital hat keine nationale Heimat, keine sozialen Gefühle. Es hetzt um die Welt. Wenn in Tschechien die Löhne in den kommenden Jahren weiter steigen sollten, dann gibt es mit Bulgarien oder Rumänien, mit Weißrussland oder der Ukraine viele neue Standorte zu erschließen.
Autor: nnzDer Standort Wolfsburg sei in keiner Weise mit dem in Nordhausen zu vergleichen. Eaton in Nordhausen wäre der einzige Ventilproduzent, sozusagen vor den Haustüren der Automobilhersteller, ließ Günter Lungershausen über seine Personalchefin verlauten. Für ein persönliches Statement hatte der Boss in der Bleicheröder Straße keine Zeit. Und seine Personalchefin, die soufflierte weiter, dass auch keinerlei Hinweise auf ein ähnliches Vorgehen wie in Wolfburg hindeuteten. Hier in Nordhausen hätten auch weiterhin die 215 Mitarbeiter gut zu tun.
Hatten die 211 Frauen und Männer des US-Autozulieferers in Wolfsburg auch. Noch näher dran am Herz des VW-Konzerns hätte man fast nicht sein können. Trotzdem wurde, glaubt man der dortigen Presse unisono, die Produktion von Klimaleitungen ab Herbst nach Chobutov nach Tschechien verlagert. Während man den Arbeitern in Wolfsburg runde 18 Euro Stundenlohn zahlen musste, könne man den Tschechen für weniger als drei Euro nach getaner Arbeit nach Hause schicken.
Alles in allem eine durchaus profitable Standortverlagerung, denn für einen Sechstel produziert es sich einfach bequemer – zumindest für die Bosse jenseits des Großen Teiches. Denen ist es schlicht und ergreifend egal, ob das Schicksal Stillegung in Norddeutschland, Mitteldeutschland oder Italien zuschlägt. Der Fall des Waggonbauers Bombardier mit dem Werk in Ammendorf hat das klassisch gezeigt. Auch bei AEG in Nürnberg war es nicht anders.
Das große Kapital hat keine nationale Heimat, keine sozialen Gefühle. Es hetzt um die Welt. Wenn in Tschechien die Löhne in den kommenden Jahren weiter steigen sollten, dann gibt es mit Bulgarien oder Rumänien, mit Weißrussland oder der Ukraine viele neue Standorte zu erschließen.
