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Hilfe aus Lüdenscheid

Dienstag, 01. August 2006, 12:54 Uhr
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Seit Jahren gibt es in Sollstedt den ganz anderen Bahnhof. Dieses Projekt kümmert sich um suchtkranke Menschen. Dessen Machen erhalten jetzt Unterstützung.


Die Gefährdetenhilfe des Amalie-Sieveking-Hauses hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Projekt im fernen Thüringen zu fördern und das nicht etwa mit simplen Spendenaufrufen, sondern sie waren gleich mit einem ganzen Anhänger voller Sachspenden gen Sollstedt aufgebrochen. Die Hilfsgüter die von Lebensmitteln bis Porzellan reichten wurden mit großer Freude von der Bahnhofsleitung Renate und Dankmar Fischer in Empfang genommen.

Familie Fischer hatte vor knapp einem Jahr die Leitung über den „ganz anderen Bahnhof" übernommen, deren Arbeit sich in drei Bereiche gliedert. Im „ganz anderen Bahnhof" werden Suchtkranke aus der Region in therapeutischer Beratung/ im ambulante betreuten Wohnen und in der Begegnungsstätte in Form einer alkoholfreien Gasstätte betreut und beraten.

Der Heimleiter des Amalie-Sieveking-Hauses, Hans-Peter Osterkamp, hatte sich mit zwei Mitarbeitern und fünf Bewohnern im Gepäck aufgemacht, um seinem langjährigen Freund nun auch einmal ganz praktisch zur Seite stehen zu können. Da es an vielen Dingen im Bahnhof fehlt. hatten sich die Lüdenscheider aufgemacht, um zunächst kleinere Bedürfnisse abzudecken.

Doch damit sollte es nicht genug sein, beschloss Hans-Peter Osterkamp und ließ sich vor seiner Heimfahrt eine Liste aufstellen von Dingen, die unbedingt gebraucht würden. Bettina Winninger, die sich nicht nur mit großem Eifer seit Jahren auf dem Bahnhof einbringt, sondern zugleich auch als die gute Seele des Bahnhofs zu bezeichnen ist, ließ sich nicht lange bitten und wusste um viele Dinge die mehr als dringend gebraucht wurden.

Nachdem einige Wochen ins Land gegangen waren, fuhr Hans-Peter Osterkamp zunächst mit eigenem PKW vor dem Bahnhof vor und hatte schon eine ansehnliche Menge der Wünsche im Gepäck. Für Bettina Winninger war es wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal, was auch ihrem freudestrahlendem Gesicht abzulesen war. Doch damit nicht genug, soll morgen Kleintransporter auf dem Bahnhof eintreffen, der sämtliche noch fehlenden Wünsche im Gepäck haben soll. Angesteckt von der Freude Bettina Winninger über eine derartige Hilfsbereitschaft, ist der ganze Bahnhof gespannt auf den Stichtag. Selbst der Heimleiter Hans-Peter Osterkamp fühlte sich außer Stande zu sagen woher alle die Spenden kamen. Aber so war und ist die Freude um so größer auf dem ganz anderen Bahnhof.

Von außen besehen mag es den Anschein haben, dass nichts mehr los sei auf dem Bahnhof. Doch auch wenn viele Arbeitsprojekte nicht mehr stattfinden da die Töpfe und Kassen leer sind, geht die Arbeit voran. Viele Menschen gehen auf dem Bahnhof aus und ein, nehmen die angebotene Hilfe mehr als gern wahr. So ist der „ganz andere Bahnhof" kein Abstellgleis, sonder nach wie vor eine Anlaufstelle ja ein Bahnhof für die Lebensgleise vieler Menschen.
Autor: nnz

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