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nnz-Interview: Stadt auf Expansionskurs?

Dienstag, 01. August 2006, 12:38 Uhr
Nordhausen (nnz). In der gestrigen Sitzung des Nordhäuser Finanzausschusses gab der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) bekannt, dass die Stadt Nordhausen intensive Gespräche zu weiteren Eingemeindungen führt. Die nnz hatte dazu noch einige Fragen an Jendricke.


nnz: Wie groß soll denn Nordhausen in der Zukunft sein?

Jendricke: Von der Fläche her wird sich die Stadt ja schon im nächsten Jahr durch die neuen Ortsteile Rodishain und Stempeda bis an die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt ausdehnen. Einwohnermäßig könnte ich mir gut vorstellen, dass die Stadt aufgrund von Eingemeindungen wieder über 50.000 Einwohner kommt. Aber die entscheidenden Weichen werden wohl erst um das Jahr 2009 oder 2010 fallen.

nnz: Will die Stadt jetzt auch die ganze VG „Goldene Aue“ übernehmen?

Jendricke: Ganz klar nein! Wir haben allen Gemeinden in der Goldenen Aue die Gesprächsmöglichkeit angeboten, aber eine realistische Abwägung der Argumente für oder gegen Nordhausen kam nur bei den Gemeinden Urbach und Görsbach zustande. Da die Stadt Nordhausen klar auf freiwillige Fusionen setzt, werden wir jetzt auch nur noch mit diesen beiden Gemeinden im Bereich der Goldenen Aue weitere Absprachen treffen.

nnz: Wie sieht das Modell für Urbach und Görsbach aus?

Jendricke: Wir haben vorgeschlagen, dass die Stadt Nordhausen für 2007 und 2008 für die Gemeinden den Status der „Erfüllenden Gemeinde“ übernimmt, und die Eingemeindung dann ab 2009 erfolgt. Somit sind die Gemeinden noch bis 2009 selbständig und können einige geplante Investitionsvorhaben realisieren. Natürlich würde die Stadt, wie auch im Fall Rodishain und Stempeda, als künftiger Rechtsnachfolger alle Verträge und Mitarbeiter übernehmen.

nnz: Was machen dann die anderen Gemeinden in der Goldenen Aue?

Jendricke: Alle anderen Gemeinden wollen offenbar nach Heringen. Da Heringen das Stadtrecht besitzt, ist die Eingemeindung von Uthleben, Auleben, Windehausen und Hamma dorthin auch kein Problem.

nnz: Herr Jendricke, wir danken für das Gespräch.
Autor: nnz

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