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10 Jahre soziale Arbeit in Sollstedt

Dienstag, 18. Dezember 2001, 09:07 Uhr
Sollstedt (nnz). Das Soziale Zentrum in Sollstedt konnte Anfang Dezember auf seinen 10. Geburtstag zurückblicken. Dazu eine Betrachtung des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Lothar Werkmeister.


Als nach der Wende die staatlich gestützte und gesteuerte Volkssolidarität in Sollstedt als Verein weg brach, bestand akuter Handlungsbedarf, um zuerst natürlich die Betreuung der älteren aber auch von sozial schwachen Bürgern in Sollstedt sicherzustellen. Dies erkannte der Bürgermeister und wurde entsprechend tätig. Nach einigen Vorbereitungsveranstaltungen, insbesondere im Kreise der Mitglieder der BIS, fanden sich am 2. Dezember 1991 im damaligen Gemeinschaftshaus der Gemeinde insgesamt 24 Sollstedter Bürger zu einer Gründungsversammlung zusammen. Das war die Geburtsstunde unseres Fördervereins “Soziales Zentrum”, der bis zur Eintragung in das Vereinsregister den Nachsatz “i.G.” führte. Ein neunköpfiger Vorstand wurde vorgeschlagen und die Kandidaten wurden anschließend als Vorstand gewählt. Das waren Harry Metz, Wolf-Dieter Leidel, Dr. Meyer, Otto Barth und Helma Mertens. Beisitzer waren Brigitte Barth, Pfarrer Gottfried Höfert, Heinrich Märcz und Thomas Kunze.

Mit der Bereitstellung des während der DDR-Zeit als Kinderkrippe genutzten gemeindeeigenen Grundstücks in der Halle-Kasseler-Str. 81 und nach dem mit rund 400.000 Mark an Fördermitteln Quellen finanziertem Umbau, war die räumliche Basis geschaffen. Ältere, vor allem alleinstehende und andere bedürftige Sollstedter Bürger besuchten nun diese neue Begegnungsstätte einzeln oder fanden sich zu Interessengruppen in unserem Haus zusammen. Jeder neue Schritt der Erweiterung unserer sozialen Zuständigkeit stellte eine Herausforderung für Vorstand und beteiligte Leiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen dar. In guter Zusammenarbeit wurden jeweils die mit der Erweiterung verbundenen Probleme gemeistert. Nach einer mehrjährigen Phase der Beschäftigung von Arbeitskräften im Sozialen Zentrum fast ausschließlich auf Basis von ABM sowie weiteren Fördermaßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes gibt es jetzt in allen Einrichtungen des Vereins fest angestellte Beschäftigte, die lediglich ergänzend durch ABM bzw. SAM Maßnahmen unterstützt werden. Für die Zuweisung von in unser soziales Aufgabenprofil passenden Arbeitskräften geht unser Dank auch an alle Vermittler im Arbeitsamt Nordhausen, die für uns seit 10 Jahren tätig waren und noch sind.
Mit dem Wegfall der Zuschüsse durch das Arbeitsamt sind die Lohnkosten zum dominierenden Kostenfaktor geworden und der Betrieb der Einrichtungen unterliegt strengen wirtschaftlichen Kriterien und ökonomischen Zwängen. Im Laufe der Zeit mußten in allen Einrichtungen, auch durch Übergang zu Teilzeitarbeit, Sparpotentiale erschlossen werden, was von den Beschäftigten dankenswerter Weise verständnisvoll verkraftet wurde.

Insbesondere der Betrieb des Sozialen Zentrums setzt in der jetzigen Zeit noch mehr ehrenamtliche Initiativen voraus. So sind ab diesem Jahr durchschnittlich 5 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Rahmen der Aktion Ehrenamt 50 plus, die für einen Einsatz von mindestens 25 Stunden pro Monat vom Landratsamt eine geringe Aufwandsentschädigung erhalten, aktiv tätig. Außerdem waren all die Jahre zur Führung der Kindertagesstätte als Pflichtaufgabe der Gemeinde und ebenso zur Führung von Sozialem Zentrum und Jugendclub als freiwillige Aufgaben beachtliche Zuschüsse aus dem Gemeindehaushalt an den Förderverein erforderlich. Entsprechend der Bedeutung des Vereins für das gemeindliche soziale Leben wurden die erforderlichen Mittel Jahr für Jahr von den Gemeinderäten sichergestellt.

Abschließend darf ich im Namen des Vorstands allen Vorstandsmitgliedern sowie allen Beschäftigten in unseren Einrichtungen für die gewissenhafte Erfüllung unserer sozialen Aufgaben in den 10 Jahren und allen Mitgliedern für ihre Vereinstreue sowie ihr bisheriges Engagement bei der Gestaltung unseres Vereinslebens herzlich Dank sagen. Gemeinsam blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft und freuen wir uns auf eine weiterhin erfolgreiche und interessante Vereinsarbeit.
Lothar Werkmeister, Sollstedt
Autor: nnz

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