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Mittwoch, 26. Juli 2006, 11:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Für die Kommunen sind sie begehrte Einnahmequelle. Für Bürger und Unternehmen mitunter lästige Abgaben – die Gewerbesteuern. Auch in Thüringen gibt es da von Gemeinde zu Gemeinde erhebliche Unterschiede.


Welche der 12 365 deutschen Städte und Gemeinden bietet Unternehmen die günstigsten Gewerbesteuer-Hebesätze? Welche deutsche Kommune verlangt Hauseigentümern die höchsten Grundsteuer-Hebesätze ab? Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, lassen sich diese und weitere Fragen anhand der jetzt für das Jahr 2005 vorliegenden bundesweiten Übersicht über kommunale Hebesätze der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen), der Grundsteuer B (für andere Grundstücke) und der Gewerbesteuer beantworten.

Bundesweit liegen die Hebesätze bei allen drei Steuerarten weitaus überwiegend im Intervall von 200 bis unter 400 Prozent, nämlich bei jeweils deutlich über 90 Prozent aller Städte und Gemeinden.

Beim Vergleich der 998 Thüringer Städte und Gemeinden reichte die Spanne der örtlichen Hebesätze der Gewerbesteuer im Jahr 2005 von 200 Prozent bis 420 Prozent. Der niedrigste Gewerbesteuerhebesatz von 200 Prozent war in Kraftsdorf (Landkreis Greiz) und 13 weiteren, ländlichen Gemeinden festzustellen, der höchste bei der kreisfreien Stadt Gera mit 420. Die Stadt Jena kam mit 415 Prozent fast auf das gleiche Niveau.

Im Vergleich der Gewerbesteuerhebesätze mit dem Nachbarland Hessen würde sich Gera damit etwa mit der Stadt Gießen messen (ebenfalls 420 Prozent), während Städte wie Wiesbaden, Kassel und Offenbach jeweils 440 Prozent aufweisen und Frankfurt am Main mit 490 die Spitze hält. Erfurt läge mit einem Gewerbesteuersatz von 400 Prozent gleichauf mit Marburg.

Im Vergleich der Bundesländer werden aber auch deutliche Unterschiede bei der Streuung der Gewerbesteuerhebesätze sichtbar. In Nordrhein-Westfalen haben beispielsweise 90 Prozent der Städte und Gemeinden einen Hebesatz von 400 Prozent und mehr (in Thüringen 2 Prozent der Städte und Gemeinden). In Rheinland-Pfalz wiederum weisen 92 Prozent der Städte und Gemeinden einen Gewerbesteuerhebesatz zwischen 330 und 370 Prozent auf, während sich dieser Anteil in Thüringen auf gut 12 Prozent beläuft. Die meisten Gemeinden in Thüringen, nämlich fast 60 Prozent, haben einen Hebesatz der Gewerbesteuer von 300 Prozent.
Autor: nnz

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