Weichenstellung für Nahverkehr überfällig - Forderungen an Politik und Bahn AG
Sonntag, 29. Oktober 2000, 16:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Verbandsrat des Zweckverbandes Nahverkehr Nordthüringen (NVN), Andreas Wieninger, hat sich erneut für eine Erhöhung der Attraktivität der Schienenverbindungen ausgesprochen. Dafür sollten nach Ansicht Wieningers erste Prioritäten seitens der Bahn und der Politik gesetzt werden. Das entsprechende Schreiben des Verbandsrates an Kommunalpolitiker Nordthüringens liegt der nnz vor und wird an dieser Stelle ungekürzt veröffentlicht:
"Für den öffentlichen Personennahverkehr ist der Schienenpersonennahverkehr unverzichtbarer Bestandteil eines Gesamtkonzeptes. Eine den Erfordernissen der Zeit entsprechende Verkehrspolitik setzt dabei gleichermaßen auf alle Verkehrsmittel. Ist ein Verkehrsmittel nicht mehr in der Lage seine Aufgaben entsprechend den Notwendigkeiten in diesem Gesamtkonzept zu erfüllen so wird das Gesamtsystem gefährdet und in Frage gestellt.
Nun sind in den zurückliegenden Jahren erstens weder die politischen Entscheidungen so gefallen, das eine ausreichende Gleichstellung des Verkehrsmittels Eisenbahn mit anderen Verkehrsmitteln erfolgt ist, noch scheint zweitens das Untenehmen Deutsche Bahn AG in der Lage oder gewillt zusein für das Unternehmen wie auch für seine Kunden zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln.
Daher sind an die Politischen Entscheidungsträger wie in bezug auf den Nordthüringer Verkehrsverbund an die Deutsche Bahn AG deren DB Regio der in Deutschland größte Anbieter von Schienennahverkehrsleistungen ist eine Reihe von Forderungen zu stellen von denen ich hier nur einige nennen möchte.
Die Bahn muss mit Ausnahme der Baukostenzuschüsse alle Infrastrukturkosten selber tragen. Während zum Vergleich ein Güterzug für 2 500 DM Trassenentgelt einmal von Hamburg nach Frankfurt/M fährt, schafft es ein deutscher LKW für 2 500 DM Eurovignette von der Streckenlänge her 120 000 Kilometer weit.
Währen die Deutsche Bahn AG jährlich 400 Mio.DM für Mineralölsteuer aufwenden muss, sind Mitbewerber Binnenschiff und Flugzeug durch Mineralölsteuerbefreiung bevorzugt. Die vorgesehene Verwendung von 2 bis 2,5 Mrd.DM jährlich aus den UMTS Zinserlösen für die Instandhaltung der bestehenden Schieneninfrastruktur ist ein Schritt in die richtige Richtung. Zur Verbesserung dieser Infrastruktur wird es allerdings nicht kommen wenn, wie schon vorgeschlagen diese Gelder für Neubaustrecken verwendet werden. Richtig ist auch die vorgesehene Umwandlung der Kilometerpauschale in eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale.
Die vorgesehenen Streichungen des Angebotes Inter Regio beim Fernverkehr und die Reduzierungen der Zugbegleiter/Kundenbetreuer beim Nahverkehr stärken nicht das Vertrauen in die Leistungsbereitschaft und den Leistungswillen des Unternehmens Deutsche Bahn AG.
Im Nahverkehr hat es den Anschein, man wolle sich mit den Personalreduzierungen endgültig vom Konzept eines verbesserten Service verabschieden. Dabei mag es durchaus gerechtfertigt sein, zu bestimmten Zeiten in bestimmten Zügen ohne Zugbegleiter/Kundenbetreuer zu fahren. Andererseits sollte man darüber nachdenken ob denn nicht etwa z. B. mit dem Verkauf von Kaffee, Brötchen, Zeitungen u.s.w. in den Zügen ein besserer Service und damit verbesserte Umsätze erreicht werden können.
Übrigens ist dieser Vorschlag nicht neu. Auch die zuständigen Betriebsräte bei DB Regio Thüringen haben dem zuständigen Arbeitgeber vorgeschlagen Überlegungen in diese Richtung anzustellen und können dabei wohl nur unterstützt werden. Nachgedacht werden sollte auch über eine Durchbindung der Regionalexpress Linie von Northeim-Nordhausen-Erfurt weiter über Arnstadt bis Saalfeld.
Unbefriedigend sind die Fahrzeiten für die 80 Kilometer lange Strecke von Nordhausen bis Erfurt, welche für die Regionalbahnen bis 1 Stunde 40 Minuten und selbst beim Regionalexpress noch bei 1 Stunde 15 Minuten liegen. Hier müssen die vorgesehenen finanziellen Mittel dringend eingesetzt werden um für den Regionalexpress Fahrzeiten von unter einer Stunde zu erreichen um die Akzeptanz zu steigern. Würde man die Strecke neigezugtauglich ausbauen könnten entsprechend noch kürzere Fahrzeiten erreicht werden. Dies käme besonders den täglichen Pendlern zugute."
Autor: nnz"Für den öffentlichen Personennahverkehr ist der Schienenpersonennahverkehr unverzichtbarer Bestandteil eines Gesamtkonzeptes. Eine den Erfordernissen der Zeit entsprechende Verkehrspolitik setzt dabei gleichermaßen auf alle Verkehrsmittel. Ist ein Verkehrsmittel nicht mehr in der Lage seine Aufgaben entsprechend den Notwendigkeiten in diesem Gesamtkonzept zu erfüllen so wird das Gesamtsystem gefährdet und in Frage gestellt.
Nun sind in den zurückliegenden Jahren erstens weder die politischen Entscheidungen so gefallen, das eine ausreichende Gleichstellung des Verkehrsmittels Eisenbahn mit anderen Verkehrsmitteln erfolgt ist, noch scheint zweitens das Untenehmen Deutsche Bahn AG in der Lage oder gewillt zusein für das Unternehmen wie auch für seine Kunden zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln.
Daher sind an die Politischen Entscheidungsträger wie in bezug auf den Nordthüringer Verkehrsverbund an die Deutsche Bahn AG deren DB Regio der in Deutschland größte Anbieter von Schienennahverkehrsleistungen ist eine Reihe von Forderungen zu stellen von denen ich hier nur einige nennen möchte.
Die Bahn muss mit Ausnahme der Baukostenzuschüsse alle Infrastrukturkosten selber tragen. Während zum Vergleich ein Güterzug für 2 500 DM Trassenentgelt einmal von Hamburg nach Frankfurt/M fährt, schafft es ein deutscher LKW für 2 500 DM Eurovignette von der Streckenlänge her 120 000 Kilometer weit.
Währen die Deutsche Bahn AG jährlich 400 Mio.DM für Mineralölsteuer aufwenden muss, sind Mitbewerber Binnenschiff und Flugzeug durch Mineralölsteuerbefreiung bevorzugt. Die vorgesehene Verwendung von 2 bis 2,5 Mrd.DM jährlich aus den UMTS Zinserlösen für die Instandhaltung der bestehenden Schieneninfrastruktur ist ein Schritt in die richtige Richtung. Zur Verbesserung dieser Infrastruktur wird es allerdings nicht kommen wenn, wie schon vorgeschlagen diese Gelder für Neubaustrecken verwendet werden. Richtig ist auch die vorgesehene Umwandlung der Kilometerpauschale in eine verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale.
Die vorgesehenen Streichungen des Angebotes Inter Regio beim Fernverkehr und die Reduzierungen der Zugbegleiter/Kundenbetreuer beim Nahverkehr stärken nicht das Vertrauen in die Leistungsbereitschaft und den Leistungswillen des Unternehmens Deutsche Bahn AG.
Im Nahverkehr hat es den Anschein, man wolle sich mit den Personalreduzierungen endgültig vom Konzept eines verbesserten Service verabschieden. Dabei mag es durchaus gerechtfertigt sein, zu bestimmten Zeiten in bestimmten Zügen ohne Zugbegleiter/Kundenbetreuer zu fahren. Andererseits sollte man darüber nachdenken ob denn nicht etwa z. B. mit dem Verkauf von Kaffee, Brötchen, Zeitungen u.s.w. in den Zügen ein besserer Service und damit verbesserte Umsätze erreicht werden können.
Übrigens ist dieser Vorschlag nicht neu. Auch die zuständigen Betriebsräte bei DB Regio Thüringen haben dem zuständigen Arbeitgeber vorgeschlagen Überlegungen in diese Richtung anzustellen und können dabei wohl nur unterstützt werden. Nachgedacht werden sollte auch über eine Durchbindung der Regionalexpress Linie von Northeim-Nordhausen-Erfurt weiter über Arnstadt bis Saalfeld.
Unbefriedigend sind die Fahrzeiten für die 80 Kilometer lange Strecke von Nordhausen bis Erfurt, welche für die Regionalbahnen bis 1 Stunde 40 Minuten und selbst beim Regionalexpress noch bei 1 Stunde 15 Minuten liegen. Hier müssen die vorgesehenen finanziellen Mittel dringend eingesetzt werden um für den Regionalexpress Fahrzeiten von unter einer Stunde zu erreichen um die Akzeptanz zu steigern. Würde man die Strecke neigezugtauglich ausbauen könnten entsprechend noch kürzere Fahrzeiten erreicht werden. Dies käme besonders den täglichen Pendlern zugute."
