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nnz-Doku: Für unser Theater (7)

Mittwoch, 19. Juli 2006, 15:37 Uhr
Nordhausen (nnz). In die Aktionen zum Erhalt des Nordhäuser Theaters will sich auch die Stadt Bleicherode einreihen. In der doku-Reihe veröffentlicht die nnz ein Statement der zweitgrößten Kommune des Landkreises Nordhausen.


Die Stadt Bleicherode und die Gemeinden Etzelsrode, Friedrichsthal, Kehmstedt, Kleinbodungen, Kraja. Lipprechterode, Niedergebra und Obergebra unterstützen den Kampf um den Erhalt des Theaters Nordhausen und appellieren an den Kultusminister des Landes Thüringen, das einzige Theater Nordthüringens auch weiterhin in der gewohnten Form finanziell zu unterstützen. Die Kulturlandschaft unseres Landes kann künftig nicht nördlich von Erfurt enden. Das traditionsreiche Theater in Nordhausen bedeutet für die Einwohner der Stadt Bleicherode und ihrer Umlandgemeinden auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme ihres Rechtes auf Kultur.

Die angekündigte Kürzung der Landeszuschüsse für die Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH um 3,4 Millionen Euro, also um etwa 70 %, bedeutet praktisch das Aus für dieses bedeutende Nordthüringer Kulturunternehmen. Es kann nicht sein, dass sich die Kulturförderquote für Nordthüringen pro Einwohner von gegenwärtig 11,98 € auf 3,66 € reduziert und in Gesamtthüringen künftig 20,29 € betragen soll. Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Thüringen kann dann so nicht mehr die Rede sein.

Für die Region Nordthüringen würde der geplante Subventionsabbau den Verlust ihrer traditionsreichen Bühnen in Nordhausen und Sondershausen bedeuten. Der Theaterstandort Nordhausen ist wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Südharz. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Bürger von Nordthüringen zukünftig kein nahe gelegenes Theater mehr besuchen könnten.

Wenn das Theater in Nordhausen schließen müsste, würden auch viele Kinder aufwachsen, ohne je ein Theater von innen gesehen, geschweige denn eine Theateraufführung besucht zu haben. Vielen Menschen unserer Region würde die Möglichkeit genommen, mit einem Theaterbesuch ihre Freizeit niveauvoll zu gestalten.

Für die Entwicklung des Tourismus in Thüringen könnte dies natürlich auch ein erhebliches Defizit bedeuten, da viele Besucher aus den angrenzenden Bundesländern nicht mehr nach Nordthüringen kommen würden.

Die größte Kultureinrichtung Nordthüringens darf nicht den Sparzwängen der Thüringer Landesregierung zum Opfer fallen!
Frank Rostek, Bürgermeister
Autor: nnz

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