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Nacht der vollen Kirchen

Samstag, 15. Juli 2006, 23:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Volle Kirchen, eine seltene Sache. Neben Weihnachten gibt’s noch einen zweiten Termin, wo alle Gotteshäuser gut gefüllt sind, die Nacht der Kirchen. Heute fand sie zum zweiten Mal statt.

Nacht der vollen Kirchen (Foto: nnz) Nacht der vollen Kirchen (Foto: nnz)

Vier Nordhäuser Kirchen öffneten heute abend ab 20.00 Uhr ihre Tore. Ganz unterschiedliche Musik wurde da angeboten, garantiert was für jeden Geschmack. In der Altendörfer Kirche spielten junge Frauen Jiddische Folklore. Die Kirche war voll und die Zuschauer spendeten reichlich Applaus. Nicht anders war es beim Auftritt des Querbett Männerquartetts in der Frauenbergkirche.

Danach fand dort eine Diskussionsrunde statt. Bürgermeister Matthias Jendricke, Johanniter-Geschäftsführerin Mechthild Rödiger und St.Jakob Heimleiter Frank Gerstenberger stellten sich den Fragen von Pfarrer Joachim Kruse und des Publikums. Das Thema war: „Wer das Geld hat, hat die Macht.“ Alle drei sind entweder Mitglieder der Frauenberggemeinde oder arbeiten mit ihr zusammen. Welche Probleme kann Kirche lösen und welche Probleme hat sie selbst, waren die zentralen Fragen. Für den Gast aus Togo, Trommler Rufin Gandah, war das verwunderlichste, daß keine jungen Leute in den Veranstaltungen sitzen. Das wäre eben wie in der Politik, sagte Matthias Jendricke, dafür würden sich die Jugendlichen ebenfalls kaum interessieren und zur Mitwirkung schwer mobilisieren lassen.

Kirche und Politik verbinden unter anderem die Probleme des demografischen Wandels. Beiden brechen Mitglieder bzw. Beitragseinzahler weg. Man müsse mehr unternehmen um die verbliebenen Menschen mehr zu integrieren und zum Mitmachen zu bewegen. Ehrenamtliche Arbeit müsse mehr gefördert werden, denn bei Johannitern und Diakonie läuft wenig ohne die freiwilligen Helfer. Viele Dienste wurden schon ausgegliedert, sie lassen sich mit hauptamtlichen Mitarbeitern einfach nicht mehr finanzieren.

Um das Ganze nicht zu theoretisch werden zu lassen, gab es eine Pause mit Trommelmusik von Klaus Hagedorn und Rufin Gandah. Sie werden auch ab 24.00 Uhr in der Frauenbergkirche trommeln. Dort laufen zudem Filme „Angst essen Seele auf“, „Paul und Paula“ und „Die Blechtrommel“.

Jugendliche wurden in der Altendorfer Kirche erwartet unterwegs im Glauben zu sein mit einer Band und einem Chor aus Sondershausen. Im Dom standen ab 23.00 Uhr eine Lesung zu Orgelmusik auf dem Programm.

Das ganze Programm fand für die Besucher kostenlos statt. Finanziert wurde das Ganze über den Verkauf von Getränken, und das zu moderaten Preisen, sowie von Spenden. Um Kollekten wurde an den Ausgängen gebeten. Die Resonanz zur zweiten Nacht der Kirchen war so groß, daß es im nächsten Jahr wieder eine geben soll.
Autor: wf

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