nnz-Forum: Ein Tag gegen Rechts!?
Samstag, 15. Juli 2006, 16:21 Uhr
Nordhausen (nnz). In dieser Woche gab es in Nordhausen einen Tag gegen Rechts. Dazu ein Statement der Nordhäuser Antifa im Forum der nnz.
Obwohl Rechtsradikalismus und Faschismus in Nordhausen gegenwärtig sind, fiel es der Stadt und ihren Bürgern bislang anscheinend schwer, sich zu positionieren. Eine Veranstaltung mit einem klaren Statement gegen rechte Gewalt war lange überfällig und kann nur begrüßt werden.
Ein Tag gegen Rechts, wie am 08.07. in der Destille, lenkt den öffentlichen Fokus endlich auf ein Thema von heikler Brisanz: Rechtsradikalismus, Faschismus und Rassismus; ein Thema, welches in Nordhausen leider allzu oft nicht ernst genommen oder totgeschwiegen wird. Die Veranstaltung zeigt, dass es nicht schwer ist, Stellung zu beziehen und dass es wichtig ist die rechte Hegemonie aufzubrechen. Aber diese Aktivitäten gehen faktisch nicht über eine laue Informationspolitik als Kulturveranstaltung hinaus. Zu einer aktiven Anti-Nazi-Politik gehört daneben auch die Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, die Rechtsradikalismus erst ermöglichen.
Wenn die etablierten Akteure von Antifaschismus reden, reduzieren sie diesen auf die Ablehnung von Neonazis. All zu oft wird das Problem zusätzlich auf eine reine "Ausländerfeindlichkeit" verkürzt. Begriffe wie Nationalsozialismus und Rassismus werden umgangen und die inhaltlichen Schnittmengen zu anderen herrschenden Diskursen und weit verbreiteten Ideologiefragmenten ausgeblendet. Es besteht kaum die Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten des Nationalismus, Sozialchauvinismus oder Antisemitismus.
Antifaschismus ist mehr als nur die "Gemeinsamkeit gegen Nazis". Es ist wichtig darüber hinaus gesellschaftliche Zustände zu kritisieren. Antifaschismus kann nur wirksam werden, wenn er eine Analyse und Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen rechtes Denken hervorgeht, mit umfasst. Das Naziproblem sollte aber nicht nur als ein gesamtgesellschaftliches benannt, sondern auch als ein solches behandelt werden.
Faschismus reproduziert sich innerhalb des kapitalistischen Systems selbst, somit ist die Abschaffung desselben Voraussetzung für seine effektive Bekämpfung. Faschismus bedeutet Unterdrückung und Gleichschaltung, aggressiver Nationalismus, grenzenlose Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und natürlicher Ressourcen in ihren extremsten Formen. Nicht ohne Grund sind die von jugendlichen Neonazis vertretenen Grundwerte in ihrem Kern gesellschaftskompatibel. Was sie von der Mehrheitsgesellschaft unterscheidet ist ihre extreme Ausformung und Formulierung. Längst vertreten Neonazis vielerorts den "Mainstream" am Stammtisch.
Ein Ansatzpunkt antifaschistischen Handelns muss es daher sein, linke Strukturen vor Ort aufzubauen und sie zu unterstützen. Aus Antifa wieder Angriff werden lassen! Das bedeutet Freiräume zu schaffen, um der rechten Hegemonie eine linke Jugendkultur entgegenzusetzen. Frei denkende, emanzipatorische, antifaschistische und souveräne Menschen können dazu beitragen! Wie die Vergangenheit gezeigt hat, gelang es in Gegenden mit einer starken antifaschistischen Bewegung, die Nazihegemonie zu brechen.
Im Hinblick auf eine angemeldete Nazi-Demonstration im Oktober meinen wir: Je häufiger Nazis ungestört in der Öffentlichkeit auftreten können, desto größer wird die Gefahr dass sie ihre Hetze ungestört verbreiten. Vielmehr ist ein Normalisierungseffekt zu beobachten. Weder militante Nazis noch die vermeintlich demokratische NPD dürfen als gesellschaftliche Randgruppen angesehen werden. Sind sie erst einmal öffentlich ständig präsent und ihre Aufmärsche als solche toleriert, ist es nur ein kleiner Schritt zur Etablierung als politischer Akteur, verbunden mit der entsprechenden Einflussnahme."
Um das zu verhindern kündigt die Antifa Nordhausen an: Wir werden all unserer Kraft und Möglichkeiten darauf verwenden, diesen Aufmarsch zu verhindern. Es gilt an diesem, wie auch an allen anderen Tagen, den Nazis zu zeigen dass sie nicht erwünscht und nicht geduldet sind.
Antifa Nordhausen
Obwohl Rechtsradikalismus und Faschismus in Nordhausen gegenwärtig sind, fiel es der Stadt und ihren Bürgern bislang anscheinend schwer, sich zu positionieren. Eine Veranstaltung mit einem klaren Statement gegen rechte Gewalt war lange überfällig und kann nur begrüßt werden.
Ein Tag gegen Rechts, wie am 08.07. in der Destille, lenkt den öffentlichen Fokus endlich auf ein Thema von heikler Brisanz: Rechtsradikalismus, Faschismus und Rassismus; ein Thema, welches in Nordhausen leider allzu oft nicht ernst genommen oder totgeschwiegen wird. Die Veranstaltung zeigt, dass es nicht schwer ist, Stellung zu beziehen und dass es wichtig ist die rechte Hegemonie aufzubrechen. Aber diese Aktivitäten gehen faktisch nicht über eine laue Informationspolitik als Kulturveranstaltung hinaus. Zu einer aktiven Anti-Nazi-Politik gehört daneben auch die Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, die Rechtsradikalismus erst ermöglichen.
Wenn die etablierten Akteure von Antifaschismus reden, reduzieren sie diesen auf die Ablehnung von Neonazis. All zu oft wird das Problem zusätzlich auf eine reine "Ausländerfeindlichkeit" verkürzt. Begriffe wie Nationalsozialismus und Rassismus werden umgangen und die inhaltlichen Schnittmengen zu anderen herrschenden Diskursen und weit verbreiteten Ideologiefragmenten ausgeblendet. Es besteht kaum die Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten des Nationalismus, Sozialchauvinismus oder Antisemitismus.
Antifaschismus ist mehr als nur die "Gemeinsamkeit gegen Nazis". Es ist wichtig darüber hinaus gesellschaftliche Zustände zu kritisieren. Antifaschismus kann nur wirksam werden, wenn er eine Analyse und Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen rechtes Denken hervorgeht, mit umfasst. Das Naziproblem sollte aber nicht nur als ein gesamtgesellschaftliches benannt, sondern auch als ein solches behandelt werden.
Faschismus reproduziert sich innerhalb des kapitalistischen Systems selbst, somit ist die Abschaffung desselben Voraussetzung für seine effektive Bekämpfung. Faschismus bedeutet Unterdrückung und Gleichschaltung, aggressiver Nationalismus, grenzenlose Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und natürlicher Ressourcen in ihren extremsten Formen. Nicht ohne Grund sind die von jugendlichen Neonazis vertretenen Grundwerte in ihrem Kern gesellschaftskompatibel. Was sie von der Mehrheitsgesellschaft unterscheidet ist ihre extreme Ausformung und Formulierung. Längst vertreten Neonazis vielerorts den "Mainstream" am Stammtisch.
Ein Ansatzpunkt antifaschistischen Handelns muss es daher sein, linke Strukturen vor Ort aufzubauen und sie zu unterstützen. Aus Antifa wieder Angriff werden lassen! Das bedeutet Freiräume zu schaffen, um der rechten Hegemonie eine linke Jugendkultur entgegenzusetzen. Frei denkende, emanzipatorische, antifaschistische und souveräne Menschen können dazu beitragen! Wie die Vergangenheit gezeigt hat, gelang es in Gegenden mit einer starken antifaschistischen Bewegung, die Nazihegemonie zu brechen.
Im Hinblick auf eine angemeldete Nazi-Demonstration im Oktober meinen wir: Je häufiger Nazis ungestört in der Öffentlichkeit auftreten können, desto größer wird die Gefahr dass sie ihre Hetze ungestört verbreiten. Vielmehr ist ein Normalisierungseffekt zu beobachten. Weder militante Nazis noch die vermeintlich demokratische NPD dürfen als gesellschaftliche Randgruppen angesehen werden. Sind sie erst einmal öffentlich ständig präsent und ihre Aufmärsche als solche toleriert, ist es nur ein kleiner Schritt zur Etablierung als politischer Akteur, verbunden mit der entsprechenden Einflussnahme."
Um das zu verhindern kündigt die Antifa Nordhausen an: Wir werden all unserer Kraft und Möglichkeiten darauf verwenden, diesen Aufmarsch zu verhindern. Es gilt an diesem, wie auch an allen anderen Tagen, den Nazis zu zeigen dass sie nicht erwünscht und nicht geduldet sind.
Antifa Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
