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nnz-doku: Nicht zu ersetzen

Freitag, 14. Juli 2006, 11:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit der Zukunft des Nordhäuser Theaters und des Sondershäuser Lohorchesters haben sich auch die Mitglieder Planungsgemeinschaft Nordthüringen beschäftigt. Deren Mitglieder haben eine Resolution verabschiedet, die von der nnz in der doku-Reihe veröffentlicht wird.


„Das Thüringer Kulturministerium lobt in seiner Internetpräsentation das dichte Netz von Theatern und Orchestern im Freistaat. Es betont, dass diese kulturelle Vielfalt zu erhalten und zu pflegen ist. Auf der Grundlage eines Theaterkonzeptes soll in allen Regionen des Landes ein Drei-Sparten-Angebot vorgehalten werden. Dieses Ziel unterstreicht ein konkreter Plansatz im Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen, welcher auf Beschluss der Landesregierung für verbindlich erklärt wurde.

Das Land stellt bis zum 31.12.2008 jährlich über 60 Millionen Euro für diese Kultureinrichtungen zur Verfügung. Das beweist, dass sich die Landesregierung der außerordentlichen Bedeutung der Theater und Orchester in der Kulturlandschaft Thüringen in besonderer Weise bewusst ist.

Hat sich dieses Bewusstsein besonders für Nordthüringen geändert? Sparzwänge in den kommunalen Haushalten führten zuerst zur äußerst sinnvollen Fusion des Nordhäuser Theaters mit dem Lohorchester Sondershausen. Aus dem Dreisparten-Theater wurde ein Musiktheater mit Balett. Die Sparte Schauspiel wird in Kooperation mit dem Rudolstädter Theater gewährleistet.

Trotz knapper Mittel standen und stehen die Landkreise Nordhausen und Kyffhäuserkreis sowie die Städte Nordhausen und Sondershausen zu ihren finanziellen Verpflichtungen. Der Intendant des Theaters, der Generalmusikdirektor des Lohorchesters und die anderen Mitarbeiter der GmbH zeichnen verantwortlich für die attraktiven Angebote in ausgezeichneter, weltweit anerkannter künstlerischer Qualität.

Nicht nur die Bürger der Städte Nordhausen und Sondershausen, sondern die meisten Nordthüringer und viele Gäste stehen hinter diesem Ensemble mit seinen einzigartigen Spielstätten. Für sie sind Theater und Lohorchester liebevoll gehegte und gepflegte Kultureinrichtungen, mit deren Erhalt sie sich identifizieren.

Nun soll der seit dem 16./17. Jahrhundert bestehenden Theater- und Musiktradition in Nordthüringen, welche gute und schlechte Zeiten mit den unterschiedlichsten Dynastien und Demokratien erlebt hat, ein jähes Ende bereitet werden.

Die angekündigte Senkung der Landesfördermittel von 4,91 Millionen Euro auf 1,5 Millionen Euro bedeutet auch bei größten kommunalen Anstrengungen das Aus für die einzige derartige Einrichtung im strukturschwachen Raum Nordthüringen, bedeutet Verzicht auf Kultur, der nicht zu kompensieren ist.

Wir möchten Sie bitten, im Sinne der im § 1 des Raumordnungsgesetzes geforderten gleichwertigen Lebensbedingungen – auch im Ländlichen Raum, sich für den weiteren Fördermittelzuschuss des Landes Thüringen in der jetzigen Höhe und somit für die Erhaltung unserer Nordthüringer Theater- und Orchesterlandschaft einzusetzen.“
Peter Hengstermann, Joachim Kreyer, Joachim Claus
Autor: nnz

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