Schluß mit der Kunst
Freitag, 07. Juli 2006, 12:29 Uhr
Nordhausen (nnz). Nordhausen gehört nicht mehr länger nach Thüringen, zumindest was die Kunst betrifft. Dafür ist abseits der Landeshauptstadt kein Geld da. Besonders dem Theater geht’s an den Kragen.
Gestern nahm Oberbürgermeisterin Barbara Rinke an der Strukturkonferenz zur Kulturlandschaft in Erfurt teil. Das sind Horrormeldungen gegen das Theater. Berichtet sie, dabei sei sie so voller Hoffnung hingefahren. Nordhausen kooperiert erfolgreich mit Rudolstadt und eine Haustarifvertrag mit den Mitarbeitern gibt’s auch. Also alles zukunftssicher, dachte man in der Rolandstand - und wurde enttäuscht.
In Sachen Kultur gehört Nordhausen nicht mehr zu Thüringen. Kultusminister Jens Goebel habe erklärt, dass es drei Körbe gebe. Was im ersten Korb ist, das ist wichtig. Das ist das Zentrum mit Erfurt und Weimar. Im zweiten Korb befindet sich das Flächenland Thüringen. Komischerweise gehöre unsere Stadt nicht zur Fläche, zeigte sich Rinke nicht verwundert, sondern entgeistert. Mit Nordhausen stehen noch Gotha-Suhl, Eisenach und Kooperationspartner Rudolstadt auf der Abschlußliste. Wir sind sonstiges, der doofe Rest, äußerte sich die Oberbürgermeisterin.
Oberhalb von Erfurt leben die Bürger zweiter Klasse. Das wird mit der Höhe der Zuschüsse deutlich. Im Speckgürtel und im Flächenland gibt es pro Bürger für Kultur 23,97 Euro Zuschuß. Dem doofen Rest gestattet Goebel Kultur für 3,70 pro Einwohner. Ab 2009 soll es somit nur noch 1,5 Millionen für das Theater geben, von bisher 4,9 Millionen. Wir haben nachgerechnet. Die Kürzungen betragen 70 Prozent. Nur Gotha trifft es noch härter. Die bekommen gar nichts mehr. Berichtet Barbara Rinke.
Wir werden unser Theater nicht kampflos preisgeben, sondern alles dafür tun, in Zukunft auch zum Flächenland Thüringen zu gehören sagte Rinke. Mit Landrat Joachim Claus herrscht in dieser Frage Einigkeit. Sollen wir noch zu Thüringen dazugehören?fragte die Oberbürgermsiterin. Wenn nicht, dann können wir uns auch anders orientieren.
Für Intendant Lars Tietje bedeuten diese radikalen Kürzungen das Aus für das Theater Nordhausen. Eine Landesbühne gemeinsam mit Eisenach und Rudolstadt könnte er sich vorstellen, eventuell käme auch die Abgabe der Ballettsparte nach Eisenach in Frage. Nordhausen behielte dann zumindest das Musiktheater und könnte mit denn anderen Häusern die Produktionen austauschen. Doch mit den ihnen zugedachten Mitteln sei auch das nicht umsetzbar, so der Intendant. Für alle drei Bühnen stände nämlich ab 2009 weniger Geld zur Verfügung als aktuell allein für Nordhausen.
Mit gewissen Kürzungen, etwa 200.000 Euro habe man gerechnet, berichtet Barbara Rinke. Eine halbe Million hätte das Haus irgendwie noch verschmerzen können, eventuell mit qualitativen und quantitativen Einbußen. Sollte das Theater abgewickelt werden müssen, dann würde es bis 2012 genauso viel kosten wie der Betrieb des Musentempels. Besonders für Orchestermusiker seien hohe Abfindungen zu zahlen. Doch Oberbürgermeisterin und Intendant denken nicht daran, ihr Haus abwickeln zu lassen. Wir werden mit allen Mitteln darum kämpfen. Versicherte Barbara Rinke.
Autor: wfGestern nahm Oberbürgermeisterin Barbara Rinke an der Strukturkonferenz zur Kulturlandschaft in Erfurt teil. Das sind Horrormeldungen gegen das Theater. Berichtet sie, dabei sei sie so voller Hoffnung hingefahren. Nordhausen kooperiert erfolgreich mit Rudolstadt und eine Haustarifvertrag mit den Mitarbeitern gibt’s auch. Also alles zukunftssicher, dachte man in der Rolandstand - und wurde enttäuscht.
In Sachen Kultur gehört Nordhausen nicht mehr zu Thüringen. Kultusminister Jens Goebel habe erklärt, dass es drei Körbe gebe. Was im ersten Korb ist, das ist wichtig. Das ist das Zentrum mit Erfurt und Weimar. Im zweiten Korb befindet sich das Flächenland Thüringen. Komischerweise gehöre unsere Stadt nicht zur Fläche, zeigte sich Rinke nicht verwundert, sondern entgeistert. Mit Nordhausen stehen noch Gotha-Suhl, Eisenach und Kooperationspartner Rudolstadt auf der Abschlußliste. Wir sind sonstiges, der doofe Rest, äußerte sich die Oberbürgermeisterin.
Oberhalb von Erfurt leben die Bürger zweiter Klasse. Das wird mit der Höhe der Zuschüsse deutlich. Im Speckgürtel und im Flächenland gibt es pro Bürger für Kultur 23,97 Euro Zuschuß. Dem doofen Rest gestattet Goebel Kultur für 3,70 pro Einwohner. Ab 2009 soll es somit nur noch 1,5 Millionen für das Theater geben, von bisher 4,9 Millionen. Wir haben nachgerechnet. Die Kürzungen betragen 70 Prozent. Nur Gotha trifft es noch härter. Die bekommen gar nichts mehr. Berichtet Barbara Rinke.
Wir werden unser Theater nicht kampflos preisgeben, sondern alles dafür tun, in Zukunft auch zum Flächenland Thüringen zu gehören sagte Rinke. Mit Landrat Joachim Claus herrscht in dieser Frage Einigkeit. Sollen wir noch zu Thüringen dazugehören?fragte die Oberbürgermsiterin. Wenn nicht, dann können wir uns auch anders orientieren.
Für Intendant Lars Tietje bedeuten diese radikalen Kürzungen das Aus für das Theater Nordhausen. Eine Landesbühne gemeinsam mit Eisenach und Rudolstadt könnte er sich vorstellen, eventuell käme auch die Abgabe der Ballettsparte nach Eisenach in Frage. Nordhausen behielte dann zumindest das Musiktheater und könnte mit denn anderen Häusern die Produktionen austauschen. Doch mit den ihnen zugedachten Mitteln sei auch das nicht umsetzbar, so der Intendant. Für alle drei Bühnen stände nämlich ab 2009 weniger Geld zur Verfügung als aktuell allein für Nordhausen.
Mit gewissen Kürzungen, etwa 200.000 Euro habe man gerechnet, berichtet Barbara Rinke. Eine halbe Million hätte das Haus irgendwie noch verschmerzen können, eventuell mit qualitativen und quantitativen Einbußen. Sollte das Theater abgewickelt werden müssen, dann würde es bis 2012 genauso viel kosten wie der Betrieb des Musentempels. Besonders für Orchestermusiker seien hohe Abfindungen zu zahlen. Doch Oberbürgermeisterin und Intendant denken nicht daran, ihr Haus abwickeln zu lassen. Wir werden mit allen Mitteln darum kämpfen. Versicherte Barbara Rinke.
