Sicherheit über eine Million Jahre
Dienstag, 04. Juli 2006, 21:20 Uhr
Sollstedt (nnz). Manche Dinge sind ganz schön kurios. Da muß man für den Betrieb eines Versatzbergwerkes einen Langzeitsicherheitsnachweis über eine Million Jahre erbringen. Doch Bürger drängen etwas heutigere Fragen, zum Beispiel nach Straßenlärm.
Sollstedts Gerüchteküche kocht. Da ist von gefährlichen, gesundheitsschädlichen Abfällen die Rede, die in den Schacht eingelagert werden sollen. Bürgermeister Jürgen Hohberg hatte genug von dieser Art Buschfunk und lud die Bürger ein. Eine Versammlung im Festsaal sollte allen die Möglichkeit geben, sich über den geplanten Kauf des Sollstedter Schachts durch den Entsorgungsbetreiber NDH-E zu informieren.
Überwachungsbedürftige Abfälle, das klingt irgendwie verdächtig, ruft umweltfreundliche Bürger auf den Plan. Pfarrer Werner Heizmann fragte nach. Dr. Peter Pfeifer, Geschäftsführer der NDH-E und des Schachtbau, klärte ihn auf, wie sicher diese Stoffe gelagert werden und wie gering ihre Konzentration eigentlich in den Versatzmaterialien ist. Einer der Stoffe ist Zink. In einen kg Versatzstoff dürfen neun Gramm Zink enthalten sein. Das ist die höchste Konzentration eines überwachungsbedürftigen Stoffs. Für jede Sorte Abfall muß zudem eine Einzelgenehmigung vorgelegt werden. Wir hätten überhaupt keine Chance was illegales zu machen, das fliegt sowieso auf. Sagt Pfeifer. Er will ganz offen über das Projekt aufklären. Das fällt ihm leicht, denn er kennt die meisten Anwesenden, und die kennen ihn, schließlich war er von 1972 bis 1984 Produktionsdirektor im Schacht.
Eine Power Point Präsentation informierte die Bürger über alles wesentliche. Welche Abfälle werden wie eingelagert? Welche Umbauarbeiten müßten erfolgen? Was hätten die Bürger davon? Das wichtigste Argument sind die etwa 30 Arbeitsplätze, die erhalten bzw. neu entstehen würden. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wären sie sicher. Arbeitsplätze sind Chefsache, deshalb unterstützt Bürgermeister Jürgen Hohberg die Absichten der NDH-E. Sein Bleicheröder Amtskollege Frank Rostek unterstützt ihn in seinem Bemühen. Beide wissen, was jeder einzelne Arbeitsplatz für eine Region bedeutet, die nach 1990 rund 2.000 Jobs allein in Sollstedt verloren hat
Einigen Bürgern sind die Arbeitsplätze egal. Sie fürchten um ihre Ruhe und um den Wertverlust ihrer Grundstücke. Sie beschweren sich, daß sie im Vorfeld der Planung der A38 nicht informiert worden wären, und daß es ihnen jetzt genauso erginge. Doch Hohberg und Pfeifer versuchen alle Bedenken ernst zu nehmen und die Fragen der Bürger zu beantworten. Dr. Peter Pfeifer hat eine Karte vorbereitet, die den möglichen Zufahrtsweg durch das Industriegebiet erklärt. Die Ausfahrt führt durch ein Siedlungsgebiet, da die LKW aber nicht im Gelände drehen können, der Schacht ist wie ein Schlauch, ist es unumgänglich. Die Straße ist jedoch keine Anwohner- sondern eine öffentliche Straße, und somit hat Jürgen Hohberg keine Bedenken. Vorher soll die Straße zudem grundhaft ausgebaut werden, das senkt die Lärmbelastung. Natürlich wollen die Bürger da nichts bezahlen. Die Thüringer Kommunalordnung sieht aber diese Beteiligung vor und ist auch in dem Fall nicht zu umgehen, stellt der Bürgermeister klar.
Im Vergleich zur Belastung durch die B80, die mitten durch Sollstedt verläuft, wirken die etwa zehn LKW täglich nahezu lächerlich. Diese Fahrzeuge werden übrigens auch über die Bundesstraße fahren, so daß alle im Ort dadurch belastet werden. Doch nur ein sehr geringer Teil der Bürger sieht überhaupt ein Problem darin. Sie denken eher an den eigenen Job, der dadurch sicherer wird oder vielleicht erst entsteht.
Jürgen Hohberg wird die Übernahme der Grube Sollstedt von der GVV durch den Entsorgungsbetreiber NDH-E unterstützen. Ein möglicher Übernahmetermin könnte der 01.01.2008 sein. Mit der GVV will Dr. Peter Pfeifer weiter verhandeln. Ein nächstes Gespräch steht dort am 12. Juli an. nnz wird Sie auf dem Laufenden halten.
Autor: wfSollstedts Gerüchteküche kocht. Da ist von gefährlichen, gesundheitsschädlichen Abfällen die Rede, die in den Schacht eingelagert werden sollen. Bürgermeister Jürgen Hohberg hatte genug von dieser Art Buschfunk und lud die Bürger ein. Eine Versammlung im Festsaal sollte allen die Möglichkeit geben, sich über den geplanten Kauf des Sollstedter Schachts durch den Entsorgungsbetreiber NDH-E zu informieren.
Überwachungsbedürftige Abfälle, das klingt irgendwie verdächtig, ruft umweltfreundliche Bürger auf den Plan. Pfarrer Werner Heizmann fragte nach. Dr. Peter Pfeifer, Geschäftsführer der NDH-E und des Schachtbau, klärte ihn auf, wie sicher diese Stoffe gelagert werden und wie gering ihre Konzentration eigentlich in den Versatzmaterialien ist. Einer der Stoffe ist Zink. In einen kg Versatzstoff dürfen neun Gramm Zink enthalten sein. Das ist die höchste Konzentration eines überwachungsbedürftigen Stoffs. Für jede Sorte Abfall muß zudem eine Einzelgenehmigung vorgelegt werden. Wir hätten überhaupt keine Chance was illegales zu machen, das fliegt sowieso auf. Sagt Pfeifer. Er will ganz offen über das Projekt aufklären. Das fällt ihm leicht, denn er kennt die meisten Anwesenden, und die kennen ihn, schließlich war er von 1972 bis 1984 Produktionsdirektor im Schacht.
Eine Power Point Präsentation informierte die Bürger über alles wesentliche. Welche Abfälle werden wie eingelagert? Welche Umbauarbeiten müßten erfolgen? Was hätten die Bürger davon? Das wichtigste Argument sind die etwa 30 Arbeitsplätze, die erhalten bzw. neu entstehen würden. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wären sie sicher. Arbeitsplätze sind Chefsache, deshalb unterstützt Bürgermeister Jürgen Hohberg die Absichten der NDH-E. Sein Bleicheröder Amtskollege Frank Rostek unterstützt ihn in seinem Bemühen. Beide wissen, was jeder einzelne Arbeitsplatz für eine Region bedeutet, die nach 1990 rund 2.000 Jobs allein in Sollstedt verloren hat
Einigen Bürgern sind die Arbeitsplätze egal. Sie fürchten um ihre Ruhe und um den Wertverlust ihrer Grundstücke. Sie beschweren sich, daß sie im Vorfeld der Planung der A38 nicht informiert worden wären, und daß es ihnen jetzt genauso erginge. Doch Hohberg und Pfeifer versuchen alle Bedenken ernst zu nehmen und die Fragen der Bürger zu beantworten. Dr. Peter Pfeifer hat eine Karte vorbereitet, die den möglichen Zufahrtsweg durch das Industriegebiet erklärt. Die Ausfahrt führt durch ein Siedlungsgebiet, da die LKW aber nicht im Gelände drehen können, der Schacht ist wie ein Schlauch, ist es unumgänglich. Die Straße ist jedoch keine Anwohner- sondern eine öffentliche Straße, und somit hat Jürgen Hohberg keine Bedenken. Vorher soll die Straße zudem grundhaft ausgebaut werden, das senkt die Lärmbelastung. Natürlich wollen die Bürger da nichts bezahlen. Die Thüringer Kommunalordnung sieht aber diese Beteiligung vor und ist auch in dem Fall nicht zu umgehen, stellt der Bürgermeister klar.
Im Vergleich zur Belastung durch die B80, die mitten durch Sollstedt verläuft, wirken die etwa zehn LKW täglich nahezu lächerlich. Diese Fahrzeuge werden übrigens auch über die Bundesstraße fahren, so daß alle im Ort dadurch belastet werden. Doch nur ein sehr geringer Teil der Bürger sieht überhaupt ein Problem darin. Sie denken eher an den eigenen Job, der dadurch sicherer wird oder vielleicht erst entsteht.
Jürgen Hohberg wird die Übernahme der Grube Sollstedt von der GVV durch den Entsorgungsbetreiber NDH-E unterstützen. Ein möglicher Übernahmetermin könnte der 01.01.2008 sein. Mit der GVV will Dr. Peter Pfeifer weiter verhandeln. Ein nächstes Gespräch steht dort am 12. Juli an. nnz wird Sie auf dem Laufenden halten.
