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Kreißsaal öffnete seine Türen

Samstag, 10. Juni 2006, 20:26 Uhr
Nordhausen (nnz). Von wegen Saal, das ist längst Vergangenheit. Heute bekommt jede Frau ein eigenes Zimmer zum Gebären. Schwangere und Paare, die sich ein Kind wünschen, konnten sich heute überzeugen lassen, daß eine Geburt eine schöne Sache ist. Auch nnz warf einen Blick in die moderne Klinik.

Kreißsaal öffnete seine Türen (Foto: nnz) Kreißsaal öffnete seine Türen (Foto: nnz)

Schon zum dritten Mal öffnete die Frauenklinik ihre Türen für interessierte werdende Mütter und Väter. Die Resonanz sei jedes Mal sehr groß, berichtete Chefärztin Dr. Sabine Schnohr. Manchmal kämen auch Oma oder Opa mit, aber meist seien es junge Leute.

Ärzte und Hebammen beantworteten alle Fragen der werdenden Eltern. Besonders die Horrorberichte der älteren Generation machen junge Frauen nachdenklich. Ist das wirklich so schmerzhaft ein Kind zu bekommen? So sehr, daß ich es einmal mache und nie wieder? Diese Fragen hört Dr. Sabine Schnohr oft. Sie kann beruhigen, denn heute gibt es gute Medikamente gegen Schmerzen und Krämpfe, die dem Baby nicht schaden. Ganz empfindlichen Frauen hilft eine Peridualanästesie. So können sie die Geburt miterleben, auch als etwas anstrengendes, aber ohne große Schmerzen zu haben. „Die Geburt soll ein schönes Erlebnis werden.“ Sagt die Ärztin.

Um entspannt zu gebären können die werdenden Mütter in einer Entbindungswanne ihr Kind bekommen. „Eine sehr schöne Möglichkeit“ meint Dr. Sabine Schnohr. Leider würde sie noch zu selten genutzt. Die große Mehrzahl bekommt die Kinder noch immer im Bett. Darauf kann sich die Frau legen oder hocken wie es ihr am angenehmsten ist. Eine weitere Möglichkeit ist der Gebärhocker. Da darf auch der zukünftige Vater tüchtig mithelfen und seine Frau festhalten. Im allgemeinen sind die Väter heute daran interessiert, das Kinderkriegen mit ihren Frauen gemeinsam zu erleben. Das war auch beim heutigen Tag der offenen Tür zu bemerken. Die meisten Besucher traten paarweise auf.

Ist das Kind erst mal auf der Welt, kann es manchmal sein, daß es weitere medizinische Hilfe braucht. Die kann es im Südharzkrankenhaus bekommen. Die Klinik ist ein Zentrum Perinatalmedizin und verfügt über zwei Spezialisten für frühgeborene Kinder. Diese Intensivstation durfte ebenfalls besichtigt werden.

Eine besondere Möglichkeit nutzte Beatrice. Sie ließ sich von Dr. Carsten Schwarz mit dem 4-D Ultraschallgerät untersuchen. Da konnte sie sogar schon die Gesichter ihrer sieben Monate alten Zwillinge sehen. Der Vater und die zukünftigen Großmütter waren von der modernen Technik ebenfalls total begeistert.

Dr. Carsten Schwarz ist übrigens eine Ausnahme in der Frauenklinik. Von elf Kollegen sind nur zwei männlich. Die meisten Patientinnen fänden das gut. Bestimmte Probleme, meint Dr. Sabine Schnohr, ließen sich von Frau zu Frau einfach besser besprechen. Auch habe eine Frau einfach mehr Verständnis für die werdende Mutter, zumindest wenn sie selbst schon eine ist.

Mit dem Tag der offenen Tür möchte das Südharzkrankenhaus den Frauen Mut machen Nachwuchs zu bekommen. 734 Kinder wurden im vergangenen Jahr hier geboren. Die Zahlen würden stagnieren. Am Angebot des Krankenhauses rund um Schwangerschaft, Geburt und Kindermedizin liegt das nicht, sondern an den bekannten Problemen wie Lehrstellen- und Arbeitssuche.
Autor: wf

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