Allein 11.000 Gastro-Überstunden – auch wegen fehlender Fachkräfte
Fleiß-Pegel des Jahres für den Kreis Nordhausen
Donnerstag, 02. November 2023, 10:41 Uhr
Es ist der Fleiß-Pegel vom Kreis Nordhausen: Rund 531.000 Überstunden haben die Menschen im Landkreis Nordhausen im vergangenen Jahr am Arbeitsplatz zusätzlich geleistet. Davon 186.000 Arbeitsstunden zum Nulltarif – ohne Bezahlung...
Das geht aus dem Überstunden-Monitor vom Pestel-Institut hervor. Die Wissenschaftler haben dabei die Plus-Stunden im Job im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) untersucht.
Ein pikantes Ergebnis aus dem Überstunden-Monitor: Alle Beschäftigten zusammengenommen haben den Unternehmen im Landkreis Nordhausen durch unbezahlte Mehrarbeit rund 2,68 Millionen Euro quasi ‚geschenkt‘. Und das ist schon äußerst sparsam – nämlich nur auf Mindestlohn-Basis – gerechnet, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen. Außerdem sei der Überstunden-Berg auch ein Gradmesser für den massiven Fachkräftemangel.
Allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten leisteten die Beschäftigten im vergangenen Jahr im Landkreis Nordhausen rund 11.000 Überstunden. 4.000 davon ohne Bezahlung – quasi für umsonst, so das Pestel-Institut. Die Wissenschaftler haben bei ihrer Untersuchung aktuelle Mikrozensusdaten ausgewertet. Basis der Überstunden-Berechnung ist die Übertragung von Branchen-Durchschnittswerten auf die Beschäftigungsstruktur vom Kreis Nordhausen.
Mit Blick auf die Überstunden warnt die NGG Thüringen: Hotellerie und Gastronomie könnten nicht dauerhaft auf die Goodwill-Überstunden ihrer Beschäftigten bauen. Es wird höchste Zeit, das Fachkräfte-Loch zu stopfen, das die Corona-Pandemie noch vergrößert hat. Das klappt allerdings nur, wenn Hotels und Restaurants bereit sind, attraktive Löhne zu bezahlen. Perspektivisch muss der Gastro-Startlohn für eine Köchin oder einen Restaurantfachmann nach der Ausbildung bei 3.000 Euro pro Monat für einen Vollzeitjob liegen, so Jens Löbel. Dieses Lohn-Ziel müsse die Gastro-Branche Schritt für Schritt erreichen. Nur dann werde es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung im Hotel oder Restaurant zu gewinnen.
Das Gastgewerbe erlebe gerade einen regelrechten Fachkräfte-Schwund und Mini-Job-Schub. Ob in der Küche, im Service, an der Hotelrezeption oder an der Bar: Die Branche versucht, fehlende Fachkräfte immer häufiger durch angelernte Beschäftigte zu ersetzen, berichtet der Geschäftsführer der NGG Thüringen. Mittlerweile seien 40 Prozent der Gastro-Beschäftigten im Kreis Nordhausen Mini-Jobber.
Autor: redDas geht aus dem Überstunden-Monitor vom Pestel-Institut hervor. Die Wissenschaftler haben dabei die Plus-Stunden im Job im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) untersucht.
Ein pikantes Ergebnis aus dem Überstunden-Monitor: Alle Beschäftigten zusammengenommen haben den Unternehmen im Landkreis Nordhausen durch unbezahlte Mehrarbeit rund 2,68 Millionen Euro quasi ‚geschenkt‘. Und das ist schon äußerst sparsam – nämlich nur auf Mindestlohn-Basis – gerechnet, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen. Außerdem sei der Überstunden-Berg auch ein Gradmesser für den massiven Fachkräftemangel.
Allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten leisteten die Beschäftigten im vergangenen Jahr im Landkreis Nordhausen rund 11.000 Überstunden. 4.000 davon ohne Bezahlung – quasi für umsonst, so das Pestel-Institut. Die Wissenschaftler haben bei ihrer Untersuchung aktuelle Mikrozensusdaten ausgewertet. Basis der Überstunden-Berechnung ist die Übertragung von Branchen-Durchschnittswerten auf die Beschäftigungsstruktur vom Kreis Nordhausen.
Mit Blick auf die Überstunden warnt die NGG Thüringen: Hotellerie und Gastronomie könnten nicht dauerhaft auf die Goodwill-Überstunden ihrer Beschäftigten bauen. Es wird höchste Zeit, das Fachkräfte-Loch zu stopfen, das die Corona-Pandemie noch vergrößert hat. Das klappt allerdings nur, wenn Hotels und Restaurants bereit sind, attraktive Löhne zu bezahlen. Perspektivisch muss der Gastro-Startlohn für eine Köchin oder einen Restaurantfachmann nach der Ausbildung bei 3.000 Euro pro Monat für einen Vollzeitjob liegen, so Jens Löbel. Dieses Lohn-Ziel müsse die Gastro-Branche Schritt für Schritt erreichen. Nur dann werde es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung im Hotel oder Restaurant zu gewinnen.
Das Gastgewerbe erlebe gerade einen regelrechten Fachkräfte-Schwund und Mini-Job-Schub. Ob in der Küche, im Service, an der Hotelrezeption oder an der Bar: Die Branche versucht, fehlende Fachkräfte immer häufiger durch angelernte Beschäftigte zu ersetzen, berichtet der Geschäftsführer der NGG Thüringen. Mittlerweile seien 40 Prozent der Gastro-Beschäftigten im Kreis Nordhausen Mini-Jobber.
