Huldigungen gehen weiter
Mittwoch, 07. Juni 2006, 06:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Man muß seinen Chef nicht unbedingt lieben. Das ist in der freien Wirtschaft genauso wie in den öffentlichen Verwaltungen. In einer kleinen Gemeinde des Landkreises hat die Liebe zum Chef bereits die Grenze der Peinlichkeit überschritten.
Mehrfach hatte die nnz bereits auf Huldigungen der Mitarbeiterschaft der Sollstedter Gemeindeverwaltung hingewiesen. Die Glückwünsche zur Wiederwahl des Jürgen Hohberg waren solch ein Beispiel. Eigentlich war dieser Vorgang nicht zu übertreffen, dachte damals die nnz-Redaktion. Doch weit gefehlt: Es geht mit den Huldigungen noch weiter.
Gestern flatterte ein Grußfax aus dem nnz-Gerät. Da wird Jürgen Hohberg zu einem Dienstjubiläum gratuliert. Nun könnte man sich trefflichst streiten, was ein Jubiläum ist: Zehn Jahre, 20 Jahre, 25 Jahre usw.? In Sollstedt ist das 16. Dienstjubiläum schon Anlass einer Würdigung, die an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist.
Sehr geehrter Herr Hohberg, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Chef... beginnt der Lobesgesang, was folgt, das sind Worte wie Engagement, Einsatzbereitschaft und Mut, die ausgesprochen werden für den Erhalt unserer Arbeitsplätze. Es kommt aber noch besser, oder: schlimmer: Wir sind froh aber auch stolz, dass Sie die Bürgermeisterwahl am 07.05.2006 gewonnen haben und damit für weitere sechs Jahre als unser Chef die Gemeinde Sollstedt leiten und lenken werden.
Ähnliche Briefe und Schreiben sind vermutlich nur zu monarchistischen Zeiten in Deutschland verfaßt worden. Ob Jürgen Hohberg das nun selber gut oder nicht gut findet, ob er davon wusste oder nicht das sei dahingestellt, er sollte lieber daran tun, diese Art der Unterwerfung und Huldigung in seinem unmittelbaren Arbeitsumfeld zu unterbinden. Und mal ehrlich: Die Zeit, die zum Erstellen des Glückwunsches (Gestaltung, Bildchen, Wappen, Blumen, und Stempel) benötigt wurde, die hätte man sich der Verwaltung der Gemeinde widmen können.
Das dieses einmalige Dokument dann auch noch in die weite Welt gefaxt wurde, das lässt vermuten, dass die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung es mit ihrem sehr geehrten Chef doch nicht so gut meinen. Sie geben ihn der Lächerlichkeit preis. Schlimm nur, dass es niemand im Umfeld des sehr geehrten Chefs merkt.
Autor: nnzMehrfach hatte die nnz bereits auf Huldigungen der Mitarbeiterschaft der Sollstedter Gemeindeverwaltung hingewiesen. Die Glückwünsche zur Wiederwahl des Jürgen Hohberg waren solch ein Beispiel. Eigentlich war dieser Vorgang nicht zu übertreffen, dachte damals die nnz-Redaktion. Doch weit gefehlt: Es geht mit den Huldigungen noch weiter.
Gestern flatterte ein Grußfax aus dem nnz-Gerät. Da wird Jürgen Hohberg zu einem Dienstjubiläum gratuliert. Nun könnte man sich trefflichst streiten, was ein Jubiläum ist: Zehn Jahre, 20 Jahre, 25 Jahre usw.? In Sollstedt ist das 16. Dienstjubiläum schon Anlass einer Würdigung, die an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist.
Sehr geehrter Herr Hohberg, sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Chef... beginnt der Lobesgesang, was folgt, das sind Worte wie Engagement, Einsatzbereitschaft und Mut, die ausgesprochen werden für den Erhalt unserer Arbeitsplätze. Es kommt aber noch besser, oder: schlimmer: Wir sind froh aber auch stolz, dass Sie die Bürgermeisterwahl am 07.05.2006 gewonnen haben und damit für weitere sechs Jahre als unser Chef die Gemeinde Sollstedt leiten und lenken werden.
Ähnliche Briefe und Schreiben sind vermutlich nur zu monarchistischen Zeiten in Deutschland verfaßt worden. Ob Jürgen Hohberg das nun selber gut oder nicht gut findet, ob er davon wusste oder nicht das sei dahingestellt, er sollte lieber daran tun, diese Art der Unterwerfung und Huldigung in seinem unmittelbaren Arbeitsumfeld zu unterbinden. Und mal ehrlich: Die Zeit, die zum Erstellen des Glückwunsches (Gestaltung, Bildchen, Wappen, Blumen, und Stempel) benötigt wurde, die hätte man sich der Verwaltung der Gemeinde widmen können.
Das dieses einmalige Dokument dann auch noch in die weite Welt gefaxt wurde, das lässt vermuten, dass die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung es mit ihrem sehr geehrten Chef doch nicht so gut meinen. Sie geben ihn der Lächerlichkeit preis. Schlimm nur, dass es niemand im Umfeld des sehr geehrten Chefs merkt.
