NPD-Demo: Bilanz der Polizei
Sonntag, 09. Dezember 2001, 12:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Der NPD-Aufmarsch ist Geschichte. Viele Menschen in Nordhausen haben gezeigt, dass sie nicht nur weggucken, wenn die braune Einfalt durch die Straßen zieht, sondern dass sie diesem Treiben auch eine multikulturelle Vielfalt entgegen setzen können. nnz betrachtet des gestrigen Tag aus der Sicht der Polizei.
Das Großaufgebot an Polizei und Bundesgrenzschutz ähnelte dem des vergangenen Jahres. Und doch, so erfuhr nnz, waren es in diesem Jahr deutlich mehr Beamte, die in Nordhausen im Einsatz waren. Rund 2.000 sollen es gewesen sein, teils in Uniform, teils in Zivil. Die Thüringer Polizei wurde dabei von einsatzerfahrenen Beamten aus Bayern unterstützt. Sie sorgten zusammen dafür, dass die durch das Landratsamt und schließlich auch vom Bundesverfassungsgericht erlassenen und bestätigten Auflagen eingehalten wurden. Diese bestanden unter anderem darin, dass während der gesamten Veranstaltung Ordner anwesend sein mußten, die vom äußeren Anschein erkennbar sein müssen. Es durften keine Seitentransparente verwendet werden. Untersagt waren auch Transparente, die nach Art und Beschaffenheit als Schutzschild verwendet werden können. Als Anmelder für die gestrige Demo fungierte Marko Polzius aus Nordhausen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 250 Personen aus der rechten Szene an der Demo teil. Die vorgeschriebene Wegstrecke wurde eingehalten. An einer Station wurde gestoppt, um eine Kurzkundgebung abzuhalten.
Bereits im Vorfeld hatte die Polizei Kontrollstellen eingerichtet. Ziel dieser Kontrollen war es, rechtzeitig potentielle Straftäter festzustellen und verbotene Gegenstände sicherzustellen. 17 Personen, die vorwiegend dem linksautonomen Spektrum zuzuordnen waren, wurden vorläufig festgenommen, da sie u.a. gegen das Waffengesetz verstießen oder gegen das Versammlungsgesetz. Mehrere verbotene Gegenstände wurden sichergestellt, u.a. ein Cuttermesser, ein Trommelrevolver und ein Butterflymesser. Ein 19-jähriger Mann, der vorläufig wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz festgenommen und zur Dienststelle an die Darre gebracht wurde, verspürte das dringende Bedürfnis, ein "Zeichen" zu setzen - er urinierte im Gefangenenbus. Nun erwartet ihn neben einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz auch noch eine fette Rechnung zur Reinigung des Busses.
"Das Konzept der Polizei ist aufgegangen. Die Veranstaltung ist friedlich verlaufen. Wir haben es verstanden, unsere Linie konsequent umzusetzen. Demonstration in Nordhausen ja. Krawalle und Gewalt nein! Wir haben von Anfang an verdeutlicht, dass in Nordhausen keine Straftaten geduldet werden." stellte der Polizeiführer und Leiter der Polizeidirektion Nordhausen, Günther Lierhammer, fest. An dieser Stelle soll auch einmal den Beamten gedankt werden, die mit ihrer Präsenz in Nordhausen für einen friedlichen Ablauf der Veranstaltungen sorgten. Viele von ihnen schruppten gestern unzählige Überstunden, viele Beamte hätten sich vielleicht auch ein schöneres und angenehmeres Wochenende vorstellen können. Wenn auch die überdurchschnittliche Präsenz der Polizei optisch erdrückend wirkte, sie war jedoch notwendig und präventiv gleichermaßen.
Autor: nnzDas Großaufgebot an Polizei und Bundesgrenzschutz ähnelte dem des vergangenen Jahres. Und doch, so erfuhr nnz, waren es in diesem Jahr deutlich mehr Beamte, die in Nordhausen im Einsatz waren. Rund 2.000 sollen es gewesen sein, teils in Uniform, teils in Zivil. Die Thüringer Polizei wurde dabei von einsatzerfahrenen Beamten aus Bayern unterstützt. Sie sorgten zusammen dafür, dass die durch das Landratsamt und schließlich auch vom Bundesverfassungsgericht erlassenen und bestätigten Auflagen eingehalten wurden. Diese bestanden unter anderem darin, dass während der gesamten Veranstaltung Ordner anwesend sein mußten, die vom äußeren Anschein erkennbar sein müssen. Es durften keine Seitentransparente verwendet werden. Untersagt waren auch Transparente, die nach Art und Beschaffenheit als Schutzschild verwendet werden können. Als Anmelder für die gestrige Demo fungierte Marko Polzius aus Nordhausen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 250 Personen aus der rechten Szene an der Demo teil. Die vorgeschriebene Wegstrecke wurde eingehalten. An einer Station wurde gestoppt, um eine Kurzkundgebung abzuhalten.
Bereits im Vorfeld hatte die Polizei Kontrollstellen eingerichtet. Ziel dieser Kontrollen war es, rechtzeitig potentielle Straftäter festzustellen und verbotene Gegenstände sicherzustellen. 17 Personen, die vorwiegend dem linksautonomen Spektrum zuzuordnen waren, wurden vorläufig festgenommen, da sie u.a. gegen das Waffengesetz verstießen oder gegen das Versammlungsgesetz. Mehrere verbotene Gegenstände wurden sichergestellt, u.a. ein Cuttermesser, ein Trommelrevolver und ein Butterflymesser. Ein 19-jähriger Mann, der vorläufig wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz festgenommen und zur Dienststelle an die Darre gebracht wurde, verspürte das dringende Bedürfnis, ein "Zeichen" zu setzen - er urinierte im Gefangenenbus. Nun erwartet ihn neben einer Anzeige wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz auch noch eine fette Rechnung zur Reinigung des Busses.
"Das Konzept der Polizei ist aufgegangen. Die Veranstaltung ist friedlich verlaufen. Wir haben es verstanden, unsere Linie konsequent umzusetzen. Demonstration in Nordhausen ja. Krawalle und Gewalt nein! Wir haben von Anfang an verdeutlicht, dass in Nordhausen keine Straftaten geduldet werden." stellte der Polizeiführer und Leiter der Polizeidirektion Nordhausen, Günther Lierhammer, fest. An dieser Stelle soll auch einmal den Beamten gedankt werden, die mit ihrer Präsenz in Nordhausen für einen friedlichen Ablauf der Veranstaltungen sorgten. Viele von ihnen schruppten gestern unzählige Überstunden, viele Beamte hätten sich vielleicht auch ein schöneres und angenehmeres Wochenende vorstellen können. Wenn auch die überdurchschnittliche Präsenz der Polizei optisch erdrückend wirkte, sie war jedoch notwendig und präventiv gleichermaßen.
