Praktisch zum Abschluß
Mittwoch, 31. Mai 2006, 13:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Mathe, Deutsch und englische Vokabeln pauken, das ist nicht jeden Schülers Sache. Statt sitzen bleiben oder gar nicht mehr hingehen, bietet die Petersbergschule einen alternativen Weg zum Schulabschluß. Was dabei rauskommen kann, hat sich die nnz angesehen.
Praktisch zum Abschluß (Foto: nnz)
Jessica, Tommy, Dominik und ihre Mitschüler hatten nie wirklich Bock auf die Schule. Kein Wunder, ihre Lernerfolge waren auch eher bescheiden. Doch jetzt können die Jugendlichen stolz sein auf sich, sie haben ihren Hauptschulabschluß so gut wie in der Tasche. In einer Praxisklasse konnten sie ihre Stärken entdecken und erhielten entsprechende Förderung.
Heute präsentierten die Jungen und Mädchen der achten und neunten Klassen ihre Werke vor Lehrern und Ausbildern. Holz- und Metallarbeiten gehören dazu, aber auch die leckeren Kuchen, welche die Jugendlichen aus dem Hauswirtschaftskurs gebacken haben. Ihre Arbeitsbereiche stellten die Schüler selbst mit Hilfe von Power Point Präsentationen vor.
Die Stundentafel der Praxisschüler unterscheidet sich stark von der einer normalen Hauptschulklasse. Zehn Stunden pro Woche lernen die Schüler Sachen, die sie wirklich interessieren. Sechs Stunden davon geht es ins IKL Bildungszentrum oder ins Bildungswerk Bau. Einige Schüler hatten auch die Möglichkeit, einen Praktikumsplatz bei der Firma Stiegelmeier zu ergattern. Die anderen Stunden werden in der Petersbergschule unterrichtet. Da eignen sich die Schüler theoretisches Wissen über die Wirtschaft an und lernen mit dem Computer umzugehen.
Elf Schüler besuchen die neunte Klasse, die offiziell wieder eine normale Hauptschulklasse ist. Alle haben sich für den qualifizierenden Hauptschulabschluß angemeldet. Es sei ein großer Erfolg, daß die Jugendlichen sich einer solchen Prüfung stellen wollen. Eine achte und zwei siebte Klassen beweisen, daß das Projekt auch im dritten Jahr gut angenommen wird.
Aus dem ganzen Landkreis kommen die Schüler auf den Petersberg, denn nirgendwo sonst wird diese besondere Unterrichtsform angeboten. Für viele lernschwache Schüler kann sie eine sinnvolle und vor allem motivierende Möglichkeit zu einem Schulabschluß sein. Alle Schulen im Kreis wissen Bescheid, daß sie Kinder ab dem Ende sechsten Klasse auf die Petersbergschule verweisen können.
Trotz knapper werdendem Budget soll es auch im nächsten Schuljahr wieder eine neue siebte Klasse geben. Um das Projekt wie bisher aufrecht zu erhalten, wünscht sich die Schule mehr Betriebe, die den Jugendlichen Praktikumsplätze zur Verfügung stellen. Das erhöht später auch die Chancen auf eine Lehrstelle. Da stehen die Praxisschüler besser da als ihre normalen Hauptschulkollegen. Sie haben schon Einblick ins richtige Berufsleben sammeln können und verfügen über vielseitige handwerkliche Fähigkeiten.
Alexander zum Beispiel hat im Metallbereich seine Ausbildung so gut wie sicher. Er weiß genau was ihn erwartet, hat er doch schon einige Werkstücke selbst angefertigt. Grade im Metallhandwerk werden Lehrlinge gesucht, die vor dem Werkstoff und der teils anstrengenden Arbeit nicht zurückschrecken. Benjamin hat im Hauswirtschaftskurs zwar bewiesen, daß auch Jungen gut bügeln können, aber er hat sich doch lieber um eine Lehrstelle als Koch beworben. Die attraktive Ausbildungsküche im Keller der Schule könnte ihn motiviert haben.
Wenn Sie jetzt denken: Das wäre die richtige Lösung für mein Kind. Dann brauchen Sie nicht warten, daß Sohn oder Tochter sitzen bleiben oder schwänzen oder von der bisherigen Schule auf den Petersberg verwiesen wird. Eltern können sich einfach an die Schule wenden und werden zu einem Gespräch eingeladen. Auch die Schüler nehmen zuerst auf Probe am Unterricht teil. Sie werden sicher die Chance erkennen, die ihnen hier geboten wird.
Autor: wf
Praktisch zum Abschluß (Foto: nnz)
Jessica, Tommy, Dominik und ihre Mitschüler hatten nie wirklich Bock auf die Schule. Kein Wunder, ihre Lernerfolge waren auch eher bescheiden. Doch jetzt können die Jugendlichen stolz sein auf sich, sie haben ihren Hauptschulabschluß so gut wie in der Tasche. In einer Praxisklasse konnten sie ihre Stärken entdecken und erhielten entsprechende Förderung. Heute präsentierten die Jungen und Mädchen der achten und neunten Klassen ihre Werke vor Lehrern und Ausbildern. Holz- und Metallarbeiten gehören dazu, aber auch die leckeren Kuchen, welche die Jugendlichen aus dem Hauswirtschaftskurs gebacken haben. Ihre Arbeitsbereiche stellten die Schüler selbst mit Hilfe von Power Point Präsentationen vor.
Die Stundentafel der Praxisschüler unterscheidet sich stark von der einer normalen Hauptschulklasse. Zehn Stunden pro Woche lernen die Schüler Sachen, die sie wirklich interessieren. Sechs Stunden davon geht es ins IKL Bildungszentrum oder ins Bildungswerk Bau. Einige Schüler hatten auch die Möglichkeit, einen Praktikumsplatz bei der Firma Stiegelmeier zu ergattern. Die anderen Stunden werden in der Petersbergschule unterrichtet. Da eignen sich die Schüler theoretisches Wissen über die Wirtschaft an und lernen mit dem Computer umzugehen.
Elf Schüler besuchen die neunte Klasse, die offiziell wieder eine normale Hauptschulklasse ist. Alle haben sich für den qualifizierenden Hauptschulabschluß angemeldet. Es sei ein großer Erfolg, daß die Jugendlichen sich einer solchen Prüfung stellen wollen. Eine achte und zwei siebte Klassen beweisen, daß das Projekt auch im dritten Jahr gut angenommen wird.
Aus dem ganzen Landkreis kommen die Schüler auf den Petersberg, denn nirgendwo sonst wird diese besondere Unterrichtsform angeboten. Für viele lernschwache Schüler kann sie eine sinnvolle und vor allem motivierende Möglichkeit zu einem Schulabschluß sein. Alle Schulen im Kreis wissen Bescheid, daß sie Kinder ab dem Ende sechsten Klasse auf die Petersbergschule verweisen können.
Trotz knapper werdendem Budget soll es auch im nächsten Schuljahr wieder eine neue siebte Klasse geben. Um das Projekt wie bisher aufrecht zu erhalten, wünscht sich die Schule mehr Betriebe, die den Jugendlichen Praktikumsplätze zur Verfügung stellen. Das erhöht später auch die Chancen auf eine Lehrstelle. Da stehen die Praxisschüler besser da als ihre normalen Hauptschulkollegen. Sie haben schon Einblick ins richtige Berufsleben sammeln können und verfügen über vielseitige handwerkliche Fähigkeiten.
Alexander zum Beispiel hat im Metallbereich seine Ausbildung so gut wie sicher. Er weiß genau was ihn erwartet, hat er doch schon einige Werkstücke selbst angefertigt. Grade im Metallhandwerk werden Lehrlinge gesucht, die vor dem Werkstoff und der teils anstrengenden Arbeit nicht zurückschrecken. Benjamin hat im Hauswirtschaftskurs zwar bewiesen, daß auch Jungen gut bügeln können, aber er hat sich doch lieber um eine Lehrstelle als Koch beworben. Die attraktive Ausbildungsküche im Keller der Schule könnte ihn motiviert haben.
Wenn Sie jetzt denken: Das wäre die richtige Lösung für mein Kind. Dann brauchen Sie nicht warten, daß Sohn oder Tochter sitzen bleiben oder schwänzen oder von der bisherigen Schule auf den Petersberg verwiesen wird. Eltern können sich einfach an die Schule wenden und werden zu einem Gespräch eingeladen. Auch die Schüler nehmen zuerst auf Probe am Unterricht teil. Sie werden sicher die Chance erkennen, die ihnen hier geboten wird.
