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nnz-Forum: "Heil Hitler" auf Campus?

Mittwoch, 31. Mai 2006, 12:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in der vergangenen Woche über das Campusfest der Fachhochschule berichtet. Doch das soll durch das Auftauchen von Neonazis getrübt worden sein, meinen zumindest die Nordhäuser Nachwuchs-Antifaschisten und äußern sich im Forum der nnz.


„Da freuen sich also Fachhochschule und Studentenrat (StuRa) über das erfolgreiche Campusfest und die 3000 Besucher. Auch für Nordhausens Neo-Nazis, war das Campusfest ein voller Erfolg. Wie kommt man denn zu der Annahme, dass gerade Neo-Nazis ein Campusfest als Erfolg werten könnten? Würden woanders Neo-Nazis auf einem Campus prügeln und aggressive Präsenz zeigen, würden sie normalerweise vom Platz verwiesen werden - Normalerweise. Nicht so in Nordhausen. Die Einen wollen davon nichts wissen und die Anderen bemerken es nicht einmal - wie auch, wenn darüber nicht informiert wird.

Da erwartet man doch wenigstens vom StuRa, dass wenn auf die Vorfälle aufmerksam gemacht wird, eine Reaktion – eine Reaktion? Auf die Frage, ob eine Durchsage über die Präsenz von Nazis auf dem Campus gemacht werden könne und dass auf die ausländischen MitstudentInnen geachtet werden solle, meinte der Stellvertretende StuRa Vorsitzende Urs Bogner, dass dies eine nicht kommerzielle Veranstaltung sei und somit jeder Anwesende ein Gast wäre, ob nun Nazi oder nicht. Wem das nicht passt, der soll doch selbst den Campus verlassen.

Wen stören denn da noch ein paar „Heil Hitler“-Rufe und Faustschläge? Die Geschädigten verließen dann, wie geraten, den Campus, die Nazis blieben bis in die frühen Morgenstunden. Hauptsache die Publicity stimmt – das Campusfest 2006 – ein voller Erfolg!!! Dies ist ein Armutszeugnis für die FH Nordhausen. Wie kann denn an einer höheren Bildungseinrichtung so viel Ignoranz seitens der StudentInnen und sogar des StuRa existieren. Wenn rechtsradikale gewalttätige Auseinandersetzungen und „Heil Hitler“ Rufe auf dem Campus offen toleriert werden, müsste dies nicht nur thematisiert werden, sondern auch offen dagegen vorgegangen werden!“
Isabell Meier, Sprecherin der Antifaschistischen Aktion Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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