Nordhausen: Keine Toleranz für Nazis
Samstag, 08. Dezember 2001, 20:19 Uhr
Nordhausen (nnz). Nordhausen hat Flagge gezeigt: Mit einem multikulturellen Veranstaltungsangebot wurde heute einem Nazi-Aufmarsch in der Rolandstadt entgegen gehalten, dass rechtes Gedankengut keine Chance in Nordhausen hat. nnz war am Nachmittag und am Abend vor Ort.
Die Idee eines breiten Bündnisses gegen den rechten Aufmarsch war genau das Richtige. Zu dieser Einschätzung kamen heute nicht nur die etablierten Parteien, sondern auch alle Bewegungen, Organisationen, Vereine und Institutionen, die sich diesem Verein zusammengeschlossen hatten. Ein solcher könnte es einmal werden, das Bündnis mutiert zum Verein, so die Vision von Sprecher Reiner Schumann und nicht immer muß ein rechter Aufmarsch das auslösende Moment für künftige Aktionen sein. Hunderte Nordhäuser aber auch Menschen aus dem Landkreis und den angrenzenden Regionen waren vor das Nordhäuser Rathaus und in die Töpferstraße gekommen. Sie alle wollten ihre Toleranz bekunden, mit einer Ausnahme: Keine Toleranz gegen Rechtsextremismus, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass! Mit diesem bunten und vielfältigen Abend sollte der braunen Einfalt gezeigt werden, dass sie in Nordhausen nicht Fuß fassen wird. Feuerschlucker, Trommler, Jongleure, Musikgruppen, Liedermacher und Diskussionsrunden umfassen das Angebot dieses Tages.
Wohin diese unmenschlichen Denkweisen letztlich führen, das habe Nordhausen im vergangenen Jahrhundert erleben müssen. Die Wunden, die der Krieg der Stadt zugefügt habe, würden nie wieder richtig verheilen, der Schmerz der Menschen könne nie vergessen werden, mahnte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in ihrer Rede. Rechtsextremismus oder zentrale Versatzstücke rechtextremer Ideologien kommen oft in der Verkleidung vereinfachter Denkmuster einher. Aber gerade hier im Alltag entstehen die Verletzungen, spielt sich die ganz gewöhnliche Gewalt ab, so Rinke.
Das konnten auch Vertreter des Vereins Schrankenlos und Studenten der Fachhochschule bestätigen. Ein Macher des Studentenklubs der Fachhochschule war eigentlich enttäuscht über die geringe Resonanz der Veranstaltung des Bündnisses, die Vertreterin von Schrankenlos berichtete über die furchtbare Behandlung von Asylbewerbern in der Ausländerbehörde des Landratsamtes.
Obwohl die Stadtwerke noch schnell braune und schwarze Mülltonnen entlang des Demonstrationszuges der NPD gestellt hatten, obwohl in einem Aufruf von Stadtverwaltung und Stadtrat appelliert wurde, die Rollläden zu schließen um so symbolisch wegzugucken, kamen mehr als 100 Schaulustige Nordhausen zum Rand des August-Bebel-Platzes. Dort hatten sich nach 17 Uhr rund 250 Rechtsradikale aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und auch aus Nordhausen versammelt. Mit dumpfen Sprüchen, denen hier kein Platz gewidmet werden soll, marschierten sie in Richtung Nordhausen/Nord. Immer wieder versuchten Linksradikale, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, kurz vor 18 Uhr schien im Bereich der Töpferstraße die Situation zu eskalieren. Mehrere hundert Beamte wurde herangezogen und konnten Ruhe schaffen.
Die Polizei war an diesem Samstagabend mit einem Großaufgebot von 2.000 Beamten in Nordhausen angetreten. Hauptsächliches Ziel: Trennung des rechten Aufmarsches von linken Autonomen. Dazu wurde die Nordhäuser Innenstadt vom Rathaus bis zum August-Bebel-Platz hermetisch abgeriegelt. Im Vorfeld des Abends kam es nach nnz-Informationen bislang zu zehn Festnahmen, vorwiegend von Personen aus dem linken Spektrum. Dabei wurden auch Schreckschusswaffen, Pfeffersprays und Butterfly-Messer sichergestellt. Größere Vorkommnisse gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt nach Aussage der Polizei nicht.
Autor: nnzDie Idee eines breiten Bündnisses gegen den rechten Aufmarsch war genau das Richtige. Zu dieser Einschätzung kamen heute nicht nur die etablierten Parteien, sondern auch alle Bewegungen, Organisationen, Vereine und Institutionen, die sich diesem Verein zusammengeschlossen hatten. Ein solcher könnte es einmal werden, das Bündnis mutiert zum Verein, so die Vision von Sprecher Reiner Schumann und nicht immer muß ein rechter Aufmarsch das auslösende Moment für künftige Aktionen sein. Hunderte Nordhäuser aber auch Menschen aus dem Landkreis und den angrenzenden Regionen waren vor das Nordhäuser Rathaus und in die Töpferstraße gekommen. Sie alle wollten ihre Toleranz bekunden, mit einer Ausnahme: Keine Toleranz gegen Rechtsextremismus, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass! Mit diesem bunten und vielfältigen Abend sollte der braunen Einfalt gezeigt werden, dass sie in Nordhausen nicht Fuß fassen wird. Feuerschlucker, Trommler, Jongleure, Musikgruppen, Liedermacher und Diskussionsrunden umfassen das Angebot dieses Tages.
Wohin diese unmenschlichen Denkweisen letztlich führen, das habe Nordhausen im vergangenen Jahrhundert erleben müssen. Die Wunden, die der Krieg der Stadt zugefügt habe, würden nie wieder richtig verheilen, der Schmerz der Menschen könne nie vergessen werden, mahnte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in ihrer Rede. Rechtsextremismus oder zentrale Versatzstücke rechtextremer Ideologien kommen oft in der Verkleidung vereinfachter Denkmuster einher. Aber gerade hier im Alltag entstehen die Verletzungen, spielt sich die ganz gewöhnliche Gewalt ab, so Rinke.
Das konnten auch Vertreter des Vereins Schrankenlos und Studenten der Fachhochschule bestätigen. Ein Macher des Studentenklubs der Fachhochschule war eigentlich enttäuscht über die geringe Resonanz der Veranstaltung des Bündnisses, die Vertreterin von Schrankenlos berichtete über die furchtbare Behandlung von Asylbewerbern in der Ausländerbehörde des Landratsamtes. Obwohl die Stadtwerke noch schnell braune und schwarze Mülltonnen entlang des Demonstrationszuges der NPD gestellt hatten, obwohl in einem Aufruf von Stadtverwaltung und Stadtrat appelliert wurde, die Rollläden zu schließen um so symbolisch wegzugucken, kamen mehr als 100 Schaulustige Nordhausen zum Rand des August-Bebel-Platzes. Dort hatten sich nach 17 Uhr rund 250 Rechtsradikale aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und auch aus Nordhausen versammelt. Mit dumpfen Sprüchen, denen hier kein Platz gewidmet werden soll, marschierten sie in Richtung Nordhausen/Nord. Immer wieder versuchten Linksradikale, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, kurz vor 18 Uhr schien im Bereich der Töpferstraße die Situation zu eskalieren. Mehrere hundert Beamte wurde herangezogen und konnten Ruhe schaffen.
Die Polizei war an diesem Samstagabend mit einem Großaufgebot von 2.000 Beamten in Nordhausen angetreten. Hauptsächliches Ziel: Trennung des rechten Aufmarsches von linken Autonomen. Dazu wurde die Nordhäuser Innenstadt vom Rathaus bis zum August-Bebel-Platz hermetisch abgeriegelt. Im Vorfeld des Abends kam es nach nnz-Informationen bislang zu zehn Festnahmen, vorwiegend von Personen aus dem linken Spektrum. Dabei wurden auch Schreckschusswaffen, Pfeffersprays und Butterfly-Messer sichergestellt. Größere Vorkommnisse gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt nach Aussage der Polizei nicht.