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nnz-Forum: Unnötiges Palaver

Mittwoch, 24. Mai 2006, 07:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz-berichtete gestern über die Milliarden-Defizite der Krankenkassen. Das regt auch einige nnz-Leser auf. Im Forum haben wir ihre Statements zusammengefasst.


Als kritischer, wenn auch selbst privat versicherter Beobachter des kranken Gesundheitssystems fällt mir spontan ein Lösungsvorschlag zur "Bereinigung" der Strukturen ein. Die Regierung sollte das Kreuz haben, den unseligen Risikostrukturausgleich abzuschaffen (für nicht Informierte - "reiche" Krankenkassen müssen per Gesetz an "armen" Krankenkassen Geldtransfers leisten um Nachteile durch schlechte Mitgliederstrukturen (viele Rentner, viele Arbeitslose, wenig Mitglieder bei zu großen Verwaltungsapparaten...) auszugleichen.

Fällt dieser Ausgleich weg, dürften sich die Kostenfresser von ganz allein vom Markt entfernen - ohne das sich ein Politiker diese unschöne Aufgabe vornehmen muß! Ist das nicht sehr praktisch - ich finde 4-5 Krankenkassen reichen völlig aus?! Ähnlich sollte man z.B. bei den Berufsgenossenschaften, die erst seit 2005 auf die Idee des Strukturausgleichs kamen, praktizieren. Die Zeit ist reif für Veränderungen, auch wenn auch gut bezahlte Vorstandsposten dabei fallen.
Frank Tabatt, Sülzhayn


Es kann einem schlecht werden, wenn man diese Nachrichten liest. Die armen Krankenkassen. Sie klagen und klagen. Für jeden Mist muss man zuzahlen. Das Sterbegeld wurde eingespart, in der Notdienststelle im Krankenhaus wird man bei einen Notfall mit einem Schreiben an der Anmeldescheibe begrüßt, was bei einen Notfall selbst zu Bezahlen ist, und man reicht gleich die Hand mit der Bitte um die 10 Euro zu bezahlen. Wenn man dann mal dran kommt und ein Rezept erhält, wird man gleich an der Notfallapotheke empfangen mit 2,50 Euro Gebühren für die Notfallapotheke. Es ist bekannt, dass es 300 Krankenkassen in Deutschland gibt. Und es ist auch bekannt, dass jede Krankenkasse einen Vorstand hat. Und es ist auch bekannt, was für schöne Gehälter die Personen bekommen.

Das kann keiner mehr verstehen in Zeiten der Sparsamkeit. Die Krankenkassen machen es möglich. Und wir Bürger dürfen es bezahlen. Schaft 290 Krankenkassen mit ihren gut bezahlten Vorständen ab, dann schreiben sie auch keine roten zahlen mehr.
Henry Schmelzer
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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