nnz-Forum: Neuen Namen geben
Samstag, 13. Mai 2006, 17:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Forum der nnz kam in der zurückliegenden Woche Herr Richter zu Wort. Er wunderte sich über Vorgänge in der Käthe-Kollwitz-Grundschule. Jetzt gibt es dazu eine Reaktion.
Angesichts der Schilderungen von Herrn Richter im nnz-Forum zum Thema Personenkult, wäre es interessant zu wissen, wie hier das Staatliche Schulamt reagiert? Auftrag von Schule ist in der Hauptsache die Vermittlung von Bildung. Das dazu auch die Vermittlung von Wissen in politischer Hinsicht gehört, wird durch die Lehrplangestaltung gesichert. Ansonsten hat sich Schule und vor allem die Schulleitung nach den geltenden Regeln immer noch aus der Politik herauszuhalten.
Unerhört finde ich daher, soweit die Schilderungen von Herrn Richter stimmen, daß sich eine Schulleiterin, deren wesentliche Aufgabe es ist, als neutrale Person, einen geordneten Schulbetrieb zu sichern, für derartige Spielchen mit den anvertrauten Kindern hergibt. Während man sich in mehreren Gremien über Kopftuchverbot an den staatlichen Schulen streitet, ist man offenbar an dieser Schule wieder auf dem besten Weg dem/der politischen Führer(in) zu huldigen.
Vielleicht hängen aber auch an dieser Schule bald wieder die Bilder des jeweiligen politischen Führers in jedem Klassenzimmer. Das jede der staatlichen Schulen heute um ein eigenes Profil ringt, ist bekannt. Diese Schule soll Ganztagsschule werden, was bereits auch schon an anderen Schulen realisiert ist. Hier verfährt man offenbar nach dem Motto: "Nachmachen ist einfacher als Selbstmachen". Es wäre daher vielleicht richtiger, die Schule wie folgt zu benennen: Grundschule "Käthe-Kollwitz" - "Ganztagsgrundschule mit
sozialistisch/kommunistisch geprägtem Leitbild".
Bei der nächsten Einschulung könnten die Eltern dann wenigsten eine klare Entscheidung für den Weg ihres Kindes treffen, Jugendweihe inklusive. "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden " so steht es in großen Lettern am Portal der Schule. Doch hier bleiben Fragen offen. Was für Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden? Sind es die Saatfrüchte für eine museumsreife Diktatur des Proletariats a la Honecker oder sind es die neuen Saatfrüchte zur Schaffung einer demokratischen Kultur, die sich in der sozialen Marktwirtschaft herausbilden konnten und die sich als wirtschafts- und sozialpolitisch sinnvoll
herauskristallisiert haben? Für letzteres gilt natürlich, daß auch die Schulleitung und das Lehrerkollegium aus dieser Saat hervorgegangen sein sollte. Doch hier hat wohl diese Schule noch wenig Chancen.
Volker Theuerkauf, Steigerthal
Angesichts der Schilderungen von Herrn Richter im nnz-Forum zum Thema Personenkult, wäre es interessant zu wissen, wie hier das Staatliche Schulamt reagiert? Auftrag von Schule ist in der Hauptsache die Vermittlung von Bildung. Das dazu auch die Vermittlung von Wissen in politischer Hinsicht gehört, wird durch die Lehrplangestaltung gesichert. Ansonsten hat sich Schule und vor allem die Schulleitung nach den geltenden Regeln immer noch aus der Politik herauszuhalten.
Unerhört finde ich daher, soweit die Schilderungen von Herrn Richter stimmen, daß sich eine Schulleiterin, deren wesentliche Aufgabe es ist, als neutrale Person, einen geordneten Schulbetrieb zu sichern, für derartige Spielchen mit den anvertrauten Kindern hergibt. Während man sich in mehreren Gremien über Kopftuchverbot an den staatlichen Schulen streitet, ist man offenbar an dieser Schule wieder auf dem besten Weg dem/der politischen Führer(in) zu huldigen.
Vielleicht hängen aber auch an dieser Schule bald wieder die Bilder des jeweiligen politischen Führers in jedem Klassenzimmer. Das jede der staatlichen Schulen heute um ein eigenes Profil ringt, ist bekannt. Diese Schule soll Ganztagsschule werden, was bereits auch schon an anderen Schulen realisiert ist. Hier verfährt man offenbar nach dem Motto: "Nachmachen ist einfacher als Selbstmachen". Es wäre daher vielleicht richtiger, die Schule wie folgt zu benennen: Grundschule "Käthe-Kollwitz" - "Ganztagsgrundschule mit
sozialistisch/kommunistisch geprägtem Leitbild".
Bei der nächsten Einschulung könnten die Eltern dann wenigsten eine klare Entscheidung für den Weg ihres Kindes treffen, Jugendweihe inklusive. "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden " so steht es in großen Lettern am Portal der Schule. Doch hier bleiben Fragen offen. Was für Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden? Sind es die Saatfrüchte für eine museumsreife Diktatur des Proletariats a la Honecker oder sind es die neuen Saatfrüchte zur Schaffung einer demokratischen Kultur, die sich in der sozialen Marktwirtschaft herausbilden konnten und die sich als wirtschafts- und sozialpolitisch sinnvoll
herauskristallisiert haben? Für letzteres gilt natürlich, daß auch die Schulleitung und das Lehrerkollegium aus dieser Saat hervorgegangen sein sollte. Doch hier hat wohl diese Schule noch wenig Chancen.
Volker Theuerkauf, Steigerthal
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
