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nnz-Forum: Kritik nicht erwünscht?

Freitag, 05. Mai 2006, 08:46 Uhr
Nordhausen/Sollstedt (nnz). Die nnz hatte in dieser Woche vom offiziellen Start für den Bau des letzten Autobahnabschnittes der A 38 auf Thüringer Boden berichtet. Dabei äußerte Minister Andreas Trautvetter deutliche Kritik am Verhalten von Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Hohberg äußert sich dazu im Forum der nnz.


"Der Träger des Vorhabens nach dem Bundesverkehrswegeplan „Neubau der BAB 38“, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (DEGES) nahm in einer Veranstaltung in dieser Woche (nnz berichtete) aus den Händen des Thüringer Ministers für Bau und Verkehr, Herrn Andreas Trautvetter, den Planfeststellungsbeschluss für den letzten Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Bleicherode und Breitenworbis entgegen.

Was sich so simpel anhört, war ein ungeheurer Kraftakt, der allen an der Planung und Genehmigung Beteiligten und den Betroffenen einiges abverlangte. Unser ganz besonderer Dank gilt daher der Anhörungsbehörde (Thüringer Landesverwaltungsamt), die in diesem Verfahren maßgeblich und mit großem Geschick von Frau Mehlhorn vertreten wurde, dem Referatsleiter des Thüringer Ministeriums für Bau und Verkehr, Peter Siefer, den Herren Wintjen und Labusga von der DEGES und den zahlreichen Fachplanern der vom Vorhabensträger beauftragten Ingenieurbüros. Diesen Dank brachte ich anlässlich der als Wahlkampfveranstaltung der CDU ausgestalteten offiziellen Beschlussübergabe auch zum Ausdruck.

Die zahlreich anwesenden Pressevertreter kamen für diese medienwirksame Übergabe diesmal wohl gerade recht – während an deren Anwesenheit eine Woche zuvor zur Informationsveranstaltung in der Sollstedter Festhalle durch den Minister öffentlich Kritik geübt wurde – dabei verkennend, dass nicht der Bürgermeister „spektakulär an die Öffentlichkeit“ gehen wollte, sondern die Öffentlichkeit, sprich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, vor und während der Veranstaltung an den Bürgermeister herantraten. Diese wollten ihre Interessen vertreten wissen, fanden für ihre Probleme aber leider keinen Ansprechpartner, obwohl der Bürgermeister zuvor den Telefonhörer in die Hand genommen und mit den zuständigen Leuten geredet hatte.

Ein positives Ergebnis gibt es aber nun doch: Mit Einladung vom 02./03.55.2006 wurde für den 17.05.2006 nunmehr ein Gesprächstermin mit dem Nordthüringer Straßenbauamt in Leinefelde-Worbis vereinbart. Wir hoffen, dass wir mit unseren Problemen am untergeordneten Straßennetz (hauptsächlich B 80 und L 2049) während der Bauzeit an der BAB 38 endlich Gehör finden. Der Zustand der beiden Landesstraßen von Sollstedt nach Rehungen und nach Ascherode lässt jedenfalls Zweifel an der Darstellung des Sanierungsstandes der Straßen im Landkreis Nordhausen aufkommen, denn in beiden Fällen ist dieser mehr als erbärmlich und bisher scheinbar keine Abhilfe in Aussicht. Wir hoffen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Sollstedt auf ein Einlenken des Straßenbauamtes Nordthüringen."
Jürgen Hohberg, Bürgermeister
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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