Grünes Licht für Förderverein
Mittwoch, 26. April 2006, 15:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Am kommenden Donnerstag (4. Mai) um 19 Uhr wird sich in der Gaststätte Rüdigsdofer Schweiz ein Förderkreis zur Sanierung der evangelischen Kirche St. Jakobi in Nordhausens Stadtteil Rüdigsdorf gründen. Was sich die Initiatoren vornehmen wollen, das hat jetzt die nnz erfahren.
Grünes Licht für Förderverein (Foto: nnz)
Auf eine Vereinsgründung einigten sich jetzt rund 20 Rüdigsdorfer bei einem Vorbereitungstreffen im Ortsteil. Mit dabei waren auch Lokalpolitiker: Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, Landrat Joachim Claus, Nordhausens Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse und Norbert Klodt, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Wollen wir Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, brauchen wir zuerst breite ideelle Unterstützung: innerhalb und außerhalb des Dorfes, innerhalb und außerhalb der Kirche, brachte Ines Engelhardt, Vorstand der Rüdigsdorfer Kirchgemeinde St. Jakobi eine der künftigen Aufgaben des Fördekreises auf den Punkt.
Die zweite Aufgabe des Förderkreises: Erstellung einer Prioritätenliste bzw. Zeitplanes für die notwendigen Arbeiten. Nordhausens Baudezernent Dietrich Beyse sagte dazu mit Blick auf die gelaufene Sicherung der ebenfalls einsturzgefährdeten Blasii-Kirche: Zumindest ein Grobkonzept sollte dazu vorliegen. Zum einen, damit die öffentlichen Geldgeber wissen, was und in welcher Reihenfolge nötig ist. Zum anderen müssen die privaten Spender genau wissen, was mit ihrem Geld passieren soll.
Vor allem mit Blick auf die Qualität, die Nachhaltigkeit und die denkmalpflegerischen Aspekte der Sanierungsmaßnahmen sei ein solches Konzept unerlässlich, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, die aufgrund ihrer Funktion als Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch Jurorin bei der Deutschen Stiftung Kirchenbau ist. Es gibt eine Erlaubnispflicht für Arbeiten an Kirchendenkmalen, um diese schützenswerten Kulturgüter trotz Sanierung in ihrer historischen Einmaligkeit zu bewahren. Deshalb ist es wichtig, dass die Fachleute der Denkmalschutzbehörde einbezogen werden, um nicht Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen. Dazu ist das Bauwerk zu wichtig, so Frau Rinke.
Dritte Aufgabe des Fördervereins: Gelder für die Sanierung organisieren. Der Rüdigsdorfer Unternehmer Hans-Jürgen Lill machte gleich vor Ort den ersten Schritt und übergab einen Scheck über 2000 Euro. Die Kosten für den 1. Bauabschnitt – die Sicherung der Standfestigkeit der Kirche – bezifferte Kirchen-Baupflegerin Karen Baum auf rund 35.000 Euro. Der Großteil der Summe sei inzwischen durch die Stiftung Kirchenbau, den Kirchenkreis und die Landeskirche zusammengebracht. Sie rechne damit, dass die Not-Sicherung der Nordwand Mitte des Jahres abgeschlossen sein könnte. Allerdings könne man es bei der Standsicherung nicht bewenden lassen, wolle man die Kirche insgesamt retten: Denn es ist nicht nur der gesamte Dachstuhl, der ebenfalls dringend instand gesetzt werden muss, sagte Frau Baum.
Der mit der Betreuung der Sanierungsarbeiten beauftragte Architekt Sixtus Hermann bezeichnete die Situation der Kirche als dramatisch. Zurückzuführen sei dies auch auf die bauliche Vernachlässigung der Kirche über viele Jahrzehnte hinweg und auf Fehler bei Reparaturarbeiten Anfang der 1990er Jahre. das entsprechende Gutachten zeigt klar, dass uns davon jetzt einiges auf die Füße fällt, wie zum Beispiel die seinerzeit verwendeten falschen Baustoffe. Der Architekt sieht neben der Sicherung der einsturzgefährdeten Mauer Handlungsbedarf beim Dach des Kirchenschiffes, das eine gefährliche Schiefstellung aufweise, beim Kirchturmdach sowie beim Glockenstuhl. Und im Inneren der Kirche ist auch noch einiges zu tun, so der Architekt.
Dietrich Beyse rief zu Optimismus auf und drückte aufs Tempo: Wenn man sich schon von Anfang an davon entmutigen lässt, dass es eine große Aufgabe ist, dann wird es nichts. Man muss vielmehr sagen, `Jawohl, das schaffen wir, auch in einer überschaubaren Zeit!´ Bei der Blasii-Kirche hat das auch hingehauen. Ich rechne damit, dass innerhalb weniger Jahre das Wichtigste getan ist. Wir als Stadt werden für die unterstützungsfähigen denkmalpflegerischen Arbeiten Gelder aus der Städtebauförderung beantragen. Und wenn alles glatt geht – und davon gehe ich aus – werden bestimmte Arbeiten dadurch auch bis zu 90 Prozent gefördert. Und ich bin mir sicher, dass auch aus dem Stadt-Budget für 2007 eine Summe zur Verfügung gestellt werden kann , sagte der Nordhäuser Baudezernent.
Allgemeine Informationen zur Kirche gibt es beim Klick auf folgenden Link.
Autor: nnz
Grünes Licht für Förderverein (Foto: nnz)
Auf eine Vereinsgründung einigten sich jetzt rund 20 Rüdigsdorfer bei einem Vorbereitungstreffen im Ortsteil. Mit dabei waren auch Lokalpolitiker: Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, Landrat Joachim Claus, Nordhausens Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse und Norbert Klodt, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Wollen wir Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, brauchen wir zuerst breite ideelle Unterstützung: innerhalb und außerhalb des Dorfes, innerhalb und außerhalb der Kirche, brachte Ines Engelhardt, Vorstand der Rüdigsdorfer Kirchgemeinde St. Jakobi eine der künftigen Aufgaben des Fördekreises auf den Punkt. Die zweite Aufgabe des Förderkreises: Erstellung einer Prioritätenliste bzw. Zeitplanes für die notwendigen Arbeiten. Nordhausens Baudezernent Dietrich Beyse sagte dazu mit Blick auf die gelaufene Sicherung der ebenfalls einsturzgefährdeten Blasii-Kirche: Zumindest ein Grobkonzept sollte dazu vorliegen. Zum einen, damit die öffentlichen Geldgeber wissen, was und in welcher Reihenfolge nötig ist. Zum anderen müssen die privaten Spender genau wissen, was mit ihrem Geld passieren soll.
Vor allem mit Blick auf die Qualität, die Nachhaltigkeit und die denkmalpflegerischen Aspekte der Sanierungsmaßnahmen sei ein solches Konzept unerlässlich, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, die aufgrund ihrer Funktion als Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auch Jurorin bei der Deutschen Stiftung Kirchenbau ist. Es gibt eine Erlaubnispflicht für Arbeiten an Kirchendenkmalen, um diese schützenswerten Kulturgüter trotz Sanierung in ihrer historischen Einmaligkeit zu bewahren. Deshalb ist es wichtig, dass die Fachleute der Denkmalschutzbehörde einbezogen werden, um nicht Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen. Dazu ist das Bauwerk zu wichtig, so Frau Rinke.
Dritte Aufgabe des Fördervereins: Gelder für die Sanierung organisieren. Der Rüdigsdorfer Unternehmer Hans-Jürgen Lill machte gleich vor Ort den ersten Schritt und übergab einen Scheck über 2000 Euro. Die Kosten für den 1. Bauabschnitt – die Sicherung der Standfestigkeit der Kirche – bezifferte Kirchen-Baupflegerin Karen Baum auf rund 35.000 Euro. Der Großteil der Summe sei inzwischen durch die Stiftung Kirchenbau, den Kirchenkreis und die Landeskirche zusammengebracht. Sie rechne damit, dass die Not-Sicherung der Nordwand Mitte des Jahres abgeschlossen sein könnte. Allerdings könne man es bei der Standsicherung nicht bewenden lassen, wolle man die Kirche insgesamt retten: Denn es ist nicht nur der gesamte Dachstuhl, der ebenfalls dringend instand gesetzt werden muss, sagte Frau Baum.
Der mit der Betreuung der Sanierungsarbeiten beauftragte Architekt Sixtus Hermann bezeichnete die Situation der Kirche als dramatisch. Zurückzuführen sei dies auch auf die bauliche Vernachlässigung der Kirche über viele Jahrzehnte hinweg und auf Fehler bei Reparaturarbeiten Anfang der 1990er Jahre. das entsprechende Gutachten zeigt klar, dass uns davon jetzt einiges auf die Füße fällt, wie zum Beispiel die seinerzeit verwendeten falschen Baustoffe. Der Architekt sieht neben der Sicherung der einsturzgefährdeten Mauer Handlungsbedarf beim Dach des Kirchenschiffes, das eine gefährliche Schiefstellung aufweise, beim Kirchturmdach sowie beim Glockenstuhl. Und im Inneren der Kirche ist auch noch einiges zu tun, so der Architekt.
Dietrich Beyse rief zu Optimismus auf und drückte aufs Tempo: Wenn man sich schon von Anfang an davon entmutigen lässt, dass es eine große Aufgabe ist, dann wird es nichts. Man muss vielmehr sagen, `Jawohl, das schaffen wir, auch in einer überschaubaren Zeit!´ Bei der Blasii-Kirche hat das auch hingehauen. Ich rechne damit, dass innerhalb weniger Jahre das Wichtigste getan ist. Wir als Stadt werden für die unterstützungsfähigen denkmalpflegerischen Arbeiten Gelder aus der Städtebauförderung beantragen. Und wenn alles glatt geht – und davon gehe ich aus – werden bestimmte Arbeiten dadurch auch bis zu 90 Prozent gefördert. Und ich bin mir sicher, dass auch aus dem Stadt-Budget für 2007 eine Summe zur Verfügung gestellt werden kann , sagte der Nordhäuser Baudezernent.
Allgemeine Informationen zur Kirche gibt es beim Klick auf folgenden Link.
