Nur wenige "Ossis" wollen ihn haben
Dienstag, 04. Dezember 2001, 15:08 Uhr
Nordhausen/Leipzig (nnz). Was halten die Ostdeutschen vom Euro. Wie sind ihre Stimmung und Meinung zur neuen Währung. Ein Leipziger Institut hatte nachgefragt. nnz veröffentlicht die Ergebnisse.
Einen Monat vor der Einführung des Euro sind viele Ostdeutsche gegen das neue Zahlungsmittel oder haben Sorge davor. Zu diesem Ergebnis kommt das Leipziger Institut für empirische Forschung (LEIF) durch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Ostdeutschen, die in diesen Tagen abgeschlossen wurde.
Seit 1997 misst Leif die Stimmung zum Euro jeweils am Jahresende. Immerhin bereitet 68 % der Ostdeutschen der Wechsel von der Deutschen Mark zum Euro Sorgen. Vor allem ein vermuteter Geldverlust und Preissteigerungen, aber auch die unzureichende Vorbereitung der Währungsumstellung und die Umgewöhnung sind die Ursachen dafür. Der Euro bereitet vor allem Großstädtern, Sachsen, mittleren und älteren Altersgruppen Sorge.
Zwar sind nur noch 26 % der Ostdeutschen absolut gegen den Euro, weitere 30 % unentschieden und 44 % dafür. Das sind deutlich positivere Ergebnisse als vor einem Jahr. 49 % lehnten noch vor zwölf Monaten den Euro ab. Diese positivere Einstellung zum Euro kann aber weniger mit einer veränderten Einstellung, eher mit einem Abfinden mit den Gegebenheiten begründet werden., meint LEIF-Chef Dr. Harald Schmidt. Volkes Meinung hatte sich in den zurückliegenden Jahren sehr stark contra Euro entwickelt. Einstellungen zu derartigen Grundproblemen ändern sich nicht innerhalb eines Jahres ohne äußere Einflüsse. Der äußere Einfluss sei gegeben, der Euro kommt in vier Wochen. Aber viele Deutsche wollen ihn trotzdem nicht haben. Dieses durchgesetzte Ereignis, aber ungelöste Problem, so der Leipziger Soziologe, wird in den kommenden Jahren sicher soziale Konflikte bringen.
Nur 12 % der Ostdeutschen freuen sich uneingeschränkt auf den Euro. Für diese Gruppe der Euro-Fans ist der Wegfall des Geldwechsels im EU-Ausland der wichtigste Grund zur Freude. Alles in allem also gibt es Besorgnis gepaart mit Ablehnung, die sich nicht allein mit dem erneuten Kursverfall in der zurückliegenden Woche erklären lässt. Fazit: Der Euro kommt und nur wenige wollen ihn haben!, meint der Leipziger Soziologe.
Autor: nnzEinen Monat vor der Einführung des Euro sind viele Ostdeutsche gegen das neue Zahlungsmittel oder haben Sorge davor. Zu diesem Ergebnis kommt das Leipziger Institut für empirische Forschung (LEIF) durch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Ostdeutschen, die in diesen Tagen abgeschlossen wurde.
Seit 1997 misst Leif die Stimmung zum Euro jeweils am Jahresende. Immerhin bereitet 68 % der Ostdeutschen der Wechsel von der Deutschen Mark zum Euro Sorgen. Vor allem ein vermuteter Geldverlust und Preissteigerungen, aber auch die unzureichende Vorbereitung der Währungsumstellung und die Umgewöhnung sind die Ursachen dafür. Der Euro bereitet vor allem Großstädtern, Sachsen, mittleren und älteren Altersgruppen Sorge.
Zwar sind nur noch 26 % der Ostdeutschen absolut gegen den Euro, weitere 30 % unentschieden und 44 % dafür. Das sind deutlich positivere Ergebnisse als vor einem Jahr. 49 % lehnten noch vor zwölf Monaten den Euro ab. Diese positivere Einstellung zum Euro kann aber weniger mit einer veränderten Einstellung, eher mit einem Abfinden mit den Gegebenheiten begründet werden., meint LEIF-Chef Dr. Harald Schmidt. Volkes Meinung hatte sich in den zurückliegenden Jahren sehr stark contra Euro entwickelt. Einstellungen zu derartigen Grundproblemen ändern sich nicht innerhalb eines Jahres ohne äußere Einflüsse. Der äußere Einfluss sei gegeben, der Euro kommt in vier Wochen. Aber viele Deutsche wollen ihn trotzdem nicht haben. Dieses durchgesetzte Ereignis, aber ungelöste Problem, so der Leipziger Soziologe, wird in den kommenden Jahren sicher soziale Konflikte bringen.
Nur 12 % der Ostdeutschen freuen sich uneingeschränkt auf den Euro. Für diese Gruppe der Euro-Fans ist der Wegfall des Geldwechsels im EU-Ausland der wichtigste Grund zur Freude. Alles in allem also gibt es Besorgnis gepaart mit Ablehnung, die sich nicht allein mit dem erneuten Kursverfall in der zurückliegenden Woche erklären lässt. Fazit: Der Euro kommt und nur wenige wollen ihn haben!, meint der Leipziger Soziologe.
